Webinar „Internetsicherheit“ von Kriminalpolizei Oberberg am 19. März 2022.

Seit dem Jahr 2014 haben wir das Internet ständig bei uns, längst fährt man Smart nicht nur auf der Straße: unser Phone ist smart geworden, unser home ist smart geworden… Aber ist eigentlich smart automatisch clever? „Webinar „Internetsicherheit“ von Kriminalpolizei Oberberg am 19. März 2022.“ weiterlesen

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Netz des Grauens

Bei Sicherheitsaufgaben ergreift man im Sinne der Maßnahmen, um Gefahren möglichst einzudämmen oder gar auszuschließen – man unternimmt also etwas, damit möglichst wenig oder erst gar nichts passiert. Eine hundertprozentige Garantie, Gefahren ausschließen zu können, gibt es nirgendwo, ebenso wenig im Umgang mit Menschen. Treffen zwei verschiedene Charaktere mit völlig unterschiedlichem Wissen aufeinander, sind mindestens zwei verschiedene Meinungen garantiert – genau das ist der Stoff für unendliche Diskussionen in allerlei Internetforen, bevor Soziale Netzwerke salonfähig wurden.
Wenn Medien von einer Straftat gegen die Menschlichkeit berichten, geht oft ein Aufschrei durch das Internet. Dann glauben viele, zu wissen, was sie mit der Täterin oder dem Täter alles machen würden, oder was dieser Person alles blühen sollte. Möchte man (Straf-)Taten verstehen, bringt das Auswendiglernen von Fakten und auch das Auswendiglernen von Paragraphen überhaupt nichts. Um (Straf-)Taten verstehen zu können, benötigt man unter anderem fundiertes Rechtswissen, Fachwissen über Kriminalistik und über Forensik, und auch psychologisches Fachwissen, um die Aussagen der Opfer und möglichen Zeugen deuten zu können.

Auch gegen sexualisierte Gewalt ist kein Kraut gewachsen. Selbst wenn man sich komplett verschließen würde: Menschen, die in verschiedenster Weise psychisch beeinträchtigt worden und nicht während der Entwicklungsphasen fachlich behandelt worden sind, haben eben wegen mangelnder Behandlung nie Empathie gelernt. Empathie ist nichts zum Auswendiglernen, sondern Empathie definiert, sich emotional in andere hineinversetzen zu können.
Was also, muss man sich fragen, ist mit unserer Gesellschaft passiert, dass laut Bundeskriminalamt (BKA) im Jahr 2020 53% mehr Delikte von sexuellen Kontakten gegenüber Kindern und Jugendlichen im Internet begangen worden sind? Wieso ist die Bereitschaft zum Sexismus immer größer, wieso werden immer häufiger Sexualdelikte explizit gegen das weibliche Geschlecht begangen? Wieso müssen Frauen Angst haben, ausgeraubt zu werden – inzwischen nicht mehr nur nachts, sondern inzwischen auch tagsüber? Kann es sein, dass unsere Gesellschaft verroht? Wenn ja: wo kommt das her? Könnte man das Internet und Apps dafür verantwortlich machen?

Finden wir es gemeinsam heraus.

 

Mit Einzug des Internets zu Beginn der 1990er Jahre hieß es von diversen Wissenschaftlern und diversen Psychologen, das Internet werde der gesellschaftlichen Entwicklung gut tun, weil dadurch die sozial schwachen Menschen auch zu Wort kommen werden. Folglich wurden immer mehr Enzyklopädien und Millionen andere Werke digitalisiert und zunächst kostenpflichtig angeboten. Nach und nach hatten auch einige Käufer die Jagd nach virtueller Anerkennung für sich entdeckt und gekaufte Werke entweder günstiger oder kostenlos angeboten – das Urheberrechtsgesetz und die Europäische Datenschutzgrundverordnung waren zu dieser Zeit noch gar nicht geboren.

Staatlich geförderte Schulen, an denen man nach der Arbeit Lehrgänge und reguläre Schulabschlüsse in Abendform nachholen kann, also auf dem Zweiten Bildungsweg, gibt es in Deutschland seit den 1960er Jahren. Mit dem Internet haben auch sogenannte Applikationen (kurz: Apps) Einzug erhalten, sie sind gute und günstige Nachschlagewerke. Allerdings wurden in Internetforen Lehrmaterialien, die einmal für teures Geld gekauft worden waren, zum Zwecke der Rechthaberei in Internetforen verteilt wie Visitenkarten – eine zweifache Ohrfeige für den Urheber.

Die Einführung der zu Webseiten gehörenden Gästebücher und die Internetforen haben der Kommunikation nicht gutgetan. Zwar hat es auch Chatforen mit sozialen Themen, die irgendwann oder auch regelmäßig Chatter-Treffen veranstaltet haben. Die meisten Internetforen allerdings sind Fachthemen gewidmet, von Auto & Motorrad, über Familie & Kindeserziehung bis hin zu Geld, Finanzen und staatliche Leistungen.
In jedem Internetforum hat es Grundregeln gegeben: dass man zum Beispiel die Netiquette einhalten soll, und nicht Spam betreiben, auch keinen Satzzeichenspam, und einige andere Regeln. Nur sind die oft nicht eingehalten worden bzw. es ist von User zu User anders entschieden worden. Das Niveau, das man ab den 1990er Jahren im Fernsehen in Talk-Shows zu sehen bekam, holte schnell auch in Internetforen auf. Außerdem sind viele Internetforen schnell in die Wirtschaftlichkeit abgedriftet.
Weil man irgendwann für eine gute Forensoftware kein Geld mehr ausgeben musste, und auch der Support irgendwann kostenlos angeboten worden ist, haben viele Internetnutzer irgendwann gedacht, es sei doch so einfach, ein Internetforum aufzuziehen. Dabei hatten viele überhaupt kein Backgroundwissen, und haben sich auch überhaupt keine Gedanken gemacht. Nach und nach wollten viele auch mal “Chef“ sein (Administrator und Moderator). Es zählten nur noch die Anzahl der Beiträge und die Anzahl der gelisteten Nutzer – also Quantität vor Qualität. Dass auch programmierte Roboter Accounts erstellt haben, war vielen Administratoren egal.

Es dauerte auch nicht lange, bis die ersten Administratoren glaubten, sie könnten von ihrem virtuellen Status profilieren und Kontakte zur eigenen Befriedigung finden: man hat sich wochenlang, teilweise monatelang, geschrieben, um möglichst viel über die Schreibpartnerin oder den Schreibpartner zu erfahren. Irgendwann wurde bei manchen Usern eine Struktur gefunden – für Menschen mit weniger Empathie sind Schlüsselwörter oder auch Algorithmen ein Spielzeug, um “durch die Hintertür“ Informationen wie Bankverbindung, persönliche Verhältnisse, sexuelle Vorlieben, und andere Angelegenheiten, zu erfragen, ohne dass die jemals wussten, dass sie ihrem Gegenüber alles beantwortet haben, was sie/er lesen wollte. Und spätestens beim realen Treffen hat die-, oder derjenige dann sein wahres Gesicht gezeigt.
Es waren ja nicht nur Administratoren und Moderatoren, sondern auch Internetnutzer, die sich alles Brauchbare in privaten Nachrichten haben zukommen lassen.

Die Sozialen Netzwerke, von denen die meisten ihren Serverstandort im nicht-europäischen Ausland stehen haben, haben die Situation eher verschlechtert. Eine Mitteilung, die man soeben online gestellt hat, ist bekanntlich binnen Sekunden in aller Welt abrufbar – ob der Inhalt in einem anderen Land nun strafbar ist oder nicht, steht auf einem ganz anderen Blatt. Während in den USA ein »Fuck you!« zur freien Meinungsäußerung zählt, ist ein »F**k dich!« in Deutschland eine Straftat, nämlich eine Beleidigung gemäß § 185, Strafgesetzbuch (StGB), allerdings nur, wenn der Empfänger sich beleidigt fühlt und Strafantrag stellt.
Entscheidend für die Rechtslage ist aber nicht der Ort, an dem man im Internet surft, und nicht der Wohnanschrift, sondern der Ort, an dem das Rechenzentrum steht, in dessen Server sich befindet. Man kann also als Administrator in Deutschland eine Webseite mieten, die mit .de endet und genießt das Recht des Serverstandortes im Ausland.

Die rechtlichen Differenzen der Länder sind enorm. So ist zum Beispiel in einigen Ländern der Erde der Beischlaf zwischen Verwandten (Inzest) legal. In anderen Ländern ist der Beischlaf mit Tieren (Zoophilie) legal. Wir in westlichen und zivilisierten Ländern haben zum Beispiel mindestens einmal im Leben “Du sollst nicht töten“ gelernt. Selbstverständlich werden auch bei uns Morde begangen. Es gibt jedoch Länder dieses Erdballs, in denen das Töten bestimmter religiöser Gruppen oder anderen Menschen gutgeheißen und verherrlicht wird. In manchen Ländern ist es üblich dem Nachwuchs, wenn er nicht hört, eine heftige Abreibung zu verpassen und das dann ins Internet zu stellen. Es sind nicht die emotionsgeladenen Eifersuchtsdramen mit anspucken und anschreien, die wir aus den Talk-Shows kennen – nein, es sind die emotionsgeladenen Eifersuchtsdramen mit anschreien und Machete. Einzelne Körperteile, Verstümmelung von Menschen und Leichen, Körperverletzung, Vergewaltigungen und Tötungen – im Internet gibt es nichts, was es nicht gibt. Die sexualisierte Gewalt gehört auch dazu. Gruppenvergewaltigungen? In vielen Ländern anscheinend normal, jedenfalls sieht man sowas oft.
In fast allen Internetseiten gibt es eine Suchfunktion, in der jedes Kind, welches halbwegs lesen und schreiben kann, auch in Seiten mit rechtswidrigen Inhalten nach einem bestimmten Thema suchen. Beispielsweise, um bei anderen Kindern anzugeben oder weil dazu gezwungen wird, um Pausenbrote oder Kleidung oder Sex zu erpressen.

Als zivilisierter Mensch kommen einem Fragen auf. Nein, nicht nur “Wer sind die Konsumenten?“. Sondern auch “Wer sind die Täter, die die Taten ausführen und ins Netz stellen?“ und “Wer sind die Zeugen und Mitwisser?“ und “Wieso wird das geduldet?“

Bei mindestens zwei unterschiedlichen Meinungen ist es nur nachvollziehbar, dass in Internetforen – wie auch heute noch in Sozialen Netzwerken – zwar Links und URLs zu Rechtswissenschaftenseiten gepostet werden, aber die Aussage verdreht wird.
Zum Beispiel heißt es in vielen Gruppen und Foren, dass Pornokinos und Parkplatztreffs schließlich ihrem Namen gerecht werden, wenn man sprichwörtlich “zum Stich“ kommt. Wer also dorthin geht, habe zu wissen, was einem blüht, und wer das nicht möge, soll wegbleiben. Aha, andere möchten auch “zum Stich“ kommen. Zwar gibt es auch Menschen, die anders gestrickt sind, aber die sexuelle Selbstbestimmung gilt für alle Menschen, und die Gesetze gelten überall – drinnen wie draußen.
Oder, dass der kondomfreie Sex ein Selbstbestimmungsrecht sei. Na klar! Gilt dann aber für alle!
Ebenso ist die Aussage Blödsinn, dass man mit Bezahlen des Eintritts ein Recht auf Sex habe – dies haben tatsächlich schon einige behauptet und durchzusetzen versucht. Zunächst einmal ist diese Aussage grotesk, weil der Eintrittspreis in keinem Verhältnis zu einem Bordell ist. Und zum anderen gilt auch hier die sexuelle Selbstbestimmung. Deshalb ist niemand verpflichtet, mit einer anderen Person sexuelle Handlungen vollziehen zu müssen.
Auch das Wifesharing ist ein Trend, den immer mehr Erwachsene praktizieren. Dabei geht es um das beiderseitig gewollte “Leihen“ und “Verleihen“ einer Partnerin oder eines Partners – wie das Carsharing: man leiht sich das Auto einer anderen Person – und um den Part einer Dreierkonstellation, den es sexuell erregt, wenn die Partnerin Sex mit jemand anderem vollzieht. Dieser Part wird in der maskulinen Form “Cuckold“ genannt und in der femininen Form “Cuckquean“. Oft wird dabei lapidar gefragt »Bist du Cucki?« Es gibt aber nicht nur Schwarz und nicht nur Weiß. Sondern es gibt drei Arten von Cuckold oder Cuckquean, und es gibt auch noch den Herrn einer Cuckqueen, den Wifesharer, dann gibt es die Herrin eines Cuckold, die hot-wife, und es gibt den Wifesharingmaster, Was das alles zu bedeuten hat, werde ich hier nicht erläutern, weil das eine Anleitung wäre. Eben bei solchen Spielereien ist der Grat zwischen Legalität und Illegalität sehr schmal, und es hat schon echte Kriminalfälle gegeben, bei denen mindestens ein Mann davon ausging, dass (s)eine Anvertraute Freiwild sei, weil doch abgesprochen war, dass er das Sagen habe und mit ihr machen könne und machen lassen könne, was er will.
Sogenannte “Sklavenverträge“, die man – auch blanko – aus dem Internet laden (downloaden) kann, sind gegen die guten Sitten und deshalb nicht nur wertlos, sondern strafbar. Selbst ein Tattoo oder ein Branding wäre kein Beweis für Besitz oder Eigentum, wie man dies in Cowboyfilmen sieht. Es gibt wohl das mündliche Eheversprechen bei einer Verlobung, so kommt ein mündlicher Vertrag zustande und dieser kann ebenso mündlich wieder gelöst werden. Ein Branding oder ein Tattoo sind sicher ein schöner Liebesbeweis, aber kein Vertragsgegenstand. Und für einseitig gewollte Versklavung sowieso nicht, denn die ist seit Jahrzehnten in Deutschland abgeschafft und verboten, und das ist auch gut so.
Selbst eine Domina hat nicht alle Rechte inne, auch ihre Kunden sind kein Freiwild.

Im Jahr 2012 haben wir in den Nachrichten und in nachfolgenden Reportagen vom sogenannten “Arabischer Frühling“ in Ägypten erfahren, nachdem das Regime gestürzt worden war, dass massenweise Frauen auf offener Straße von Männerhorden sexuell belästigt und teilweise vergewaltigt worden waren. Wie man in diversen Internetseiten sieht, in denen unter anderem Menschen enthauptet werden, hat sich an dieser Situation wenig geändert. Frauen werden noch immer öffentlich belästigt, etwa mit Zurufen wie »Deine Vagina gehört uns allen!«. Die (Gruppen-)Vergewaltigungen werden meist in gesonderten Räumen in Hinterhöfen vollzogen.
Der Kinofilm “Kairo 678“ erzählt die Geschichte von drei jungen, ägyptischen Frauen, die unabhängig voneinander vergewaltigt worden sind. Die mental stärkste der drei startet danach einen Fernsehaufruf, in dem sie an alle ägyptischen Frauen appelliert, sich zu wehren. Auf diese Weise treffen die drei Frauen aufeinander.

Seit einigen Jahren hört und liest man in Nachrichten, dass in Indien Frauen und Mädchen öffentlich belästigt und angeprangert werden. Laut Statistik wird in Indien immer noch alle 20 Minuten eine Frau oder ein Mädchen sexuell belästigt oder vergewaltigt.
In genannten Internetseiten ist zum Beispiel zu sehen, wie Mädchen und Frauen zum Beispiel öffentlich gesteinigt, sexuell belästigt und nackt durch ein Dorf getrieben werden.

An Silvester 2015 wurden in Köln, in Stuttgart und in anderen deutschen Städten Pyrotechnik auf Polizeibeamte und Zivilpersonen abgefeuert. Zudem wurden bundesweit hunderte Jugendliche und Frauen jeweils von mehreren Männern mit südländischem Aussehen sexuell belästigt, manche sogar in Begleitung von Männern.
In Köln spielte sich das schlimmste Szenario ab. Pyrotechnik sogar im Kölner Hauptbahnhof. Eine Frau weinte Tage später vor laufender Kamera, man habe ihr in Begleitung eines guten Freundes auf einer Rolltreppe im Vorbeigehen in den Schritt gefasst. Noch Wochen später konnten Medien nur vermuten, ob überhaupt alle sexualisierten Straftaten dieser Nacht erfasst werden konnten, weil man die Opfer nicht zwingen kann, Strafanzeige zu erstatten. Von Männern umringt und von mehreren Händen begrapscht zu werden, ohne dass man hätte den Täter ausfindig zu machen, ist für einige Frauen ein einschneidendes Erlebnis gewesen. Manche waren noch Wochen später arbeitsunfähig.

 

In vielen Ländern mit hoher Armut und mangelnder Bildung gibt es oft nur einen Dorfältesten und einen Dorfpolizisten mit einem- oder zwei Helfern. Eine andere Polizeistation ist meist 50 Kilometer oder noch weiter entfernt, demnach herrscht im Dorf das Gesetz des Ältesten und das des Dorfpolizisten. Ob in den Favelas in Brasilien, wo Gewalt und Drogen an der Tagesordnung sind (manche Dörfer verzeichnen 90 Prozent Mordrate), ob in Dörfern in Südafrika, wo Nähe Johannesburg mehr als 90 Prozent aller Mädchen und Frauen schon einmal sexuell belästigt oder vergewaltigt worden sind. Wo Kinder entweder stundenlang zu Fuß zur Schule und zurück auf sich nehmen oder aus Armut erst gar nicht zur Schule können. Oder ob in irgendwelchen Slums, irgendwo auf der Welt: es ist nicht unüblich, dass Mädchen und Frauen den Freitod wählen und sich dabei filmen, um dies ins Internet zu stellen. Manche erhängen sich, manche nehmen einen Mix aus Alkohol und Tabletten ein, manche übergießen sich mit Benzin und zünden sich an.

Selbstverständlich wird auch in westlichen und zivilisierten Ländern geliebt und gemordet. Auch bei uns in Deutschland werden Femizide begangen, also Tötungen von Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts. Und nicht nur das: im Jahr 2020 wurden in Kanada mehr als 800 skelettierte Kinderleichen aus indigenen Völkern gefunden. Die Kinder wurden ein zur Zwangsassimilation gezwungen – bedeutet: sie sollten trotz ihrer Ahnen aus Naturvölkern mit samt ihrem Denken und Handeln in die katholische Kirche mit einbezogen werden. Und dafür wurden sie in jeglicher Hinsicht missbraucht: menschlich, körperlich und sexuell.
Und im Jahr 2020 wurde bekannt, dass in Deutschland und in Frankreich mehrere zehntausend Kinder innerhalb der katholischen Kirche und tausende innerhalb der evangelischen Kirche missbraucht worden sind.
Missbrauch findet, wie wir alle wissen, nicht nur auf sexueller Ebene statt, sondern auch durch körperliche Züchtigung, man kann auch psychisch und geistig jemanden beeinflussen und so am Leben oder gar in der Entwicklung hindern.

Wenn doch das Internet der alleinige Verursacher dieser ganzen Misere haben soll, wie sind dann Täter vorgegangen, deren Taten – nicht die Täter selbst! – Kriminalgeschichte geschrieben haben? Beispielsweise Fritz Haarmann (“Der Kannibale“), Peter Kürten (“Der Vampir von Düsseldorf“), Erwin Hagedorn, Frank Schmöhel (war im Jahr 2001 der meistgesuchte Verbrecher Deutschlands, im gelang 7 mal die Flucht aus dem Maßregelvollzug) und Frank Gust (er war verheiratet und Vater zweier Kinder, suchte sich Prostituierte als Opfer aus, weidete sie aus und legte sich teilweise in den Torso). All die Genannten hatten ihre Taten nicht im Internet vorbereitet oder ausgeführt. Wie viele Prostituierte mussten in deutscher Kriminalgeschichte ohne Internet ihr Leben lassen?
Die Industrialisierung und die Globalisierung haben sicher Vorteile. Sie bringen uns die Welt nicht mehr nur ins heimische Wohnzimmer, sondern inzwischen an fast jeden Ort, an dem wir uns gerade befinden. Außerdem kann man Menschen an (fast) jedem erdenklichen Ort der Welt erreichen.
Allerdings hat die Globalisierung auch Nachteile. Wo man früher eine abgeknipste Filmrolle zum Fotografen brachte (wenn man nicht selber mittels Chemie entwickeln konnte) und der alle Bilder händisch sichten und ggf. melden musste, ist es Dank der Smartphones, die im Jahr 2014 auf den Markt kamen, kein Problem mehr, binnen Minuten dutzende Bilder und Videos herzustellen und direkt online zu (ver-)teilen.
Es gibt noch immer hunderte Regionen auf der Welt, in denen Internet (noch) nicht verfügbar ist. Für Menschen aus der Nachbarregion mit Internetzugang ein lohnendes Geschäft: man streamt und downloadet mittels Online-Guthaben Pornos und verkauft die an Menschen ohne Internet.
Überhaupt hat die Digitalisierung vieles verändert. Selbst die Erotikbranche, ein weltweit lohnender Markt, musste auf Billigangebote wie Flatrate-Sex und kostenlose Porno-Tubes reagieren. Nicht nur, dass Prostituierte zusätzlich auch vor der Webcam ihre Dienste anbieten, sondern die Angebotspalette im Internet ist weitaus größer. Und die künstliche Intelligenz (K.I.) hat dazu beigetragen, dass man sich in den vielen Tubes, in denen dutzende Pornoseiten gelistet sind, unter hunderten Suchbegriffen/Algorithmen das raussuchen kann, was man sehen möchte, sodass Menschen mit Neigungen Mitmenschen wie ein Fleischbasar vorkommen dürften. In der realen Welt hat dies für die Erotikindustrie den Nachteil, dass die Angebote von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern fast nur noch in Abkürzungen angegeben werden, und für Frauen hat die Digitalisierung den Nachteil, dass sie häufiger angepöbelt, beleidigt und bloßgestellt werden – ausgegangen vom Sexismus, weil sie nicht wie erwartet auf das Anbaggern reagiert hat (oder weil sie einfach nur ist, wie sie ist).
Wir müssten also im 21. Jahrhundert davon ausgehen können, dass derartige Straftaten online entweder gar nicht mehr möglich sind oder schneller geahndet werden. Es gibt das Netzwerkdurchsuchungsgesetz, aber die Betreiber von Sozialen Netzwerken haben ihren Serverstandort woanders (siehe oben). Man hat die Möglichkeit, Straftaten auf verschiedenste Weise zu melden, Es gibt außerdem Soziale Organisationen, die sich im Kampf gegen den Missbrauch inzwischen etabliert haben.

Die Netzanonymität beibehalten? Auch im 21. Jahrhundert ist es noch immer möglich, Chaträume zu programmieren, für die man keine Registrierung benötigt. Folglich werden dort sexuelle Fetische aller Art geteilt und phantasiert, man kann miteinander auch flüstern. Man muss lediglich einen gewünschten Nicknamen angeben und kann sich mit Usern aller Welt austauschen. Die Palette der Fetische und Paraphilien scheint offen: von Zoophilie über Gerontophilie (Altersunterschiede) und Inzest bis hin zu sogenannter “Kinderpornographie“. Da werden auch Nudistenbilder von FKK-Urlauben, Bilder von Familienausflügen und Kindergeburtstage für sexuelle Fetische missbraucht. Man könnte annehmen, dass es für Menschen mit pädophiler Veranlagung etwa Sexpuppen gäbe, die aussehen wie kleinwüchsige Menschen (selbst das wäre bereits diskriminierend). Aber dem ist leider nicht so: man spricht explizit von Kindersexpuppen.
Bei uns in Deutschland sind Herstellung (auch das Beschaffen), Besitz und Verbreiten sogenannter “Kinderpornographie“ ein Straftatbestand nach § 184 im Strafgesetzbuch (StGB). Es ist auch gut so, dass diese Straftat seit 1. Mai 2021 ein Verbrechen ist, also nicht unter 12 Monaten Gefängnis bestraft wird.

Auch Erwachsene werden in Sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und WhatsApp sexuell angebahnt. Nicht nur für Sexdienstleistungen mit realem Kontakt, sondern für eine Betrugsmasche. Beim sogenannten “Sextortion“, verdienen Täterinnen und Täter damit ihr Geld, indem sie Internetprofile bis in Hobbys und Freundschaftslisten ausspähen, diese Profile hacken und die Personen anzüglich anschreiben, etwa mit “Hey, Schatz…!“, auch “Neue Datingseite…!“ oder auch “Suche Sex!“. Sinn und Zweck des Ganzen ist, via Algorithmen die persönlichen Schwachpunkte auszuspionieren, damit die vor laufender Kamera sexuelle Handlungen an sich vornehmen. Diese Handlungen werden aufgezeichnet, um von ihnen Geld zu erpressen.
Meist sitzen die Täterinnen und Täter auf den Philippinen. Die örtliche Polizei ist bereits dutzende Male gegen die reiche Betreiberin vorgegangen, doch sie konnte sich immer wieder freikaufen Im deutschen Recht ist Sextortion zunächst eine Form der Erpressung, wenn der Täter Geld von dem Opfer will. Falls sexuelle Handlungen angestrebt sind, liegt Sexuelle Nötigung bzw. Vergewaltigung vor.

Der leider verstorbene Karikaturist Martin Perscheid hat sich einmal mit einem sehr anstößigen Comic über die Digitalisierung und die Vernetzung amüsiert – als Satire auf smart-phone, smart-watch, smart-home… Alles scheint heutzutage “smart“ zu sein. Aber auch clever?
In seinem Comic sitzen zwei Mädchen auf einer Couch, beide haben eine Puppe in der Hand und eines der Mädchen sagt »Meine Hello-Barbie hat gesagt, ich soll mich ausziehen!« Wenn man diese Szene komplett betrachtet, bemerkt man rechts im halb-dunklen Garten einen Mann, der lächelnd sein Smartphone in der Hand hält und zu den Mädchen schaut – es ist also er, der mit seinem Smartphone die Puppe gesteuert hat, ein Angriff auf die heutigen technischen Möglichkeiten. Für erfahrene Hacker ist nämlich alles mit ein paar Zahlendrehern getan. Wobei man noch nicht mal Wissen über das Hacken benötigt. Es gibt genügend Chaträume und andere Möglichkeiten, in denen sexuelle Anbahnung auf “privater Ebene“ stattfinden kann – wie eingangs erwähnt über die Schlüsselreize. Und die auserchorenen Opfer schämen sich, dass sie Opfer einer Betrugsmasche oder in diesem Fall einer verdeckten sexuellen Anbahnung geworden sind. Und viele erkennen deshalb auch nicht, wenn es sich um eine Straftat handelt. Kontaktmöglichkeiten gibt es längst nicht mehr nur in Chaträumen, sondern auch in Browser-Games, in denen man mit gewünschtem Text schreiben kann, und auch über Spielekonsolen, mit denen man sich online vernetzen kann. Viele Chaträume werden von Moderatoren überwacht. Und dennoch können Moderatoren nicht sehen, was “Backstage“ läuft, sie sind also nicht live im Privat-Chat dabei. Allerdings wird von jeder Webseite während der Erstellung eine Datei für die Log-Files angelegt, darin werden alle Bewegungen dieser Webseite von Anfang an gespeichert.
Auch das sogenannte “Cybergrooming“, also das sexuelle Anbaggern von Kindern und Jugendlichen im Internet steht inzwischen eine Straftat und wird als sexueller Missbrauch im Netz definiert, demnach mit § 176 Strafgesetzbuch (StGB) gleichgesetzt.

Sex steht mit Essen, Trinken und Schlaf gemäß der Bedürfnispyramide, die nach Maslow benannt ist, in der untersten Schublade, weil diese Bedürfnisse einfach zu befriedigen sind, auch alleine. Für die anderen Bedürfnisse benötigt man mehr als Hilfe. Fast alle Menschen entwickeln während ihres Heranwachsens das Bedürfnis nach Sex. Also nichts, womit man angeben könnte oder müsste. Und dennoch versuchen sich manche darüber zu profilieren. Aber wer sind eigentlich die Täter sexueller Gewalt? Oder Täterinnen? Wie alt sind sie, und in welcher Situation leben Sie?

 

Zwei Zitate aus www.main-spitze.de

Im Jahr 2020 registrierte die Polizei in Hessen Verbreitung, Besitz und Herstellung von kinder- und Jugendpornographie insgesamt 1.564 Fälle. Bei 45,6 Prozent handelte es sich um Erwachsene. Die restlichen 54,4 Prozent verteilten sich auf rund 8,0 Prozent Heranwachsende (unter 21 Jahren), 35,7 Prozent Jugendliche (unter 18 Jahren) und 10,6 Prozent Kinder (unter 14 Jahren.

Vielen, aber längst nicht allen Jugendlichen ist die Tragweite ihres Handelns bewusst“, sagt Johannes Bittner, Cybercrime-Berater des Polizeipräsidiums Osthessen. Manchmal führe Leichtsinn, die Gewohnheit alles mittels Smartphone unreflektiert weiterzuleiten oder schlicht Unkenntnis dazu, dass junge Menschen sich strafbar machen. „Es ist wichtig zu wissen, dass bereits der Besitz eines einzigen kinderpornographischen Bildes verboten ist und strafrechtlich verfolgt wird. Dabei ist es erst einmal egal, ob ein solches Bild oder Video gewollt oder ungewollt in den eigenen Besitz gelangt ist.

Die renommierte Kriminalpsychologin Lydia Benecke hat führt seit vielen Jahren Interviews mit Strafgefangenen und hat in ihrem Buch “Sadisten“ die Pädophilie folgendermaßen interpretiert: Im zweiten Kapitel “Sex, Liebe und Mord in New York“ hat sich ein Mann das Vertrauen einer Frau erschlichen, um während ihrer Abwesenheit ihre minderjährige Tochter gefügig zu machen und sie sexuell zu missbrauchen.
Im Abschnitt “Wenn Erwachsene sich zu Minderjährigen hingezogen fühlen… – Pädophilie, Hebephilie, Partenophilie und Ephebophilie“ erwähnt sie den deutschen Psychiater und Neurologen Krafft-Ebing (1840-1902):

Krafft-Ebing nannte die heute als »Pädophilie“ bekannte Neigung »Paedophilia erotica“. Dank seiner Beschreibung wissen wir, dass pädophile Menschen sich 1886 nicht von denen unserer Zeit unterscheiden. Sie empfinden kindliche Körper als sexuell erregend und verlieren ihr sexuelles Interesse an einem Kind, sobald dessen Körper Geschlechtsmerkmale wie Schamhaare und Brüste entwickelt und Penis und Hoden zu wachsen beginnen.
Wenn ein Mensch sich ausschließlich von Kindern sexuell erregt fühlt, wird er »kernpädophil« genannt. Empfindet er auch Erwachsene als erregend, so bezeichnen Wissenschaftler dies heute als »pädophile Nebenströmung«.
Wo die Vorliebe der Pädophilen aufhört, beginnt das sexuelle Interesse von sogenannten Hebephilen. Solche Menschen fühlen sich durch die Körper pubertierender Jugendlichen sexuell erregt. Entscheidend ist nicht das genaue Alter der Jugendlichen, sondern dass sie körperlich erkennbar eher am Anfang als am Ende ihrer Pubertät stehen. Die meisten Hebephilen geben das für sie erregendste Alter im Bereich elf bis fünfzehn Jahre für Mädchen an, für Jungen mit zwölf bis sechzehn Jahre.

Eine weitere Neigung, die kaum jemand kennt, dürfte im Fall Evelyn Nebit besonders interessant sein: die »Partenophilie«, die „“Vorliebe zu Jungfrauen.“ Erwachsene Menschen mit dieser Neigung fühlen sich vor allem sexuell erregt durch pubertierende Mädchen, die bereits geschlechtsreif sind – also körperlich so weit entwickelt, dass sie schwanger werden können. Der deutsche Arzt und Sexualforscher Magnus Hirschfelder führte diesen Begriff 1906 in seinem Buch „“Vom Wesen der Liebe“ ein. Das entsprechende Gegenstück, also die Vorliebe zu pubertierenden, geschlechtsreifen Jungen, nannte Hirschfelder »Ephebophilie« – die Vorliebe zum Jüngling.

Viele Menschen verstehen nicht, dass Evelyns Verhalten nicht so ungewöhnlich ist, wie es erscheint. Denn erstaunlich viele Opfer des sexuellen Missbrauchs brechen danach nicht den Kontakt zum Täter ab. Dies liegt unter anderem daran, dass der Missbrauch nur selten von Fremden begangen wird. Die meisten Täter sind Menschen, zu denen das Opfer vor der Tat bereits eine gefühlsmäßige Bindung hatte. Häufig sind es Familienmitglieder, Eltern, Stiefelternteile, Onkel, Cousins, Geschwister oder Großeltern. Öfter sind es auch Betreuer, Nachbarn, Lehrer oder Freunde der Familie. Minderjährige, die sich besonders nach einer Bindungsperson sehnen, sind gefährdeter als andere, missbraucht zu werden. Oft haben sie Probleme mit den eigenen Eltern, sie werden von diesen gefühlsmäßig vernachlässigt oder vermissen ein Elternteil, das sie verloren haben.
Solche Kinder oder Jugendliche binden sich besonders schnell und stark an einen Erwachsenen, der ihnen die vermisste Zuwendung gibt. Missbraucht dieser Erwachsene sie zur Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse, kommen sie häufig dennoch immer wieder zu ihm und kuscheln sogar mit ihm. Täter legen dieses Verhalten oft zu ihren Gunsten aus. Sie nehmen an, was sie tun, könne dem Opfer nicht wirklich schaden, manche glauben sogar, die sexuellen Handlungen würden dem Kind oder Jugendlichen gefallen. Warum sonst sollte das Opfer immer weiter ihre Nähe suchen?
Diese Täter verstehen – ebenso wenig wie andere Menschen – nicht, dass ihr Opfer gefühlsmäßig von ihnen abhängig ist.

Ein Beispiel für Pädophilie und für Hebephilie sind sogenannte “Loverboys“. Das sind selbst junge Männer, meist zwischen 18 und 26 Jahren alt. Sie geben ihren minderjährigen Opfern – teilweise Kinder unter 14 Jahren – alles, um es ihnen dann zu entziehen, zum Beispiel Liebesentzug – auf diese Weise machen sie ihre Opfer gefügig, um sie in jeglicher Form auszunutzen und um sie zu prostituieren. Bis ihre Opfer erst bemerkt haben, dass sie ausgenutzt werden, ist es “zu spät“, denn sie schämen sich und trauen sich nicht, sich jemandem anzuvertrauen. Der einzige Mensch, der für sie dann noch existiert, ist ihr “Partner“ (Zuhälter). Und um dies zu erreichen, umgarnen manche Loverboys auch die Eltern ihrer auserchorenen Opfer. Loverboys sind also Menschen mit psychopathischer Veranlagung. Viele haben während ihrer Kindheit selbst Verachtung und evtl. auch Missbrauch erlebt, sie wissen also, wo bei ihren Opfern der Schuh drückt.

Jeder Mensch durchläuft in seinem Leben in der Regel mehrere Entwicklungsstadien: vom Säugling, über das Kleinkind, über das Kind, Jugend und Heranwachsender. Alle Entwicklungsphasen finden nicht nur auf körperlicher Basis statt, sondern wir alle haben uns im Laufe des Lebens immer mal wieder charakterlich verändert.
Man stelle sich das Leben als ein Haus vor: man beginnt schließlich nicht mit dem Dach, sondern mit dem Fundament, welche unsere Entwicklungsphasen bilden. Bei einem Haus geht alles schneller, wenn das Fundament erst mal steht, und beim Fundament werden verschiedene Materialien verwendet, um es zum Beispiel stabil zu bauen. Auch unsere ersten Entwicklungsstadien ziehen schnell dahin, und auch wir nehmen während dieser Zeit mehr äußere Reize wahr, weshalb wir manchmal einen Moment lang überfordert sind.
Wie auch unterschiedlich gebaut wird, so hat jeder Mensch seine eigenen Erfahrungen gemacht. Wenn man nun bereits beim Fundament Fehler macht, wird es später hinaus umso schwieriger, diese zu korrigieren. Noch etwas deutlicher geht es mit einem Vogelhäuschen, das auf einer Stange befestigt ist: je instabiler das Darunter… Und je früher man als Mensch Empathie, also das Mit-Anderen-Mitfühlen anstatt für eigene Zwecke, beigebracht bekommt, desto besser im Umgang mit Menschen und desto besser für die eigene Entwicklung. “Es ist nie zu spät“, um zum Beispiel einen Schulabschluss nachzuholen. Im Alter von 21 Jahren gilt man – Ausnahmen bestätigen die Regel – als Mensch als voll ausgereift, ab dann gibt es noch einige Jahre des Erwachsenenseins, und dann geht es mit der Aufnahmefähigkeit wieder bergab, wenn man keine Vorkehrungsmaßnahmen getroffen hat. Und im zunehmenden Alter wird das Erlernen des Mitgefühls für andere aufgrund neuer äußerlicher Reize und aufgrund des Selbstschutzes immer schwieriger.
»Du bist hingefallen? Bist du verheiratet bist, ist alles vorbei«, mit solchen Phrasen ermutigt man Menschen, zum Aufstehen zu ermuntern. Viele Gewalt-, und Sexualtäter sind der Ansicht, dass man das nun für immer weiß, nachdem man hingefallen ist. Dass sich der nächste Sturz oder etwas anderes ganz anders anfühlen kann, unabhängig vom Schmerz, sondern gemessen an dem, was passiert ist, begreifen viele Gewalt-, und Sexualtäter nicht, weil es hier nicht um logischen Sachverstand geht, sondern um emotionalen Verstand, also Empathie. Sie haben sich selbst aufgrund fehlender Empathie im Laufe ihres Lebens beigebracht, sich ausschließlich das zu konzentrieren, was man beherrscht. Man trifft unter ihnen auch Menschen mit jede Menge Fachwissen. Ebenso versuchen sie ihre Mitmenschen auswendig zu lernen, und sie halten andere für dumm, die über weniger logischen Sachverstand verfügen.
Auch ihren Opfern muten Sie zu “Bist du verheiratet bist, ist alles vorbei.“ zu. Und sie reden sich wegen fehlender Empathie ein »Die hat`s doch gewollt.« Selbstverständlich kann ein Kind mit dem Kopf zustimmend nicken oder verneinen – ein Kind kann auch in die Hände klatschen. Fast jeder Mensch hat im Kleinkindalter (bis 3 Jahre) mindestens einmal verneint, wenn die Eltern angekündigt haben, dass man gleich schlafen gehe. Und, war dieses “Nein!“ ernst gemeint? Natürlich nicht. Aber Menschen mit mangelnder Empathie bevormunden auch Kleinkinder »So lernt man früh genug, dass man sich an sein Wort halten muss.« Etliche Männer behaupten dies auch von Frauen, wie eine RTL-Reportage im Jahr 2020 gezeigt hat.Auch sie haben es eben nicht anders gelernt. Leider behaupten diverse Medien, dass Frauen Vergewaltigungsphantasien hätten – sie meinen damit, dass Frauen selbstbewusste Männer bevorzugen.

Es gibt selbst Jugendliche, und sogar Kinder, die in ihrer geistigen – und psychischen Entwicklung derart gestört worden sind, dass sie außer Hass beinahe nichts anderes kennen. Menschen, die derart in ihrer Entwicklung gestört worden sind, kennen nichts anderes. Zwar wünschen sie sich, dass das Negative (Missbrauch etc.) aufhört, aber sie wissen nicht, wie sie dorthin kommen, weil es ihnen niemand gezeigt hat. Wer mit nur einer Sprache aufgewachsen ist, von dem ist nicht zu erwarten, dass sie oder er plötzlich eine Fremdsprache spricht. Man kann diesen Menschen auch keinen Vorwurf dafür machen, dass sie “anders“ sind, Außenseiter, weil ihnen niemand Selbstbewusstsein und niemand Empathie beigebracht hat.
Menschen, die während früher Entwicklungsstadien wenig Empathie erfahren haben, sind eigentlich dafür prädestiniert, um selbst Straftaten gegen die Menschlichkeit zu begehen – man darf aber niemals pauschalisieren, denn jeder Kriminalfall ist individuell, weil jeder Mensch ein Individuum ist.

Menschen mit Veranlagung zur Psychopathie, die zum Beispiel nie wirklich Empathie erfahren haben, haben dafür aber gelernt, ihre Mitmenschen mittels Schlüsselreize/Algorithmen auswendig zu lernen – selbstverständlich ist auch jeder weibliche/männliche Psychopath individuell. Manche Menschen mit psychopathischer Veranlagung verfügen ausschließlich über haptische Lerneigenschaften, also Lernen durch Anfassen und Ausprobieren – solche Menschen wissen erst, dass sie einen Fehler begangen haben, wenn man ihnen sagt, dass es einer war. Andere probieren möglichst viel aus, und es gibt vor allem psychopathisch veranlagte Menschen, die einen Posten in der Führungsetage eines Unternehmens ausüben. Im Grunde haben alle Menschen jeglichen Geschlechts mit Hang zur Psychopathie etwas gemeinsam: sie probieren nicht nur aus, sie stellen ihre Mitmenschen stets vor neue Bewährungs-, und Belastungsproben, nach dem Motto “Bist du zu schwach? Das tut mir aber leid.“ Sie möchten sich profilieren, indem sie ihren Mitmenschen die Grenzen aufzeigen und sich selbst gut dastehen lassen, damit sie bewundert werden. Und vor allem sind sie schlechte Verlierer, sie besinnen auf Rache, auch dann, wenn jemand verdientermaßen besser dasteht. Viele Psychopathen geben sich als ehrenamtliche Helfer aus, um als “sozial“ angesehen zu werden, unternehmen aber nichts, was nicht dem eigenen Zweck dienen könnte.
Eben jene Charaktereigenschaften findet man bei vielen Sexual-, und Gewalttätern, also auch bei vielen Menschen mit pädophiler Neigung, und selbstverständlich auch bei vielen Loverboys. Viele Gewalt-, und Sexualtäter sind von chronisch-mangelndem Selbstbewusstsein oder von chronischer Erfolgslosigkeit geplagt.
Menschen mit Hang zur Soziopathie ist es völlig egal, was ihre Opfer empfinden. Sie ziehen ihr Ding durch. Der oben genannte, frühere Serienmörder Frank Gust hatte übrigens seine Opfer mehrere hundert Kilometer von seinem Wohnort ausgesucht, weil er, wie er einmal sagte, keinen Verdacht auf seine Familie lenken wollte. Zudem hatte er seine Opfer im Strichmilieu aufgesucht, also Prostituierte, womit er hatte zum Ausdruck bringen wollen, dass sie, also die Opfer, sowieso niemand vermissen werde.

Manche ehemaligen Betroffenen (ich persönlich mag dieses Wort nicht, weil es diese Menschen immer aufs Neue diffamiert) sind für den Rest ihres Lebens geschändet.
Man höre sich nur bei Menschen um, die einmal einen Krieg überlebt haben: manche erschrecken beim Heulen der Sirenen nach Jahrzehnten immer noch. Ja, manche sind direkt am 8. Mai 1945 aufgestanden und haben sich irgend eine Beschäftigung gesucht, aber manche haben ihre Erfahrungen ab Kriegsende mit ins Grab genommen. Einfach weitermachen – das war kein gesundes Verarbeiten, das war ein Verdrängen.
Gewalt im nächsten Umfeld zu erfahren, ist nochmal was ganz anderes, man hat sich schließlich jemandem anvertraut und wurde enttäuscht – jammern und anzeigen steht vielen Betroffenen nicht im Sinn, immerhin kennen die Täter auch die Schwächen, also könnte sich eine Anzeige zum Nachteil auswirken.

Sollen wir als Erwachsene/Eltern/Familien/Gesellschaft nun etwa Mitleid für Gewalt- und Sexualtäter empfinden?
Keineswegs! Auch sind sich viele Profiler, Psychologen und Juristen einig, dass jemand, der einem Menschen etwas Grausames angetan hat, was diesen Menschen in dessen Leben beeinträchtigt, zur Rechenschaft gezogen werden muss. Und selbst erfahrener Ermittler ringen nach Vernehmungen um Fassung und tauschen sich untereinander aus. Wer aber – wie eingangs erläutert – einen Kriminalfall verstehen möchte, darf nicht pauschalisieren und benötigt entsprechendes Fachwissen.

Was können wir als Erwachsene/Eltern/Familien/Gesellschaft als Präventionsmaßnahmen tun, um anderen zu helfen?
Hundertprozentigen Schutz gibt es nur in der Theorie. Der Schutz von schutzbedürftigen Menschen, das sind unter anderem Seniorinnen und Senioren, Menschen mit psychischer-, und geistiger Beeinträchtigung, und vor allem Kinder, geht uns alle an. Viele Gewalt- und Sexualtäter suchen sich Menschen mit Beeinträchtigung aus, weil sie so leichteres Spiel haben. Sowas geht auch als Mitwisser an die Substanz.
Zunächst dürfen wir niemals pauschalisieren – weder bei den Tätern noch bei den Opfern, sondern ruhig und sachlich auf den Einzelfall eingehen – für Selbstdarstellung ist kein Platz. Wir als Gesellschaft haben Handlungsmöglichkeiten, nämlich die Jedermannsrechte, um akute Gefahren gesetzeskonform abzuwenden. Für die Strafverfolgung und für die Verurteilung sind entsprechende Behörden zuständig, und nicht die Gesellschaft. Wenn man wieder (…) ein Kriminalfall mit körperlicher-, und sexueller Gewalt durch die Medien geht, findet man im Internet viele Meinungen, aber kaum Wissen, denn die meisten kennen weder den Fall noch den Täter noch das Opfer. Deshalb können diese Meinungen nichts anderes sein als Vorstellungen. Außerdem sollte man Bilder mit Personen bis 14 Jahren aus dem Internet fernhalten oder diese nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich machen – ab dem vollendeten 14. Lebensjahr ist man nach dem Gesetz zwar noch minderjährig, jedoch kein Kind mehr und somit strafmündig.
Des Weiteren darf man keinen Druck ausüben, wenn man weiß, dass das Kind (Einzahl wie Mehrzahl) mit jemandem chattet und dabei Veränderungen feststellbar sind. Offene Fragen (“Bist du…?“, “Hast du…?“, “Möchtest du…?“) sind immer hilfreich, man zeigt so, dass man auch noch da ist, und zwar näher als er eventuelle Täter. Und wenn man offene Fragen stellt, dann bitte auch zuhören und ausreden lassen, ggf. etwas wiederholen, Verständnis zeigen. In der Linkliste “Kriminalprävention & Selbsthilfe“ meiner Webseite findet man links zu Internetseiten von Betroffenenberatungsstellen und dort auch deren Telefonnummern.

Und die Medien möchte ich zu mehr Nachhaltigkeit aufrufen. Trifft man beispielsweise eine Bekannte mit ihrer Tochter im Kleinkindalter, erzählt weiteren Bekannten „Vorhin habe ich unsere Bekannte mit ihrer 11-jährige Tochter gesehen.“ Das Wort „ihre“ steht aber nicht für „Frau“, sondern für Tochter. Ein 11-jähriges Mädchen ist ein Mädchen – und keine Frau.
Warum ich darum bitte? Manche pädophile Menschen werten Kinder aus Mangel an Empathie und Mangel an Respekt als „Kinderf****n“ ab. Andere Pädophile reden sich die Unwahrheit mit „Kindfrauen“ schön. Warum das so ist, habe ich oben erläutert.

Als Täter wird man nicht geboren, sondern zum Täter wird man gemacht. Und als Opfer wird man nicht geboren, zum Opfer wird man gemacht.

Bitte unterzeichnet und teilt die Petition zum Schutz von Frauen und Kiindern durch Einschränkung pornographischer Inhalte im Internet. Herzlichen Dank!Leseempfehlungen:

Zunächst meinen Beitrag „ApraNet, Internet, DarkNet…, und dann?“, den ich im Januar 2019 veröffentlicht habe.

Rezensionen von Büchern über Kriminalistik und über das Profiling
Ägypten: »Deine Vagina gehört allen!
Vergewaltigungen in Indien – Wikipedia
Cybergrooming ist eine Straftat – SCHAU HIN

Kampf gegen Kindesmissbrauch hat oberste Priorität
Bundeskriminalamt: Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexuelle Übergriffe (Kriminalstatistik 2019)
Bundeskriminalamt; Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexuelle Übergriffe (Kriminalstatistik 2020)
Bundeskriminalamt: Vorstellung der kindlichen Gewaltopfer (2021)
Bundeskriminalamt: Abteilung Cybercrime
Bundeskriminalamt: Partnerschaftsgewalt – Kriminalistische Auswertung

Filmempfehlungen (zum Streamen verlinkt):

Der Totmacher (1995)
Schimanski – Loverboy (2013)
Loverboy (2017)
Das Mädchen am Ende der Straße (1976, mit Jodie Foster)
Angeklagt (1988, mit Jodie Foster)
Lolita (1998)
I´m not a fucking princess (2011)
Kairo 678 (2012)
No Child Of Mine (1997) (nicht für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet)
Der freie Wille (2006) (2006) (nicht für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet)

Dokumentationen:

Tatort: Dark Web – Handesware Kinderporno
Tatort: Dark Web – Sex und Erpressung
die story: Polizisten gegen pädophile Täter

Zum Schluss noch zwei verlinkte Dokumentarfilme über zwei Sexual-, und Serienmörder, die ich beide in diesem Beitrag genannt habe. Die Täter erzählen jeweils selbst, was sie zu den Taten bewegt hat (nicht für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet!):

Die großen Kriminalfälle: Frank Schmökel – Der Mörder am Gartenzaun
Frank Gust – Der Rhein-Ruhr-Ripper 1v4

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