»So, mein Schatz, jetzt zeige ich dir, was dir als nächstes blüht.« Etwa mit diesen Worten begrüßte der Täter seine Frau, die er zuvor auf einem Stuhl gefesselt hatte. Während er diesen Satz aussprach, rollte er einen Servierwagenin den Raum, auf dem er die Werkzeuge und das Gift bereits zur Verwendung platziert hatte.
So hat Bernhard Hatterscheidt aus seinen Erlebnissen bei der Mordkommission erzählt. Doch der Reihe nach.
Die True-Crime-Dinner-Show hat im Culinaria in Wuppertal stattgefunden, und ist von World Of Dinner aus Essen. Wie in allen Locations sind wir um 19 Uhr eingelassen worden. Für jeden Tisch is eine Kellnerin bzw. ein Kellner zugeteilt worden, ebenso wie wir Gäste. Unser Kellner heißt Alexa. Herzlichen Dank für die tolle Bewirtung.
Mit Speisen, Bewirtung und Krimmi-Dinner-Show aus Lesung und Erzählungen at alles 95 Euro gekostet Eine kleine Flasche Wasser 3,90 Euro. Davon habe ich mir zwei gegönnt.
span style=“font-size: 16px; font-family: arial, helvetica, sans-serif;“>Bernhard`s Berufsleben reicht von den Hundertschaften, die bei öffentlichen Veranstaltungen unter anderem bei Sport und Politik (z.B. G20) eingesetzt werden. Au0erdem hat er in vielen Ermittlungen ausgeholfen, war sieben Jahre lang bei der Mordkommission, wo er, wie er selbst schätzt, etwa 1.100 Leichensachen bearbeitet hat. Heute ist er interner Ermittler für Amtsträgerdelikte und Rechtsanwaltsverfahren.
Das 3-Gänge-Menü ist ein einziges Gedicht gewesen, von der Vorspeise bis zum Dessert, Wie in all seinen Shows hat Bernhard Hatterscheidt zwischen den Menüs für Unterhaltung gesorgt,
Zum Beispiel lagen auf den Tischen zwei Zettel. Der eine war ein Krimi-Quiz zur Show– man sollte anfangs raten, wie alt Bernhard Hatterscheidt zu Beginn seines Eintritts in die Polizei Ende Oktober 1982 gewesen ist (P.S.: 16 Jahre, inzwischen hat er 10 Krimis und ein Buch mit seinen True-Crime-Erlebnissen geschrieben)). Außerdem wurden Täterverhaltensweisen aus den Lesungen abgefragt.
Allerdings ist man ganz offen auch gefragt worden, wie man der eigenen Meinung nach am besten eine Leiche verschwinden lassen würde, und auch, welches beste Alibi man angeben würde – rein hypothetisch. Alle Antworten sind vorgelesen worden, man konnte heraus hören, dass doch wohl einige „ziemlich kriminell“ gewesen sein könnten.
Zu den Kriminalfällen, von denen Bernhard (wir kennen uns seit 2018) erzählt hat, zählt ein Fall, bei dem ein Mann eine Frau getötet und den Leichnam auf dem Gepäckträger eines Fahrrades weggefahren hat, um diesen woanders abzulegen, Damit sollte es am Ablegeort so aussehen, als sei eine Leiche vom Himmel gefallen. Eine Nachbarin und Zeugin sagte aus, dass sie dachte,vdie Person auf dem Gepäckträger habe gelebt – im Dunkel der Nacht hat sie nämlich lediglich erkennen können, dass der Kopf hin- und her gewackelt ist.
Desweiteren hat er von der Vernehmung einer Serienmörderin berichtet. Sie war deutschlandweit als sogenannter “Todesengel“ in den Schlagzeilen gewesen: eine Aktenpflegerin, die sich eingeredet hatte, etwas Gutes zu tun, indem sie Patienten mit Gift tötet. Um sie – ihrer Meinung nach – zu erlösen. Habgier war ihr Motiv, sie bereicherte sich am Kapital der Patienten. Selbst während gegen sie ermittelt wurde, hatte sie das Karussell des Mordens nicht verlassen können.
Im eingangs angesprochene Fall ging es um zwei angefreundete Paare, die das Bett geteilt hatten. Für viele Menschen sind sexuelle Phantasien und Realität zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Einer der beiden Ehemänner kam nämlich nicht damit klar, dass seine Frau fremdgegangen war. Für den Schmerz, den sie ihm angetan hatte, sollte sie leiden. Den Mord plante er akribisch: er fesselte sie, holte einen Rollwagen mit Werkzeugen, auf diesem stand auch Propofol (ein Gift, kennen viele aus der Causa Michael Jackson) und injizierte der Frau Super Benzin. Durch dieses Benzin lösen sich alle Zellen einfach auf, sie platzen förmlich – die Frau war elendig verendet.
Beide Fragebögen wurden für die Lostrommel eingesammelt und die Antworten aus den offenen Fragen vorgelesen. Übrigens war unter anderem ich der Gewinner von Bernhard`s Krimi “Brennpunkt Rheinland – Raucher sterben früher“.
Ende Oktober des Jahres 2027 beendet Bernhard seinen Polizeidienst und wird in den wohlverdienten Ruhestand gehen.
Nachruf: am 20.11.2024 ist der geschäftsführende Inhaber von World Of Dinner im Alter von 61 Jahren verstorben.
Das Unternehmen veranstaltete in 200 Spielstätten in ganz Deutschland, kannte man unter anderem aus Werbeclips im Fernsehen, schließt bald für immer seine Pforten. Wie mir Bernhard berichtet hat, wird er seine Dinnershows künftig selbst und mit neuen Partnerm ausrichten, vier Shows hat er für 2026 bereits vereinbart.
Auf ein gutes Gelingen, Bernhard und Miriam. Es grüßt euch
Leo Büchner
Leseempfehlung; Hatterscheidt’s Lesung „Eisbad in der Truhe“ im Jahr 2019..