Sexualprävention: Deutschland beim Umgang mit Inzest europaweit nur Mittelmaß

Aus der Bibel haben wir gelernt – ob man nun religiös ist oder nicht – , dass Adam und Eva sowie deren Söhne Kain und Abel die ersten Menschen unseres Planeten waren. Eva war also die einzige Frau…: sind wir im Sinne der Bibel also alle »Brüder und Schwestern«, wie Geistliche uns immer wieder nennen?
Sind wir alle Inzest-Kinder? Dabei sagen doch Evolutiosforder und Mediziner immer wieder, dass die Wahrscheinlichkeit, dass inzustös gezeugte Kinder behindert zur Welt kommen, sehr hoch ist, dass durch Inzest Erbkrankheiten viel häufiger übertragen werden. Außerdem auch posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), die mit der Selbsttötung enden können. Zudem erleben viele Missbrauchsopfer Missbrauch entweder im Freundeskreis der Eltern, innerhalb der leiblichen Verwandten, seitens Stiefmutter oder Stiefvater oder gar seitens der leiblichen Eltern.
Ein leider sehr prominentes Beispiel war Adolf Hitler, der aus einer Heirat (samt ehelichen Pflichten) zwischen Nichte und Onkel gezeugt wurde, also sein Vater war der Onkel seiner Mutter.

Dass man Straftaten nicht abschaffen kann, sollte einleuchten, immerhin haben wir Menschen Straftaten in Gesetzen verankert. Erst wenn man diese Gesetze wieder abschaffen würde, wären diese Straftaten keine strafbaren Handlungen mehr.
Ob eine Strafandrohung für eine Unterlassung „attraktiv“ ist oder nicht, entscheiden letztlich die Täterinnen und Täter, sofern sie zur Reflexion überhaupt in der Lage sind. Ähnlich beim Thema Mord (nicht Tötungsdelikte). Tatbestände eines Mordes sind zum Beispiel Heimtücke, niedere Beweggründe, und weitere. Im Jahr 2021 lag die Mordrate in Deutschland bei 0,26 Fälle pro 100.000 Einwohner -das sind auf 1 Million Einwohner bereits 2,6 Morde pro Jahr. Das Strafmaß für den vollendeten Mord beträgt lebenslange Haft, das sind in Deutschland mindestens 15 Jahre, wenn nicht direkt die Besondere Schwere der Schuld festgestellt oder Sicherungsverwahrung verhängt wird. Und dennoch wird in Deutschland fast täglich vorsätzlich gemordet. Die ältesten Mordmotive der Menschheit sind übrigens Neid, Habgier und Eifersucht – und der laut Bibel erste Mord wurde begangen, als Kain seinen Bruder Abel erschlug.
Selbiges Prinzip ist es bei sexuellem Missbrauch. Selbst wenn man per Gesetz das Feuer so heiß machen würde, dass nur noch wenige sich in die Nähe des Feuers trauen würden, abstellen kann man Straftaten nie. Höchstens eindämmen. Und dafür genügt ein Gesetz leider oft nicht. Genauso, wie im Öffentlichen Verkehr NUR die Installation der „Bildchen“ zum Tragen des »Mundschutzes« sind zur Eindämmung der Pandemie beiträgt.

 

Rechtslage in Deutschland

In Deutschland definiert der Gesetzgeber im § 173 des Strafgesetzbuches (StGB) lediglich den Vaginalverkehr zwischen leiblichen Verwandten ersten Grades (Mutter-Sohn, Vater-Tochter, Voll-, und Halbgeschwistern, Großeltern usw.) als Inzest und stellt diesen unter Strafe. Ebenfalls unter Strafe stehen Nötigung (§ 240 StGB), alle anderen Sexualdelikte und andere.
Der Vaginalverkehr (Beischlaf,) unter Verwandten gerader Linie ist deshalb verboten, weil nur beim Vaginalverkehr Kinder gezeugt werden, und nur darum geht es bei diesem Paragraphen. Also, um zu verhindern, dass inzustös gezeugte Kinder behindert geboren werden. Andere sexuelle Praktiken bleiben rechtlich unberührt., dazu zählen Petting unter Verwandten ersten Grades (auch Zungenküsse), Oralverkehr, Analverkehr, und gleichgeschlechtlicher Sex. Außerdem müssen alle Beteiligten mindestens das 18. Lebensjahr vollendet haben. »Abkömmlinge, die zur Tatzeit jünger als 18 Jahre waren, werden nicht bestraft, sondern lediglich die Anstiftung und die Beihilfe«, also beides von einer dritten Person ausgehend.

Viele Menschen sind der Ansicht, sexuell ausreichend aufgeklärt zu sein. Jeder Mensch, der mehrmals sexuelle Erlebnisse erfahren hat, weiß, dass es mit dem Aufhören umso schwieriger ist, wenn man sich gemeinsam in Extase befindet. man darf Verwandte ersten Grades, also gerader Linie, auch anal und oral leben, soll aber vom Vaginalverkehr ablassen? Wie sehen dies überhaupt Familienmitglieder, die bereits sowieso mehr Emotionen als »üblich« zueinander verspüren, immerhin gibt es auch Verwandte, die einvernehmlich miteinander schlafen? Manche Psycholog*innen proklamieren, dass der Sex innerhalb der eigenen Familie viel emotionaler ist als der Sex mit Menschen außerhalb der Familie.

 

Rechtslage in Europa

In Österreich und in der Schweiz ist der Inzest (vaginal) ebenfalls verboten. In Portugal, in Spanien, in Frankreich, in Belgien, in den Niederlanden, in Dänemark, in Russland und in der Türkei ist der vaginale Beischlaf zwischen volljährigen Verwandten nicht strafbar. In Frankreich wurde die Strafbarkeit von Inzest mit dem Code pénal francais im Jahr 1810 abgeschafft, aber Inzest mit genötigten Minderjährigen im Jahr 2010 wieder als Straftatbestand eingeführt (Quelle: Wikipedia).

Der Deutsche Ethikrat hat im Jahr 2014 eine Neuauflage des sogenannten „Inzestparagraphen“ gefordert – wurde abgelehnt. Kriminalität wird immer an der Statistik gemessen. Will man Menschen jeglichen Alters vor sexuellem Missbrauch innerhalb der Familie schützen, muss man ENTWEDER auch Petting, Oralverkehr und Analverkehr verbieten ODER alles erlauben und parallel besser aufklären, wobei letztere Variante deutlich mehr Geld kosten würde.
Konstellationen, bei denen alle Beteiligten a) volljährig sind und b) die weiblichen Parts unfruchtbar sind und c) alle freiwillig vaginal miteinander verkehren, können niemanden schänden und sollten deshalb straffrei sein.

Viele Befürworder des Paragraph 173 im StGB hinterfragen nicht, weshalb die Rechtslage ist, wie sie ist, sondern sie sind der Ansicht, dass Anderen das verboten werden soll, was sie selbst als abartig empfinden. Befürworter der Abschaffung des Patagraphen argumentieren, dass das Erlauben und die Aufklärung mehr bringe, und dass Verbote die Neugierde nur noch bestärken.

Nicht nur, dass ich persönlich die gegenwärtige, deutsche Rechtslage für Nonsens halte, weil Widerspruch, sondern europaweit betrachtet liegen wir in Deutschland ziemlich weit hinten. Außerdem bleiben Fragen offen, beispielsweise:
– Wie lauten die Kriminalstatistiken im Zusammenhang mit Missbrauch in den Ländern, in denen Inzest erlaubt ist?
– Wie viele Kinder und wie viele Frauen in genannten Ländern erfahren Missbrauch im Zusammenhang mit Inzest?
– Wie viele durch Inzest gezeugte, behinderte Kinder werden jährlich in diesen Ländern geboren?
– Und wie steht die jeweilige Gesellschaft dieser Länder zum Inzest, auch hier in Deutschland?
– Wie stehen die Gesellschaften aller Länder zu Prävention und Erlauben gegenüber dem Verbot?
– Findet in den genannten Ländern Sexualprävention auch zum Thema Inzest statt, zum Beispiel auch in den Schulen?

Meines Erachtens gehört dieses Thema nach Brüssel.

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