Das „Querdenker“-Syndrome

Sie stören, wo sie nur können, sie versuchen ständig, uns ihre Ansichten aufzuzwingen, und vor allem: jede/r von uns hat von ihnen oder „von denen“ schon mal gehört. Genau, es geht um sogenannte Querdenker.

»Einfach denken ist eine jute Jabe Jottes!«
– Conrad Adenauer –

Jede Tat – ganz gleich, welcher Natur – ist immer nur objektiv. Was wir also sehen, ist quasi “Die Spitze des Eisberges“. Was sich darunter verbirgt, bezeichnet man manchmal zurecht als “Abgründe“, siehe DarkNet.
Grundsätzlich spricht nichts dagegen, ein Thema oder eine Sache zu hinterfragen, von etwas die “Quersumme“ zu ziehen, um beispielsweise zu reflektieren, wo man sich gerade befindet. Nur so lernt man, das ist eine andere Art als Auswendiglernen und trotzdem nicht verstanden zu haben.
Grundsätzlich täte dies so einigen Menschen sicher mal gut – besser, als permanent immer nur nach vorne zu schauen und aus eigenen Fehlern nichts zu lernen.
Sogenannte “Querdenker“ nennen sich selbst “Querdenker“, sie bezeichnen sich selbst auch als “Andersdenker“ und sehen sich anscheinend auch als “Retter der Nation“, als ob die Welt auf sie gewartet hätte. Dabei gehen viele sehr penetrant vor.

“Querdenker“ behaupten zum Beispiel, dass von den Impfungen nur Lobbyisten profitieren würden. Oder auch, dass man uns alle nur impfen wolle, um uns zu überwachen. Manche behaupten sogar, wir würden mit den Impfungen gleichzeitig gechiped, um uns zu überwachen. Das wäre noch dramatischer als im Film „Louis und seine Außerirdischen Kohlköpfe“ aus den 1970er Jahren. Und wieder andere behaupten, man habe im Dezember 2019 in Wuhan extra eine Fledermaus auf die Menschheit losgelassen, um die Menschheit auszurotten. Und es gibt die These, dass es Corona gar nicht gäbe, sondern lediglich einer Tierhandlung in Wuhan entspringe. Und wir sollen doch bitteschön alle abwarten, denn Corona sei zu einem späteren Zeitpunkt, wenn alles aufgedeckt sei, nichts anderes als eine Grippe-Welle.

Es sind Strukturen sogenannter “Reichsbürger“ zu erkennen, die zum Beispiel vor wenigen Jahren die These verbreitet haben – als Begründung ihres “Reiches“, wie es schon lange nicht mehr existiert – nämlich, dass wir alle nur “Personal“ seien, dies sage unser PERSONALausweis doch schon aus. Aha. Darin steckt aber auch das Wörtchen PERSONA, was nichts anderes bedeutet als Identität, und eine PERSON ist ein Mensch. Mittlerweile kann man ja sogar den Fingerabdruck in den Personalausweis eintragen lassen, die DNA fehlt noch. Aber selbst wenn dem auch noch so wäre: wie sollte dann jemand Daten über uns erheben? Ach ja: wahrscheinlich die Außerirdischen via GPS.
Bereits während der 1990er Jahre haben Rechte, die zum größten Teil mit dem Mauerfall ans Tageslicht gekommen sind, weil die DDR alles Negative unter den Tisch kehren ließ, behauptet, dass der Holocaust nie stattgefunden habe. Dabei erzählen nicht nur Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, sondern auch noch bestehende Lager, eine ganz andere Geschichte – wenngleich manchen Lagern nach knapp 70 Jahren der Verfall droht. Außerdem erfährt man von sogenannten „Verschwörungstheoretikern“, dass die Landung des ersten Menschen auf dem Mond nie stattgefunden habe. Dieser Schuhabdruck, so wird begründet, könne auch von jemand anderem sein.
Stimmt, dieser Stiefelabdruck könnte auch von jemand anderem sein, wir haben ja sowieso keine Möglichkeit, um auf den Mond zu fliegen und nachzusehen.

Also alles nur Panikmache, die widerum “Querdenker“ den Andersdenkenden unterstellen. Manche “Querdenker“ kommunizieren über das des Eltern- Ich und bemächtigen sich der Erziehung von Andersdenkenden, zum Beispiel mit »Halten Sie den Mund, Sie machen sich lächerlich!« oder mit »Du warst bestimmt auf der Baumschule, bei deinem Wissen!«. Sie stellen sich und ihr Wissen also über das der Anderen und sich selber über Andere. Wieder andere “Querdenker“ schreiben im Internet Befürworter der Maßnahmen in privaten Nachrichten an, sie drohen ihnen sogar. Und manch andere machen bei ihren persönlichen-, und tätlichen Angriffen auch vor Journalistinnen und Journalisten und selbst vor Beamtinnen und Beamten der Polizei nicht halt, sie bewerfen sie sogar mit Flaschen und mit Steinen und verbreiten deren Privatanschrift und die von Politikerinnen und Politikern im Internet, mit dem Aufruf, die »mal klar zu machen!«. Und der #HassImNetz wird seit Jahren verstärkt ausgelebt, beispielsweise mit »Drecksfotze!«.
Und wenn das nicht genügen würde, mischen sie sich ins politische Geschehen ein, zum Beispiel im Ahrtal oder auch an der Grenze Polen/Belarus, und schüchtern auch dort die Menschen ein, die einst mit guten Absichten aus tiefstem Herzen gekommen sind, um sie für ihre Zwecke zu gewinnen. Also, um ihnen Angst zu machen, um sie dadurch für eigene Zwecke zu missbrauchen.
Dennoch sollte man von Pauschalisierung absehen: bei einer Demonstration mit 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern denken nicht alle dasselbe, sondern nur im Kern, und sie verrichten nicht alle dieselbe(n) Tätigkeit(en).

Um eine Gegenmeinung zu finden, benötigt man mindestens zwei Menschen. Unter den “Querdenkern“ befinden sich bei Weitem nicht nur Menschen aus den untersten Gesellschaftsschichten, auch manche Ärzte und Virologen bestreiten die Existenz dieses Virus. Und auch Menschen, die einst im Sicherheitsapparat der Bundesrepublik gearbeitet haben, darunter ehemalige Polizeibeamte und auch ehemalige Offiziere der Bundeswehr, zweifeln die Existenz dieses Virus an und kommandieren Andersdenkende herum.

Bei der Größe eines jeden Virus sprechen wir von Nanometern, nicht von Millimetern. Um einen sichtbaren Vergleich vor Augen zu haben: 1 Million (1.000.000) Coronaviren sind gebündelt gerade mal so groß, wie eine Erbse. Nun müsste man “Querdenkern“ ihrer Aussage nach erst mal beweisen, dass das, was man unter dem Mikroskop sieht, tatsächlich vorhanden ist. Nachvollziehbar, denn jedes Virus ist wegen seiner geringen Größe nicht makroskopisch, sondern mikroskopisch, weil nur unter dem Mikroskop sichtbar. Wenn ein Virus makroskopisch, könnte man es anfassen und wäre somit ein körperlicher Gegenstand im Sinne des Paragraphen 90 im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB),Und was man nicht anfassen kann, ist auch nicht vorhanden – eigentlich ganz logisch! Selbes Prinzip wie mit dem Stiefelabdruck auf dem Mond.

Die Inhalte der Nachrichten von “Querdenkern“ sind immer negativ. Die Nachrichten selbst kann man so herum und so herum drehen, aber die “Querdenker“ wollen ja schockieren und aufwühlen, Menschen verunsichern.
Deren Nachricht lautet zum Beispiel, dass wir alle mit Corona (Ziat) »…, nur verarscht werden!«, ist aus der Sicht der “Querdenker“ eine Erkenntnis, also eine positive Nachricht, ein Wissensschatz! Indem sie solche Nachrichten verbreiten, meinen sie es also nur gut!

In Deutschland leben knapp 12 Millionen Kinder (12.000.000). Im Jahr 2016 lebten in Deutschland etwa 1,2 Millionen Demenzkranke (1.200.000) zusätzlich der Menschen mit jeglicher psychischer-, und geistiger Beeinträchtigung, sei es Menschen mit Handycap, mit Burn-Out, mit Aperger-Syndrome (eine Form des Autismus), mit Schizophrenie, mit Borderline-Syndrome, und viele andere. In der Summe gehen wir auf Nummer Sicher mit der These, dass jeder vierte Mensch auf unser aller Schutz angewiesen ist. Kinderschutz sowieso, denn Kinder sind unsere schwächsten Mitbewohner der Gesellschaft, zumindest körperlich – es ist erstaunlich, wozu Kinder in der Lage sein können, wenn man sie lässt..Alle anderen Personengruppen sind mental beeinträchtigt, teilweise psychisch, teilweise geistig, manche beides.
Deshalb haben wir Gesellschaft haben die ehrenwürdige Aufgabe, uns um alle schutzbedürftigen Personen zu kümmern.
Druck erzeugt bekanntlich Gegendruck. Es bringt also überhaupt nichts, wenn man auf Menschen zugeht und ihnen aufzeigt, dass sie aufgrund ihrer Unsicherheit ein böser Mensch sind – unentschlossene Menschen sind eben einfach nur unentschlossen, mehr nicht. Nur, wenn man den Menschen zuhört und sich deren Sorgen und Nöten annimmt, erreicht man, dass man selber erhört wird. Ausnahmen wird es immer geben, man wird nie 100 Prozent erreichen!

Menschen zu helfen, ist eine Selbstverständlichkeit. Wie aber soll und möchte man Menschen aber helfen, die ihrer eigenen Wahrnehmung nach nicht auf Hilfe angewiesen sind, sondern alles anfeinden, was nicht bei Drei auf dem Baum ist, und was nicht ihrer Ideologie entspricht?! Möglicherweise sehen viele “Querdenker“ etwa Gleichgesinnte,nach dem Motto »Und? Glaubst mir jetzt?«
Angst ist kein Phänomen und auch nichts Böses. Sondern Angst ist eine Krankheit, die therapierbar ist. Ein Mensch, der sich fürchtet, ist definitiv kein böser Mensch, sondern ein Mensch wie wir alle. Und kein Mensch ist als Täter geboren worden, sondern zum Täter wird man meist im Verlaufe der verschiedenen Entwicklungsstadien geprägt, nämlich gesamte Kindheit und Jugend bis zum Dasein als erwachsener Mensch.

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Corona als Sündenbock

Erinnert sich noch jemand an die ersten Fernsehbilder aus den Nachrichten im Dezember 2019 in Wuhan? Hat man dort die Bürgerinnen und Bürger mit Lebensmitteln an den Fenstern versorgt oder hat man sie im Stich gelassen? War dort während des Lockdowns zum Jahresbeginn unserer Zeit auch die Rate der häuslichen Gewalt gestiegen? „Corona als Sündenbock“ weiterlesen

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Täterprofile

Wird beispielsweise auf jemand mit einem Messer zig-fach eingestochen, sodass die geschädigte Person verblutet, fällt es uns schwer, zu glauben, dass es nicht mindestens versuchter Mord gewesen sein soll. Straftaten dieser Art sind aber in der Realität auch schon als Totschlag verhandelt worden. Abgewogen wird unter anderem auch, ob die Täterin oder der Täter in den privaten Wohnbereich der geschädigten Person eingebrochen ist, ob sie bzw. er eventuell alles akribisch geplant und sich bereits vor der Tat Zugang verschafft hat, zum Beispiel mittels eines Schlüssels.
Würde die Täterin bzw. der Täter ihre/seine Tat mit „Ich hab`s ja nur gut gemeint“ rechtfertigen wollen, müsste die darauf folgende Frage „Mit wem?“ lauten. Schon alleine, dass die Aussage mit “Ich…“ beginnt, lässt darauf vermuten, dass die Person, die die Tat ausgeübt hat entweder im eigenen Interesse gehandelt hat oder zu wissen glaubte, was für die andere Person gut ist und was nicht.

Die Definition des Paragraph 211 nach deutschem Strafgesetzbuch lautet folgendermaßen:

(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft.
(2) Mörder ist, wer
aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder
um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,
einen Menschen tötet.

Originaltext aus: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__211.html

Unter “…, niedrigen Beweggründen“, womit sprichwörtlich “die unterste Schublade“ gemeint ist, die sich auf die Bedürfnis-Pyramide nach Maslow oder auch “Maslow-Pyramide“ bezieht. Gemeint sind demnach Schlafen, Essen, Trinken, Sex… (siehe “Geschlechtstrieb“).
Weiter “heimtückisch“, “grausam“, “oder mit gemeingefährlichen Mitteln“. Wir sind uns sicher darüber einig, dass eine Person, die aufgrund mehrerer Stiche verblutet, möglicherweise auf grausame Weise getötet wurde, “elendig verreckt“, würde man im Volksmund sagen. Was aber, wenn die Täterin bzw. der Täter die Tat im berauschten Zustand ausgeübt hat oder unzurechnungsfähig gewesen ist? Als Unzurechnungsfähigkeit werden Alkoholgehalt im Blut von mindestens 3 Promille oder auch seelische oder geistige Unzurechnungsfähigkeit bezeichnet, etwa wenn die Täterin oder der Täter zum Zeitpunkt auch vor- und nach der Tat zwar nach dem Gesetz erwachsen ist, aber Ansichten eines Kindes vertritt.

Der Paragraph 211 des deutschen Strafgesetzbuches ist nur einer von mehreren Dutzend, die ein Verbrechen definieren – also Taten mit Strafmaß nicht unter 1 Jahr für Verbrechen, Vergehen werden übrigens mit Freiheitstrafe “mit Mindeststrafe weniger als 1 Jahr oder Geldstrafe“ geahndet.

 

Die Schutzpolizei erscheint zum Beispiel auch, wenn Gefahr in Verzug ist. Alle Beamtinnen und Beamte der Schutzpolizei sind entsprechend geschult worden, um auch “zwischen den Zeilen“ sozusagen heraushören zu können, ob die anrufende Person, die sich am Telefon die geschädigte Person ausgibt, diese auch tatsächlich ist und aus Angst etwas für sich behält.
In vielen Krimis gibt es ohne Mord keine Leiche, so viel zum Klischee. Im realen Leben kommt die KriPo zum Beispiel auch bei versuchtem Totschlag – dieser könnte sich immerhin im Laufe der Ermittlungen als versuchter Mord oder Mord herausstellen.

Weshalb interessieren wir uns eigentlich für die Arbeiten der Polizei und der Justiz? Genügt es uns, wenn wir als Fernsehzuschauer auf eine Reise mitgenommen werden, und dabei uns mehr gezeigt wird, als den Fernseh-Kommissaren? Oder möchten wir tatsächlich das Gefühl bekommen, schlauer als die Polizei zu sein, ähnlich wie beim Fußball: „Den hätte ich schon reingeschossen, als ich noch Kind war!“. In Wahrheit würden es die meisten von uns keine 10 Minuten lang mit einem Profi-Fußballer aufnehmen können.

Und was ist mit dem Täterprofil, während wir Krimis lesen oder schauen? Sind sich die meisten von uns denn nicht sicher, den wahren Täter zu kennen, sofern wir nicht auf die Uhr schauen? Verlassen wir uns dabei unsere Wahrnehmung oder orientieren wir uns nach dem, was wir kennen? Viele Serienmörder jedenfalls folgen einem immer währenden Muster, und dabei verarbeiten die meisten etwas Bestimmtes aus deren Vergangenheit. Zum Beispiel hat ein Mann zwischen den Jahren 2010 und 2912 in Köln mehrere Frauen getötet, deren Haare blond gewesen sind. Für uns Außenstehende vermag es kurios vorkommen, so als würde man nach einer negativen Frau namens “XY“ Frauen töten, die denselben Vornamen tragen. Aber so war es nicht, und es war vor allem SEIN MOTIV, seine Rechtfertigung, nach seinem Verständnis: seine Mutter hatte blondes Kopfhaar, und sie war alleinerziehend und hatte regelmäßig Männerbesuch, wobei er mit seinen Belangen und vor allem mit seiner Persönlichkeit als Kind außen vor gelassen wurde.

Was macht einen Täter eigentlich aus? Was macht einen überhaupt zum Täter, ob nun zum Sexualtäter oder zum Gewalttäter, oder beides?
„In jedem von uns steckt immer noch ein Tier“, sagen viele. Der erste Mord der Menschheitsgeschichte war der sogenannte “Brudermord“, der sich auf die Bibel bezieht, weil Kain seinen Bruder Abel im Streit ermordete, er hatte den Tod seines Bruders missbilligend in Kauf genommen, er hat auf ihn eingeschlagen, es war ihm egal, ob er dabei sterben würde. Hoppla! Ist Töten also etwas menschliches? Jedenfalls sind seither Neid, Habgier und Eifersucht die ältesten Mordmotive der Menschheit.
“Du sollst nicht töten“, “Du sollst nicht lügen“, “Du sollst nicht stehlen“, “Du sollst nicht ehebrechen“, “Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib“…, ist ja gut, die Hälfte aller Gebote sind beisammen, die kennen wir auch alle. Zumindest haben die fast alle von uns schon mal gehört, manche von uns im Kindergarten, manche von uns in der Schule, manche von uns erst im späteren Schulleben, manche anscheinend gar nicht. Ohne einen auf Pfarrer zu machen: warum wird dann getötet und gemordet, wo doch die meisten von uns die 10 Gebote kennen?
Das Brechen von Regeln ist sowas wie eine Kehrseite in uns, auch das Böse reizt uns, womit wir eigentlich schon wieder bei der Bibel wären, man denke an Adam und Eva im Paradies, als die Schlange Eva bekehrte, den vergifteten Apfel zu essen.

Sind wir doch mal ehrlich: wir wollen belogen werden. Dem meisten von uns geht es lediglich um die Befriedigung unserer Neugier und unserer Sensationslust: Tür aufmachen, mal kurz riechen und gaffen, wenn es uns aber aus irgendeinem Grund zu heikel, zu ekelhaft oder zu hässlich wird, schnell still und heimlich verdrücken. Ohne vielleicht auch nicht mal die Tür von außen wieder schließen. Mit der Einstellung möchten Hobby-Psychologen Täter behandeln? Am besten erst gar nicht lange damit aufhalten, um als außenstehende Person zu bestrafen, aber gleichzeitig sich selber zu schützen, oder? Genau diesem Verhalten sind viele Gewalt- und Sexualverbrecher bereits in ihrer Kindheit begegnet, und genau dieses Verhalten hat sie doch erst zu Tätern werden lassen.

Um ein Beispiel als Grund für eine Täterschaft stellen wir uns die Kindheit eines jeden Menschen in Zahlen, Statistiken vor (es könnte Ekel entstehen).

Beginnen wir mit dem Säuglingsalter, das bis zum Ende des ersten vollendeten Lebensjahres entsteht. Ab dann beginnt das Kleinkindalter, das in der Regel bis Ende des fünften Lebensjahres, ab dann beginnt die Kindheit, die widerum bis zur Pubertät dauert, bei Jungen ist das in etwa ab Beginn des 13. Lebensjahres, ab dann wiederum beginnt das Zeitalter des Heranwachsenden.
Viele Erwachsene (meist kinderlos?) scheinen die einzelnen Phasen nicht mehr wahrzunehmen. „Na und? Sitze ich mit einer Arschbacke ab“, sagen jedenfalls manche. Je älter man wird, desto häufiger rechnen manche Erwachsene nur noch in 10er-Schritten – dass der Unterschied zwischen 50 und 40 Lebensjahren nicht mehr so groß wie der zwischen 20 und 30, leuchtet ein. Das Ratio von vielen Erwachsenen ähnelt sich jedoch mit dem Ratio eines Kindes, nämlich in der Wahrnehmung, also auch im Vorstellungsvermögen: sowohl Kleinkinder, Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene denken – salopp ausgedrückt – in 100 Prozent, nach dem Motto “Meine Lebensjahre sind hundert Prozent“. Wenn also einem Kind (hier nach unserer Darstellung 6-14 Jahre) drei Jahre lang im näheren Umfeld etwas Unmenschliches widerfahren ist, dann sind das hier in unserem Beispiel genau 37,5 Prozent, die diesem Kind von seiner Kindheit fehlen, weil es in seiner Entwicklung gestört worden ist.
Stellen wir uns nun die körperliche und geistige Entwicklung mit all ihren Phasen bildlich in Form von zwei Papierhäusern vor (dient dem Zweck). Für das erste Haus erstellen wir ein Fundament in beliebiger Größe (Säuglingsalter, 1 Jahr), dieses Fundament erstellen wir wie gewohnt im Erdboden. Wir bauen darauf mittig stehend 2 Zimmer (Kleinkindalter). Darauf stellen wir mittig stehend acht kleinere Zimmer (die Kindheit), und darüber dann die kürzere Zeit des Heranwachsens. Das andere Haus bauen wir, wie wir es kennen, mit einem Fundament, und darauf alle Stockwerke in gleicher Breite und gleicher Höhe, wobei die Raumaufteilung getrost variieren kann.

Wozu ein Beispiel dieser Art? Bei diesem Profil geht es nicht – wie man annehmen könnte – um ein Kind, an welchem sich ein fiktiver Täter vergangen hat, sondern um das Profil eines Täters, um das, was ihn zum Täter gemacht haben könnte. Nicht jeder Mensch, der traumatisches erlebt hat, wird automatisch zum Täter, jedenfalls nicht, wenn Fachmenschen frühzeitig Entwicklungsstörungen feststellen und sowohl menschlich als auch mit fachlichem Wissen bestmöglich gegensteuern, ohne die Entwicklung weiterhin aufzuhalten. Deshalb auch die bildliche Darstellung in Form von zwei Häusern: die erste Variante wäre die “ungesunde“ Variante, die zweite wäre “gesund“ oder sagen wir als Laien “normal aufwachsend“. Dass es auch darüber unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten gibt, ist auch klar, ginge aber hier an dieser Stelle viel zu weit in die Tiefe.

Vollkommen nachvollziehbar, dass obiges Beispiel schon alleine wegen des Wortes “Kind“ im Zusammenhang mit “Täter“ so mancher Leserin bzw. manchem Leser an die Nieren gegangen ist. Ein Buch kann man zuklappen, einen Text kann man zerreißen, das Fernsehprogramm kann man umschalten oder den Fernseher ausmachen. Ein Tatort ist nur das Objektive, ab da fängt die eigentliche Arbeit erst an, und was früher die Romanfigur Sherlock Holmes mit seinem Assistenten Watson, gemeinsam, aber nur zu zweit, erledigt hat, spaltet sich heute in verschiedene Bereiche, wie die Kriminaltechnik, Kriminalwissenschaften, Kriminalistik, Kriminalpsychologie, und etliche andere Unterbereiche.
Kriminalisten wie die von der Kriminalpolizei, und Fall-Analytiker, also Profiler, sind diejenigen, die sich als erstes mit der Psyche des Täters befassen, sofern sie für die Mordkommission tätig sind. Selbstverständlich können auch der erfahrenste Polizeibeamte und auch der erfahrenste Psychologe “nur“ von dem ausgehen, was sie aus zig Fachbüchern gelernt und selbst erlebt haben: auch sie können einem Menschen nur vor den Kopf schauen, dabei also auch Fehlentscheidungen treffen. Und, wie es so oft der Fall ist, wenn man den gesamten Teppich ausrollt: erst dann sieht man selbst beim dreckigsten Teppich noch ein paar saubere Flecken.
Um in diesem Zusammenhang nochmal mögliche Täterschaft anzusprechen, gibt es auch Menschen, die während ihrer so wichtigen Jahre in der Entwicklung gelernt haben, Manipulation gegen andere als Waffe und vor allem für eigene Zwecke einzusetzen (erinnern wir uns oben an die Rechtsdefinition des §211 StgGB), Menschen mit dieser Eigenschaft definiert man als Psychopathen. Der Soziopath empfindet nichts, während er seine Opfer schändet.
Was Menschen, Tiere und Sachen im Sinne des Gesetzes sind, ist in unseren Gesetzestexten nachzulesen. Auch Psychopathen und Soziopathen lassen sich nicht anhand eines einzigen Satzes definieren, auch darüber sind dutzende Fachbücher geschrieben worden. Menschlich gesehen sind es Menschen – kein Zweifel, dass diese Art von Mensch in der Gesellschaft nichts mehr zu suchen hat. Und dennoch sind es Menschen.

Es sind also auch jede Menge Themen und jede Menge individuelle Menschen, die es wert sind, über sie zu schreiben.

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