Wie viel Macht steht einem König zu?

In den Stadien mit teilweise 100.000 Besuchern feuern Besucher die Gladiatoren an. Muss einer sterben, werden Daumen nach unten gezeigt. So war es im alten Rom, vor und 3.000 Jahren. Etlichen Verfilmungen sei Dank, dass wir davon heute wissen.
Viel verändert hat sich heutzutage allerdings nicht. Okay, die Stadien fassen aus Sicherheitsgründen nicht mehr 100.000 Zuschauer. Spielt beim Fußball ein Gegenspieler den Ball absichtlich oder absichtlich mit der Schulter oder mit dem Arm, zeigen dies die Fans lautstark und mit körperlichen Gesten. Wird ein Spieler der eigenen Mannschaft gefoult, fordern die eigenen Fans eine Handlung des Schiedsrichters und pfeifen den gegnerischen Spieler aus.
Im alten Rom gab es keine Accessoires wie Schlüsselanhänger, Trikots und Bettwäsche. Fußball ist seit der Wiedereinführung als Arbeitersport in den 1950er Jahren stetig zum Markenprodukt geworden, wobei die meisten Vereine zwischen den Jahren 1903 und 1910 gründet worden sind. Zunächst sind im Fernsehen nur Zusammenfassungen gesendet worden, später auch Live-Übertragungen.

Heutzutage gibt es zu allen Merchandising-Artikeln auch noch Spielwetten. Die meisten Fußballfans sind männlich. So mancher Mann gibt für Karten, Merchandising und Spielwetten jeden Monat mehrere hundert Euro aus, was nicht selten die Familienkasse beeinträchtigt. Hinzu kommt bei manchen auch noch Alkohol-, und/oder Drogenkonsum hinzu. Die Folge davon ist häufig Streit in der Beziehung. Dies wiederum führt in manch anderen Beziehung zu häuslicher Gewalt. Viele Frauen bitten ihre Partnerin oder ihren Partner jahrelang um einen Termin beim Psychologen. – immer wieder gespielte Reue und leere Versprechen. Und nachdem an der Partnerin oder am Partner der Frust ausgelassen wird, folgt die Täter-Opfer-Umkehr.
Unter Fans gibt es Streitereien wegen Rechthaberei, die ebenfalls in körperliche Gewalt ausarten kann. Und dann gibt es noch die Sorte von “Fans“, die bereits während der beiden Halbzeiten die gegnerischen Fans provozieren und sich mit denen für die sogenannte “Dritte Halbzeit“ zu Schlägereien verabreden. – Hooligans nennt man solche Chaoten. Der Fußball trägt dabei keinerlei Schuld – es ist immer das Minderwertigkeitsgefühl, welches nicht behandelt wird. Von Freitag bis Sonntag ist Regionalliga, 2. Bundesliga und 1. Bundesliga. Montag und Dienstag werden die Fußballspiele mit Freunden und Bekannten erörtert. Spätestens am Mittwoch wird schon über das kommende Wochenende gesprochen.
Dann gibt es auch Familien, in denen die Frau oder der Mann und das Kind, oder auch mehrere Kinder, Fußballfans sind, nur die Mutter nicht. Um Streitereien aus dem Weg zu gehen, versucht sich die Mutter mit dem Fußball zu arrangieren, “solidarisch“ sozusagen.
Viele Frauen dulden den Lebenswandel ihrer Partnerin oder ihres Partners, weil sie trotz der vielen Reuebekundungen immer noch an Erfolge glauben – nicht, weil sie dumm sind, sondern weil sie an das Gute im Menschen glauben. Auch die Täterinnen und Täter leben in ihrer Scheinwelt: sie reden sich ein, dass der Lieblingsverein mit dem Geld, das man als Fan investiert, bessere Spieler kauft und damit mehr Spiele gewinnt. In der Realität ist auch ein Fußballverein ein Wirtschaftsunternehmen und hat deshalb mehrere finanzielle Abteilungen.

Wofür das alles? Wer profitiert davon? Der Fußball-Weltverband (FIFA), der europäische Fußballverband (UEFA), der Deutsche Fußballbund (DFB) und die Fußballclubs.
Jede Nationalmannschaft, in unserem Fall der DFB, muss der UEFA im Falle einer Europameisterschaft und der FIFA im Falle einer Weltmeisterschaft Startgebühren zahlen, deshalb lohnt sich die Teilnahme für Deutschland finanziell erst ab Viertelfinale. Auch müssen die Fußballclubs Bundesligalizenzen zahlen, auch für die Teilnahme am DFB-Pokal werden Teilnahmegebühren fällig.
Dazu gibt die FIFA jährlich eine neue Version des Computerspiels heraus, mit immer besserer Grafik, wofür die Spieler heutzutage per Computer gescannt werden, damit der PC-Spieler das Gefühl hat, in die Rolle eines oder mehrerer Fußballspieler schlüpfen zu können.
Für das Fußballspielen ansich bekommen hochkarätige Profis etwa 2 Millionen pro Jahr Mit der medialen Präsenz verdienen manche Fußballprofis des FC Bayern 10 Millionen pro Jahr. Dabei gehen Fußballer nicht etwa acht oder neuneinhalb Stunden jeden Tag arbeiten: alles in allem drei mal zwei Trainingseinheiten pro Woche, dazu etwa Joggen und etwas Kraftsport. Hinzu kommen Öffentlichkeitstermine wie Interviews und Soziale Projekte,
Vielleicht ist es gut, dass so manches Kind den Papa nicht fragt, wie viele Millionen pro Monat er nicht verdient, obwohl er doch mehr arbeitet als mancher Fußball-Profi

Fußball ist der unangefochtene König. Aber kein König ohne Kanzler. Es gibt Hilfsprojekte gegen Sucht, die alle im Internet verfügbar sind. Die Fußballclubs profitieren nicht von Fans, die bei jedem Spiel einen halben Herzinfarkt erleiden und früh sterben. Außerdem sollten sich Fußballclubs Gedanken zur Prävention von häuslicher Gewalt machen , und ihren Fans beibringen, dass andere eben kein Interesse am Fußball haben.

In kriminalistischen Ermittlungen wird die alte Weisheit “Nur wer gegen den Strom schwimmt, gelangt irgendwann zur Quelle“ verwendet, Deshalb verlinkte ich nun die Dokumentation „Für `n Appel (Apfel) und `n Ei“ – im Einzelhandel eine eine Aussage für Niedrigpreise. Schauen wir doch mal, wie sich der Deutsche Fußball seit den Zweiten Weltkrieges entwickelt hat. Dafür sind einige ehemalige Profis und einige Arbeiter von einst interviewt worden.

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