Netz des Grauens

Bei Sicherheitsaufgaben ergreift man im Sinne der Maßnahmen, um Gefahren möglichst einzudämmen oder gar auszuschließen – man unternimmt also etwas, damit möglichst wenig oder erst gar nichts passiert. Eine hundertprozentige Garantie, Gefahren ausschließen zu können, gibt es nirgendwo, ebenso wenig im Umgang mit Menschen. Treffen zwei verschiedene Charaktere mit völlig unterschiedlichem Wissen aufeinander, sind mindestens zwei verschiedene Meinungen garantiert – genau das ist der Stoff für unendliche Diskussionen in allerlei Internetforen, bevor Soziale Netzwerke salonfähig wurden.
Wenn Medien von einer Straftat gegen die Menschlichkeit berichten, geht oft ein Aufschrei durch das Internet. Dann glauben viele, zu wissen, was sie mit der Täterin oder dem Täter alles machen würden, oder was dieser Person alles blühen sollte. Möchte man (Straf-)Taten verstehen, bringt das Auswendiglernen von Fakten und auch das Auswendiglernen von Paragraphen überhaupt nichts. Um (Straf-)Taten verstehen zu können, benötigt man unter anderem fundiertes Rechtswissen, Fachwissen über Kriminalistik und über Forensik, und auch psychologisches Fachwissen, um die Aussagen der Opfer und möglichen Zeugen deuten zu können.

Auch gegen sexualisierte Gewalt ist kein Kraut gewachsen. Selbst wenn man sich komplett verschließen würde: Menschen, die in verschiedenster Weise psychisch beeinträchtigt worden und nicht während der Entwicklungsphasen fachlich behandelt worden sind, haben eben wegen mangelnder Behandlung nie Empathie gelernt. Empathie ist nichts zum Auswendiglernen, sondern Empathie definiert, sich emotional in andere hineinversetzen zu können.
Was also, muss man sich fragen, ist mit unserer Gesellschaft passiert, dass laut Bundeskriminalamt (BKA) im Jahr 2020 53% mehr Delikte von sexuellen Kontakten gegenüber Kindern und Jugendlichen im Internet begangen worden sind? Wieso ist die Bereitschaft zum Sexismus immer größer, wieso werden immer häufiger Sexualdelikte explizit gegen das weibliche Geschlecht begangen? Wieso müssen Frauen Angst haben, ausgeraubt zu werden – inzwischen nicht mehr nur nachts, sondern inzwischen auch tagsüber? Kann es sein, dass unsere Gesellschaft verroht? Wenn ja: wo kommt das her? Könnte man das Internet und Apps dafür verantwortlich machen?

Finden wir es gemeinsam heraus.

 

Mit Einzug des Internets zu Beginn der 1990er Jahre hieß es von diversen Wissenschaftlern und diversen Psychologen, das Internet werde der gesellschaftlichen Entwicklung gut tun, weil dadurch die sozial schwachen Menschen auch zu Wort kommen werden. Folglich wurden immer mehr Enzyklopädien und Millionen andere Werke digitalisiert und zunächst kostenpflichtig angeboten. Nach und nach hatten auch einige Käufer die Jagd nach virtueller Anerkennung für sich entdeckt und gekaufte Werke entweder günstiger oder kostenlos angeboten – das Urheberrechtsgesetz und die Europäische Datenschutzgrundverordnung waren zu dieser Zeit noch gar nicht geboren.

Staatlich geförderte Schulen, an denen man nach der Arbeit Lehrgänge und reguläre Schulabschlüsse in Abendform nachholen kann, also auf dem Zweiten Bildungsweg, gibt es in Deutschland seit den 1960er Jahren. Mit dem Internet haben auch sogenannte Applikationen (kurz: Apps) Einzug erhalten, sie sind gute und günstige Nachschlagewerke. Allerdings wurden in Internetforen Lehrmaterialien, die einmal für teures Geld gekauft worden waren, zum Zwecke der Rechthaberei in Internetforen verteilt wie Visitenkarten – eine zweifache Ohrfeige für den Urheber.

Die Einführung der zu Webseiten gehörenden Gästebücher und die Internetforen haben der Kommunikation nicht gutgetan. Zwar hat es auch Chatforen mit sozialen Themen, die irgendwann oder auch regelmäßig Chatter-Treffen veranstaltet haben. Die meisten Internetforen allerdings sind Fachthemen gewidmet, von Auto & Motorrad, über Familie & Kindeserziehung bis hin zu Geld, Finanzen und staatliche Leistungen.
In jedem Internetforum hat es Grundregeln gegeben: dass man zum Beispiel die Netiquette einhalten soll, und nicht Spam betreiben, auch keinen Satzzeichenspam, und einige andere Regeln. Nur sind die oft nicht eingehalten worden bzw. es ist von User zu User anders entschieden worden. Das Niveau, das man ab den 1990er Jahren im Fernsehen in Talk-Shows zu sehen bekam, holte schnell auch in Internetforen auf. Außerdem sind viele Internetforen schnell in die Wirtschaftlichkeit abgedriftet.
Weil man irgendwann für eine gute Forensoftware kein Geld mehr ausgeben musste, und auch der Support irgendwann kostenlos angeboten worden ist, haben viele Internetnutzer irgendwann gedacht, es sei doch so einfach, ein Internetforum aufzuziehen. Dabei hatten viele überhaupt kein Backgroundwissen, und haben sich auch überhaupt keine Gedanken gemacht. Nach und nach wollten viele auch mal “Chef“ sein (Administrator und Moderator). Es zählten nur noch die Anzahl der Beiträge und die Anzahl der gelisteten Nutzer – also Quantität vor Qualität. Dass auch programmierte Roboter Accounts erstellt haben, war vielen Administratoren egal.

Es dauerte auch nicht lange, bis die ersten Administratoren glaubten, sie könnten von ihrem virtuellen Status profilieren und Kontakte zur eigenen Befriedigung finden: man hat sich wochenlang, teilweise monatelang, geschrieben, um möglichst viel über die Schreibpartnerin oder den Schreibpartner zu erfahren. Irgendwann wurde bei manchen Usern eine Struktur gefunden – für Menschen mit weniger Empathie sind Schlüsselwörter oder auch Algorithmen ein Spielzeug, um “durch die Hintertür“ Informationen wie Bankverbindung, persönliche Verhältnisse, sexuelle Vorlieben, und andere Angelegenheiten, zu erfragen, ohne dass die jemals wussten, dass sie ihrem Gegenüber alles beantwortet haben, was sie/er lesen wollte. Und spätestens beim realen Treffen hat die-, oder derjenige dann sein wahres Gesicht gezeigt.
Es waren ja nicht nur Administratoren und Moderatoren, sondern auch Internetnutzer, die sich alles Brauchbare in privaten Nachrichten haben zukommen lassen.

Die Sozialen Netzwerke, von denen die meisten ihren Serverstandort im nicht-europäischen Ausland stehen haben, haben die Situation eher verschlechtert. Eine Mitteilung, die man soeben online gestellt hat, ist bekanntlich binnen Sekunden in aller Welt abrufbar – ob der Inhalt in einem anderen Land nun strafbar ist oder nicht, steht auf einem ganz anderen Blatt. Während in den USA ein »Fuck you!« zur freien Meinungsäußerung zählt, ist ein »F**k dich!« in Deutschland eine Straftat, nämlich eine Beleidigung gemäß § 185, Strafgesetzbuch (StGB), allerdings nur, wenn der Empfänger sich beleidigt fühlt und Strafantrag stellt.
Entscheidend für die Rechtslage ist aber nicht der Ort, an dem man im Internet surft, und nicht der Wohnanschrift, sondern der Ort, an dem das Rechenzentrum steht, in dessen Server sich befindet. Man kann also als Administrator in Deutschland eine Webseite mieten, die mit .de endet und genießt das Recht des Serverstandortes im Ausland.

Die rechtlichen Differenzen der Länder sind enorm. So ist zum Beispiel in einigen Ländern der Erde der Beischlaf zwischen Verwandten (Inzest) legal. In anderen Ländern ist der Beischlaf mit Tieren (Zoophilie) legal. Wir in westlichen und zivilisierten Ländern haben zum Beispiel mindestens einmal im Leben “Du sollst nicht töten“ gelernt. Selbstverständlich werden auch bei uns Morde begangen. Es gibt jedoch Länder dieses Erdballs, in denen das Töten bestimmter religiöser Gruppen oder anderen Menschen gutgeheißen und verherrlicht wird. In manchen Ländern ist es üblich dem Nachwuchs, wenn er nicht hört, eine heftige Abreibung zu verpassen und das dann ins Internet zu stellen. Es sind nicht die emotionsgeladenen Eifersuchtsdramen mit anspucken und anschreien, die wir aus den Talk-Shows kennen – nein, es sind die emotionsgeladenen Eifersuchtsdramen mit anschreien und Machete. Einzelne Körperteile, Verstümmelung von Menschen und Leichen, Körperverletzung, Vergewaltigungen und Tötungen – im Internet gibt es nichts, was es nicht gibt. Die sexualisierte Gewalt gehört auch dazu. Gruppenvergewaltigungen? In vielen Ländern anscheinend normal, jedenfalls sieht man sowas oft.
In fast allen Internetseiten gibt es eine Suchfunktion, in der jedes Kind, welches halbwegs lesen und schreiben kann, auch in Seiten mit rechtswidrigen Inhalten nach einem bestimmten Thema suchen. Beispielsweise, um bei anderen Kindern anzugeben oder weil dazu gezwungen wird, um Pausenbrote oder Kleidung oder Sex zu erpressen.

Als zivilisierter Mensch kommen einem Fragen auf. Nein, nicht nur “Wer sind die Konsumenten?“. Sondern auch “Wer sind die Täter, die die Taten ausführen und ins Netz stellen?“ und “Wer sind die Zeugen und Mitwisser?“ und “Wieso wird das geduldet?“

Bei mindestens zwei unterschiedlichen Meinungen ist es nur nachvollziehbar, dass in Internetforen – wie auch heute noch in Sozialen Netzwerken – zwar Links und URLs zu Rechtswissenschaftenseiten gepostet werden, aber die Aussage verdreht wird.
Zum Beispiel heißt es in vielen Gruppen und Foren, dass Pornokinos und Parkplatztreffs schließlich ihrem Namen gerecht werden, wenn man sprichwörtlich “zum Stich“ kommt. Wer also dorthin geht, habe zu wissen, was einem blüht, und wer das nicht möge, soll wegbleiben. Aha, andere möchten auch “zum Stich“ kommen. Zwar gibt es auch Menschen, die anders gestrickt sind, aber die sexuelle Selbstbestimmung gilt für alle Menschen, und die Gesetze gelten überall – drinnen wie draußen.
Oder, dass der kondomfreie Sex ein Selbstbestimmungsrecht sei. Na klar! Gilt dann aber für alle!
Ebenso ist die Aussage Blödsinn, dass man mit Bezahlen des Eintritts ein Recht auf Sex habe – dies haben tatsächlich schon einige behauptet und durchzusetzen versucht. Zunächst einmal ist diese Aussage grotesk, weil der Eintrittspreis in keinem Verhältnis zu einem Bordell ist. Und zum anderen gilt auch hier die sexuelle Selbstbestimmung. Deshalb ist niemand verpflichtet, mit einer anderen Person sexuelle Handlungen vollziehen zu müssen.
Auch das Wifesharing ist ein Trend, den immer mehr Erwachsene praktizieren. Dabei geht es um das beiderseitig gewollte “Leihen“ und “Verleihen“ einer Partnerin oder eines Partners – wie das Carsharing: man leiht sich das Auto einer anderen Person – und um den Part einer Dreierkonstellation, den es sexuell erregt, wenn die Partnerin Sex mit jemand anderem vollzieht. Dieser Part wird in der maskulinen Form “Cuckold“ genannt und in der femininen Form “Cuckquean“. Oft wird dabei lapidar gefragt »Bist du Cucki?« Es gibt aber nicht nur Schwarz und nicht nur Weiß. Sondern es gibt drei Arten von Cuckold oder Cuckquean, und es gibt auch noch den Herrn einer Cuckqueen, den Wifesharer, dann gibt es die Herrin eines Cuckold, die hot-wife, und es gibt den Wifesharingmaster, Was das alles zu bedeuten hat, werde ich hier nicht erläutern, weil das eine Anleitung wäre. Eben bei solchen Spielereien ist der Grat zwischen Legalität und Illegalität sehr schmal, und es hat schon echte Kriminalfälle gegeben, bei denen mindestens ein Mann davon ausging, dass (s)eine Anvertraute Freiwild sei, weil doch abgesprochen war, dass er das Sagen habe und mit ihr machen könne und machen lassen könne, was er will.
Sogenannte “Sklavenverträge“, die man – auch blanko – aus dem Internet laden (downloaden) kann, sind gegen die guten Sitten und deshalb nicht nur wertlos, sondern strafbar. Selbst ein Tattoo oder ein Branding wäre kein Beweis für Besitz oder Eigentum, wie man dies in Cowboyfilmen sieht. Es gibt wohl das mündliche Eheversprechen bei einer Verlobung, so kommt ein mündlicher Vertrag zustande und dieser kann ebenso mündlich wieder gelöst werden. Ein Branding oder ein Tattoo sind sicher ein schöner Liebesbeweis, aber kein Vertragsgegenstand. Und für einseitig gewollte Versklavung sowieso nicht, denn die ist seit Jahrzehnten in Deutschland abgeschafft und verboten, und das ist auch gut so.
Selbst eine Domina hat nicht alle Rechte inne, auch ihre Kunden sind kein Freiwild.

Im Jahr 2012 haben wir in den Nachrichten und in nachfolgenden Reportagen vom sogenannten “Arabischer Frühling“ in Ägypten erfahren, nachdem das Regime gestürzt worden war, dass massenweise Frauen auf offener Straße von Männerhorden sexuell belästigt und teilweise vergewaltigt worden waren. Wie man in diversen Internetseiten sieht, in denen unter anderem Menschen enthauptet werden, hat sich an dieser Situation wenig geändert. Frauen werden noch immer öffentlich belästigt, etwa mit Zurufen wie »Deine Vagina gehört uns allen!«. Die (Gruppen-)Vergewaltigungen werden meist in gesonderten Räumen in Hinterhöfen vollzogen.
Der Kinofilm “Kairo 678“ erzählt die Geschichte von drei jungen, ägyptischen Frauen, die unabhängig voneinander vergewaltigt worden sind. Die mental stärkste der drei startet danach einen Fernsehaufruf, in dem sie an alle ägyptischen Frauen appelliert, sich zu wehren. Auf diese Weise treffen die drei Frauen aufeinander.

Seit einigen Jahren hört und liest man in Nachrichten, dass in Indien Frauen und Mädchen öffentlich belästigt und angeprangert werden. Laut Statistik wird in Indien immer noch alle 20 Minuten eine Frau oder ein Mädchen sexuell belästigt oder vergewaltigt.
In genannten Internetseiten ist zum Beispiel zu sehen, wie Mädchen und Frauen zum Beispiel öffentlich gesteinigt, sexuell belästigt und nackt durch ein Dorf getrieben werden.

An Silvester 2015 wurden in Köln, in Stuttgart und in anderen deutschen Städten Pyrotechnik auf Polizeibeamte und Zivilpersonen abgefeuert. Zudem wurden bundesweit hunderte Jugendliche und Frauen jeweils von mehreren Männern mit südländischem Aussehen sexuell belästigt, manche sogar in Begleitung von Männern.
In Köln spielte sich das schlimmste Szenario ab. Pyrotechnik sogar im Kölner Hauptbahnhof. Eine Frau weinte Tage später vor laufender Kamera, man habe ihr in Begleitung eines guten Freundes auf einer Rolltreppe im Vorbeigehen in den Schritt gefasst. Noch Wochen später konnten Medien nur vermuten, ob überhaupt alle sexualisierten Straftaten dieser Nacht erfasst werden konnten, weil man die Opfer nicht zwingen kann, Strafanzeige zu erstatten. Von Männern umringt und von mehreren Händen begrapscht zu werden, ohne dass man hätte den Täter ausfindig zu machen, ist für einige Frauen ein einschneidendes Erlebnis gewesen. Manche waren noch Wochen später arbeitsunfähig.

 

In vielen Ländern mit hoher Armut und mangelnder Bildung gibt es oft nur einen Dorfältesten und einen Dorfpolizisten mit einem- oder zwei Helfern. Eine andere Polizeistation ist meist 50 Kilometer oder noch weiter entfernt, demnach herrscht im Dorf das Gesetz des Ältesten und das des Dorfpolizisten. Ob in den Favelas in Brasilien, wo Gewalt und Drogen an der Tagesordnung sind (manche Dörfer verzeichnen 90 Prozent Mordrate), ob in Dörfern in Südafrika, wo Nähe Johannesburg mehr als 90 Prozent aller Mädchen und Frauen schon einmal sexuell belästigt oder vergewaltigt worden sind. Wo Kinder entweder stundenlang zu Fuß zur Schule und zurück auf sich nehmen oder aus Armut erst gar nicht zur Schule können. Oder ob in irgendwelchen Slums, irgendwo auf der Welt: es ist nicht unüblich, dass Mädchen und Frauen den Freitod wählen und sich dabei filmen, um dies ins Internet zu stellen. Manche erhängen sich, manche nehmen einen Mix aus Alkohol und Tabletten ein, manche übergießen sich mit Benzin und zünden sich an.

Selbstverständlich wird auch in westlichen und zivilisierten Ländern geliebt und gemordet. Auch bei uns in Deutschland werden Femizide begangen, also Tötungen von Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts. Und nicht nur das: im Jahr 2020 wurden in Kanada mehr als 800 skelettierte Kinderleichen aus indigenen Völkern gefunden. Die Kinder wurden ein zur Zwangsassimilation gezwungen – bedeutet: sie sollten trotz ihrer Ahnen aus Naturvölkern mit samt ihrem Denken und Handeln in die katholische Kirche mit einbezogen werden. Und dafür wurden sie in jeglicher Hinsicht missbraucht: menschlich, körperlich und sexuell.
Und im Jahr 2020 wurde bekannt, dass in Deutschland und in Frankreich mehrere zehntausend Kinder innerhalb der katholischen Kirche und tausende innerhalb der evangelischen Kirche missbraucht worden sind.
Missbrauch findet, wie wir alle wissen, nicht nur auf sexueller Ebene statt, sondern auch durch körperliche Züchtigung, man kann auch psychisch und geistig jemanden beeinflussen und so am Leben oder gar in der Entwicklung hindern.

Wenn doch das Internet der alleinige Verursacher dieser ganzen Misere haben soll, wie sind dann Täter vorgegangen, deren Taten – nicht die Täter selbst! – Kriminalgeschichte geschrieben haben? Beispielsweise Fritz Haarmann (“Der Kannibale“), Peter Kürten (“Der Vampir von Düsseldorf“), Erwin Hagedorn, Frank Schmöhel (war im Jahr 2001 der meistgesuchte Verbrecher Deutschlands, im gelang 7 mal die Flucht aus dem Maßregelvollzug) und Frank Gust (er war verheiratet und Vater zweier Kinder, suchte sich Prostituierte als Opfer aus, weidete sie aus und legte sich teilweise in den Torso). All die Genannten hatten ihre Taten nicht im Internet vorbereitet oder ausgeführt. Wie viele Prostituierte mussten in deutscher Kriminalgeschichte ohne Internet ihr Leben lassen?
Die Industrialisierung und die Globalisierung haben sicher Vorteile. Sie bringen uns die Welt nicht mehr nur ins heimische Wohnzimmer, sondern inzwischen an fast jeden Ort, an dem wir uns gerade befinden. Außerdem kann man Menschen an (fast) jedem erdenklichen Ort der Welt erreichen.
Allerdings hat die Globalisierung auch Nachteile. Wo man früher eine abgeknipste Filmrolle zum Fotografen brachte (wenn man nicht selber mittels Chemie entwickeln konnte) und der alle Bilder händisch sichten und ggf. melden musste, ist es Dank der Smartphones, die im Jahr 2014 auf den Markt kamen, kein Problem mehr, binnen Minuten dutzende Bilder und Videos herzustellen und direkt online zu (ver-)teilen.
Es gibt noch immer hunderte Regionen auf der Welt, in denen Internet (noch) nicht verfügbar ist. Für Menschen aus der Nachbarregion mit Internetzugang ein lohnendes Geschäft: man streamt und downloadet mittels Online-Guthaben Pornos und verkauft die an Menschen ohne Internet.
Überhaupt hat die Digitalisierung vieles verändert. Selbst die Erotikbranche, ein weltweit lohnender Markt, musste auf Billigangebote wie Flatrate-Sex und kostenlose Porno-Tubes reagieren. Nicht nur, dass Prostituierte zusätzlich auch vor der Webcam ihre Dienste anbieten, sondern die Angebotspalette im Internet ist weitaus größer. Und die künstliche Intelligenz (K.I.) hat dazu beigetragen, dass man sich in den vielen Tubes, in denen dutzende Pornoseiten gelistet sind, unter hunderten Suchbegriffen/Algorithmen das raussuchen kann, was man sehen möchte, sodass Menschen mit Neigungen Mitmenschen wie ein Fleischbasar vorkommen dürften. In der realen Welt hat dies für die Erotikindustrie den Nachteil, dass die Angebote von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern fast nur noch in Abkürzungen angegeben werden, und für Frauen hat die Digitalisierung den Nachteil, dass sie häufiger angepöbelt, beleidigt und bloßgestellt werden – ausgegangen vom Sexismus, weil sie nicht wie erwartet auf das Anbaggern reagiert hat (oder weil sie einfach nur ist, wie sie ist).
Wir müssten also im 21. Jahrhundert davon ausgehen können, dass derartige Straftaten online entweder gar nicht mehr möglich sind oder schneller geahndet werden. Es gibt das Netzwerkdurchsuchungsgesetz, aber die Betreiber von Sozialen Netzwerken haben ihren Serverstandort woanders (siehe oben). Man hat die Möglichkeit, Straftaten auf verschiedenste Weise zu melden, Es gibt außerdem Soziale Organisationen, die sich im Kampf gegen den Missbrauch inzwischen etabliert haben.

Die Netzanonymität beibehalten? Auch im 21. Jahrhundert ist es noch immer möglich, Chaträume zu programmieren, für die man keine Registrierung benötigt. Folglich werden dort sexuelle Fetische aller Art geteilt und phantasiert, man kann miteinander auch flüstern. Man muss lediglich einen gewünschten Nicknamen angeben und kann sich mit Usern aller Welt austauschen. Die Palette der Fetische und Paraphilien scheint offen: von Zoophilie über Gerontophilie (Altersunterschiede) und Inzest bis hin zu sogenannter “Kinderpornographie“. Da werden auch Nudistenbilder von FKK-Urlauben, Bilder von Familienausflügen und Kindergeburtstage für sexuelle Fetische missbraucht. Man könnte annehmen, dass es für Menschen mit pädophiler Veranlagung etwa Sexpuppen gäbe, die aussehen wie kleinwüchsige Menschen (selbst das wäre bereits diskriminierend). Aber dem ist leider nicht so: man spricht explizit von Kindersexpuppen.
Bei uns in Deutschland sind Herstellung (auch das Beschaffen), Besitz und Verbreiten sogenannter “Kinderpornographie“ ein Straftatbestand nach § 184 im Strafgesetzbuch (StGB). Es ist auch gut so, dass diese Straftat seit 1. Mai 2021 ein Verbrechen ist, also nicht unter 12 Monaten Gefängnis bestraft wird.

Auch Erwachsene werden in Sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und WhatsApp sexuell angebahnt. Nicht nur für Sexdienstleistungen mit realem Kontakt, sondern für eine Betrugsmasche. Beim sogenannten “Sextortion“, verdienen Täterinnen und Täter damit ihr Geld, indem sie Internetprofile bis in Hobbys und Freundschaftslisten ausspähen, diese Profile hacken und die Personen anzüglich anschreiben, etwa mit “Hey, Schatz…!“, auch “Neue Datingseite…!“ oder auch “Suche Sex!“. Sinn und Zweck des Ganzen ist, via Algorithmen die persönlichen Schwachpunkte auszuspionieren, damit die vor laufender Kamera sexuelle Handlungen an sich vornehmen. Diese Handlungen werden aufgezeichnet, um von ihnen Geld zu erpressen.
Meist sitzen die Täterinnen und Täter auf den Philippinen. Die örtliche Polizei ist bereits dutzende Male gegen die reiche Betreiberin vorgegangen, doch sie konnte sich immer wieder freikaufen Im deutschen Recht ist Sextortion zunächst eine Form der Erpressung, wenn der Täter Geld von dem Opfer will. Falls sexuelle Handlungen angestrebt sind, liegt Sexuelle Nötigung bzw. Vergewaltigung vor.

Der leider verstorbene Karikaturist Martin Perscheid hat sich einmal mit einem sehr anstößigen Comic über die Digitalisierung und die Vernetzung amüsiert – als Satire auf smart-phone, smart-watch, smart-home… Alles scheint heutzutage “smart“ zu sein. Aber auch clever?
In seinem Comic sitzen zwei Mädchen auf einer Couch, beide haben eine Puppe in der Hand und eines der Mädchen sagt »Meine Hello-Barbie hat gesagt, ich soll mich ausziehen!« Wenn man diese Szene komplett betrachtet, bemerkt man rechts im halb-dunklen Garten einen Mann, der lächelnd sein Smartphone in der Hand hält und zu den Mädchen schaut – es ist also er, der mit seinem Smartphone die Puppe gesteuert hat, ein Angriff auf die heutigen technischen Möglichkeiten. Für erfahrene Hacker ist nämlich alles mit ein paar Zahlendrehern getan. Wobei man noch nicht mal Wissen über das Hacken benötigt. Es gibt genügend Chaträume und andere Möglichkeiten, in denen sexuelle Anbahnung auf “privater Ebene“ stattfinden kann – wie eingangs erwähnt über die Schlüsselreize. Und die auserchorenen Opfer schämen sich, dass sie Opfer einer Betrugsmasche oder in diesem Fall einer verdeckten sexuellen Anbahnung geworden sind. Und viele erkennen deshalb auch nicht, wenn es sich um eine Straftat handelt. Kontaktmöglichkeiten gibt es längst nicht mehr nur in Chaträumen, sondern auch in Browser-Games, in denen man mit gewünschtem Text schreiben kann, und auch über Spielekonsolen, mit denen man sich online vernetzen kann. Viele Chaträume werden von Moderatoren überwacht. Und dennoch können Moderatoren nicht sehen, was “Backstage“ läuft, sie sind also nicht live im Privat-Chat dabei. Allerdings wird von jeder Webseite während der Erstellung eine Datei für die Log-Files angelegt, darin werden alle Bewegungen dieser Webseite von Anfang an gespeichert.
Auch das sogenannte “Cybergrooming“, also das sexuelle Anbaggern von Kindern und Jugendlichen im Internet steht inzwischen eine Straftat und wird als sexueller Missbrauch im Netz definiert, demnach mit § 176 Strafgesetzbuch (StGB) gleichgesetzt.

Sex steht mit Essen, Trinken und Schlaf gemäß der Bedürfnispyramide, die nach Maslow benannt ist, in der untersten Schublade, weil diese Bedürfnisse einfach zu befriedigen sind, auch alleine. Für die anderen Bedürfnisse benötigt man mehr als Hilfe. Fast alle Menschen entwickeln während ihres Heranwachsens das Bedürfnis nach Sex. Also nichts, womit man angeben könnte oder müsste. Und dennoch versuchen sich manche darüber zu profilieren. Aber wer sind eigentlich die Täter sexueller Gewalt? Oder Täterinnen? Wie alt sind sie, und in welcher Situation leben Sie?

 

Zwei Zitate aus www.main-spitze.de

Im Jahr 2020 registrierte die Polizei in Hessen Verbreitung, Besitz und Herstellung von kinder- und Jugendpornographie insgesamt 1.564 Fälle. Bei 45,6 Prozent handelte es sich um Erwachsene. Die restlichen 54,4 Prozent verteilten sich auf rund 8,0 Prozent Heranwachsende (unter 21 Jahren), 35,7 Prozent Jugendliche (unter 18 Jahren) und 10,6 Prozent Kinder (unter 14 Jahren.

Vielen, aber längst nicht allen Jugendlichen ist die Tragweite ihres Handelns bewusst“, sagt Johannes Bittner, Cybercrime-Berater des Polizeipräsidiums Osthessen. Manchmal führe Leichtsinn, die Gewohnheit alles mittels Smartphone unreflektiert weiterzuleiten oder schlicht Unkenntnis dazu, dass junge Menschen sich strafbar machen. „Es ist wichtig zu wissen, dass bereits der Besitz eines einzigen kinderpornographischen Bildes verboten ist und strafrechtlich verfolgt wird. Dabei ist es erst einmal egal, ob ein solches Bild oder Video gewollt oder ungewollt in den eigenen Besitz gelangt ist.

Die renommierte Kriminalpsychologin Lydia Benecke hat führt seit vielen Jahren Interviews mit Strafgefangenen und hat in ihrem Buch “Sadisten“ die Pädophilie folgendermaßen interpretiert: Im zweiten Kapitel “Sex, Liebe und Mord in New York“ hat sich ein Mann das Vertrauen einer Frau erschlichen, um während ihrer Abwesenheit ihre minderjährige Tochter gefügig zu machen und sie sexuell zu missbrauchen.
Im Abschnitt “Wenn Erwachsene sich zu Minderjährigen hingezogen fühlen… – Pädophilie, Hebephilie, Partenophilie und Ephebophilie“ erwähnt sie den deutschen Psychiater und Neurologen Krafft-Ebing (1840-1902):

Krafft-Ebing nannte die heute als »Pädophilie“ bekannte Neigung »Paedophilia erotica“. Dank seiner Beschreibung wissen wir, dass pädophile Menschen sich 1886 nicht von denen unserer Zeit unterscheiden. Sie empfinden kindliche Körper als sexuell erregend und verlieren ihr sexuelles Interesse an einem Kind, sobald dessen Körper Geschlechtsmerkmale wie Schamhaare und Brüste entwickelt und Penis und Hoden zu wachsen beginnen.
Wenn ein Mensch sich ausschließlich von Kindern sexuell erregt fühlt, wird er »kernpädophil« genannt. Empfindet er auch Erwachsene als erregend, so bezeichnen Wissenschaftler dies heute als »pädophile Nebenströmung«.
Wo die Vorliebe der Pädophilen aufhört, beginnt das sexuelle Interesse von sogenannten Hebephilen. Solche Menschen fühlen sich durch die Körper pubertierender Jugendlichen sexuell erregt. Entscheidend ist nicht das genaue Alter der Jugendlichen, sondern dass sie körperlich erkennbar eher am Anfang als am Ende ihrer Pubertät stehen. Die meisten Hebephilen geben das für sie erregendste Alter im Bereich elf bis fünfzehn Jahre für Mädchen an, für Jungen mit zwölf bis sechzehn Jahre.

Eine weitere Neigung, die kaum jemand kennt, dürfte im Fall Evelyn Nebit besonders interessant sein: die »Partenophilie«, die „“Vorliebe zu Jungfrauen.“ Erwachsene Menschen mit dieser Neigung fühlen sich vor allem sexuell erregt durch pubertierende Mädchen, die bereits geschlechtsreif sind – also körperlich so weit entwickelt, dass sie schwanger werden können. Der deutsche Arzt und Sexualforscher Magnus Hirschfelder führte diesen Begriff 1906 in seinem Buch „“Vom Wesen der Liebe“ ein. Das entsprechende Gegenstück, also die Vorliebe zu pubertierenden, geschlechtsreifen Jungen, nannte Hirschfelder »Ephebophilie« – die Vorliebe zum Jüngling.

Viele Menschen verstehen nicht, dass Evelyns Verhalten nicht so ungewöhnlich ist, wie es erscheint. Denn erstaunlich viele Opfer des sexuellen Missbrauchs brechen danach nicht den Kontakt zum Täter ab. Dies liegt unter anderem daran, dass der Missbrauch nur selten von Fremden begangen wird. Die meisten Täter sind Menschen, zu denen das Opfer vor der Tat bereits eine gefühlsmäßige Bindung hatte. Häufig sind es Familienmitglieder, Eltern, Stiefelternteile, Onkel, Cousins, Geschwister oder Großeltern. Öfter sind es auch Betreuer, Nachbarn, Lehrer oder Freunde der Familie. Minderjährige, die sich besonders nach einer Bindungsperson sehnen, sind gefährdeter als andere, missbraucht zu werden. Oft haben sie Probleme mit den eigenen Eltern, sie werden von diesen gefühlsmäßig vernachlässigt oder vermissen ein Elternteil, das sie verloren haben.
Solche Kinder oder Jugendliche binden sich besonders schnell und stark an einen Erwachsenen, der ihnen die vermisste Zuwendung gibt. Missbraucht dieser Erwachsene sie zur Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse, kommen sie häufig dennoch immer wieder zu ihm und kuscheln sogar mit ihm. Täter legen dieses Verhalten oft zu ihren Gunsten aus. Sie nehmen an, was sie tun, könne dem Opfer nicht wirklich schaden, manche glauben sogar, die sexuellen Handlungen würden dem Kind oder Jugendlichen gefallen. Warum sonst sollte das Opfer immer weiter ihre Nähe suchen?
Diese Täter verstehen – ebenso wenig wie andere Menschen – nicht, dass ihr Opfer gefühlsmäßig von ihnen abhängig ist.

Ein Beispiel für Pädophilie und für Hebephilie sind sogenannte “Loverboys“. Das sind selbst junge Männer, meist zwischen 18 und 26 Jahren alt. Sie geben ihren minderjährigen Opfern – teilweise Kinder unter 14 Jahren – alles, um es ihnen dann zu entziehen, zum Beispiel Liebesentzug – auf diese Weise machen sie ihre Opfer gefügig, um sie in jeglicher Form auszunutzen und um sie zu prostituieren. Bis ihre Opfer erst bemerkt haben, dass sie ausgenutzt werden, ist es “zu spät“, denn sie schämen sich und trauen sich nicht, sich jemandem anzuvertrauen. Der einzige Mensch, der für sie dann noch existiert, ist ihr “Partner“ (Zuhälter). Und um dies zu erreichen, umgarnen manche Loverboys auch die Eltern ihrer auserchorenen Opfer. Loverboys sind also Menschen mit psychopathischer Veranlagung. Viele haben während ihrer Kindheit selbst Verachtung und evtl. auch Missbrauch erlebt, sie wissen also, wo bei ihren Opfern der Schuh drückt.

Jeder Mensch durchläuft in seinem Leben in der Regel mehrere Entwicklungsstadien: vom Säugling, über das Kleinkind, über das Kind, Jugend und Heranwachsender. Alle Entwicklungsphasen finden nicht nur auf körperlicher Basis statt, sondern wir alle haben uns im Laufe des Lebens immer mal wieder charakterlich verändert.
Man stelle sich das Leben als ein Haus vor: man beginnt schließlich nicht mit dem Dach, sondern mit dem Fundament, welche unsere Entwicklungsphasen bilden. Bei einem Haus geht alles schneller, wenn das Fundament erst mal steht, und beim Fundament werden verschiedene Materialien verwendet, um es zum Beispiel stabil zu bauen. Auch unsere ersten Entwicklungsstadien ziehen schnell dahin, und auch wir nehmen während dieser Zeit mehr äußere Reize wahr, weshalb wir manchmal einen Moment lang überfordert sind.
Wie auch unterschiedlich gebaut wird, so hat jeder Mensch seine eigenen Erfahrungen gemacht. Wenn man nun bereits beim Fundament Fehler macht, wird es später hinaus umso schwieriger, diese zu korrigieren. Noch etwas deutlicher geht es mit einem Vogelhäuschen, das auf einer Stange befestigt ist: je instabiler das Darunter… Und je früher man als Mensch Empathie, also das Mit-Anderen-Mitfühlen anstatt für eigene Zwecke, beigebracht bekommt, desto besser im Umgang mit Menschen und desto besser für die eigene Entwicklung. “Es ist nie zu spät“, um zum Beispiel einen Schulabschluss nachzuholen. Im Alter von 21 Jahren gilt man – Ausnahmen bestätigen die Regel – als Mensch als voll ausgereift, ab dann gibt es noch einige Jahre des Erwachsenenseins, und dann geht es mit der Aufnahmefähigkeit wieder bergab, wenn man keine Vorkehrungsmaßnahmen getroffen hat. Und im zunehmenden Alter wird das Erlernen des Mitgefühls für andere aufgrund neuer äußerlicher Reize und aufgrund des Selbstschutzes immer schwieriger.
»Du bist hingefallen? Bist du verheiratet bist, ist alles vorbei«, mit solchen Phrasen ermutigt man Menschen, zum Aufstehen zu ermuntern. Viele Gewalt-, und Sexualtäter sind der Ansicht, dass man das nun für immer weiß, nachdem man hingefallen ist. Dass sich der nächste Sturz oder etwas anderes ganz anders anfühlen kann, unabhängig vom Schmerz, sondern gemessen an dem, was passiert ist, begreifen viele Gewalt-, und Sexualtäter nicht, weil es hier nicht um logischen Sachverstand geht, sondern um emotionalen Verstand, also Empathie. Sie haben sich selbst aufgrund fehlender Empathie im Laufe ihres Lebens beigebracht, sich ausschließlich das zu konzentrieren, was man beherrscht. Man trifft unter ihnen auch Menschen mit jede Menge Fachwissen. Ebenso versuchen sie ihre Mitmenschen auswendig zu lernen, und sie halten andere für dumm, die über weniger logischen Sachverstand verfügen.
Auch ihren Opfern muten Sie zu “Bist du verheiratet bist, ist alles vorbei.“ zu. Und sie reden sich wegen fehlender Empathie ein »Die hat`s doch gewollt.« Selbstverständlich kann ein Kind mit dem Kopf zustimmend nicken oder verneinen – ein Kind kann auch in die Hände klatschen. Fast jeder Mensch hat im Kleinkindalter (bis 3 Jahre) mindestens einmal verneint, wenn die Eltern angekündigt haben, dass man gleich schlafen gehe. Und, war dieses “Nein!“ ernst gemeint? Natürlich nicht. Aber Menschen mit mangelnder Empathie bevormunden auch Kleinkinder »So lernt man früh genug, dass man sich an sein Wort halten muss.« Etliche Männer behaupten dies auch von Frauen, wie eine RTL-Reportage im Jahr 2020 gezeigt hat.Auch sie haben es eben nicht anders gelernt. Leider behaupten diverse Medien, dass Frauen Vergewaltigungsphantasien hätten – sie meinen damit, dass Frauen selbstbewusste Männer bevorzugen.

Es gibt selbst Jugendliche, und sogar Kinder, die in ihrer geistigen – und psychischen Entwicklung derart gestört worden sind, dass sie außer Hass beinahe nichts anderes kennen. Menschen, die derart in ihrer Entwicklung gestört worden sind, kennen nichts anderes. Zwar wünschen sie sich, dass das Negative (Missbrauch etc.) aufhört, aber sie wissen nicht, wie sie dorthin kommen, weil es ihnen niemand gezeigt hat. Wer mit nur einer Sprache aufgewachsen ist, von dem ist nicht zu erwarten, dass sie oder er plötzlich eine Fremdsprache spricht. Man kann diesen Menschen auch keinen Vorwurf dafür machen, dass sie “anders“ sind, Außenseiter, weil ihnen niemand Selbstbewusstsein und niemand Empathie beigebracht hat.
Menschen, die während früher Entwicklungsstadien wenig Empathie erfahren haben, sind eigentlich dafür prädestiniert, um selbst Straftaten gegen die Menschlichkeit zu begehen – man darf aber niemals pauschalisieren, denn jeder Kriminalfall ist individuell, weil jeder Mensch ein Individuum ist.

Menschen mit Veranlagung zur Psychopathie, die zum Beispiel nie wirklich Empathie erfahren haben, haben dafür aber gelernt, ihre Mitmenschen mittels Schlüsselreize/Algorithmen auswendig zu lernen – selbstverständlich ist auch jeder weibliche/männliche Psychopath individuell. Manche Menschen mit psychopathischer Veranlagung verfügen ausschließlich über haptische Lerneigenschaften, also Lernen durch Anfassen und Ausprobieren – solche Menschen wissen erst, dass sie einen Fehler begangen haben, wenn man ihnen sagt, dass es einer war. Andere probieren möglichst viel aus, und es gibt vor allem psychopathisch veranlagte Menschen, die einen Posten in der Führungsetage eines Unternehmens ausüben. Im Grunde haben alle Menschen jeglichen Geschlechts mit Hang zur Psychopathie etwas gemeinsam: sie probieren nicht nur aus, sie stellen ihre Mitmenschen stets vor neue Bewährungs-, und Belastungsproben, nach dem Motto “Bist du zu schwach? Das tut mir aber leid.“ Sie möchten sich profilieren, indem sie ihren Mitmenschen die Grenzen aufzeigen und sich selbst gut dastehen lassen, damit sie bewundert werden. Und vor allem sind sie schlechte Verlierer, sie besinnen auf Rache, auch dann, wenn jemand verdientermaßen besser dasteht. Viele Psychopathen geben sich als ehrenamtliche Helfer aus, um als “sozial“ angesehen zu werden, unternehmen aber nichts, was nicht dem eigenen Zweck dienen könnte.
Eben jene Charaktereigenschaften findet man bei vielen Sexual-, und Gewalttätern, also auch bei vielen Menschen mit pädophiler Neigung, und selbstverständlich auch bei vielen Loverboys. Viele Gewalt-, und Sexualtäter sind von chronisch-mangelndem Selbstbewusstsein oder von chronischer Erfolgslosigkeit geplagt.
Menschen mit Hang zur Soziopathie ist es völlig egal, was ihre Opfer empfinden. Sie ziehen ihr Ding durch. Der oben genannte, frühere Serienmörder Frank Gust hatte übrigens seine Opfer mehrere hundert Kilometer von seinem Wohnort ausgesucht, weil er, wie er einmal sagte, keinen Verdacht auf seine Familie lenken wollte. Zudem hatte er seine Opfer im Strichmilieu aufgesucht, also Prostituierte, womit er hatte zum Ausdruck bringen wollen, dass sie, also die Opfer, sowieso niemand vermissen werde.

Manche ehemaligen Betroffenen (ich persönlich mag dieses Wort nicht, weil es diese Menschen immer aufs Neue diffamiert) sind für den Rest ihres Lebens geschändet.
Man höre sich nur bei Menschen um, die einmal einen Krieg überlebt haben: manche erschrecken beim Heulen der Sirenen nach Jahrzehnten immer noch. Ja, manche sind direkt am 8. Mai 1945 aufgestanden und haben sich irgend eine Beschäftigung gesucht, aber manche haben ihre Erfahrungen ab Kriegsende mit ins Grab genommen. Einfach weitermachen – das war kein gesundes Verarbeiten, das war ein Verdrängen.
Gewalt im nächsten Umfeld zu erfahren, ist nochmal was ganz anderes, man hat sich schließlich jemandem anvertraut und wurde enttäuscht – jammern und anzeigen steht vielen Betroffenen nicht im Sinn, immerhin kennen die Täter auch die Schwächen, also könnte sich eine Anzeige zum Nachteil auswirken.

Sollen wir als Erwachsene/Eltern/Familien/Gesellschaft nun etwa Mitleid für Gewalt- und Sexualtäter empfinden?
Keineswegs! Auch sind sich viele Profiler, Psychologen und Juristen einig, dass jemand, der einem Menschen etwas Grausames angetan hat, was diesen Menschen in dessen Leben beeinträchtigt, zur Rechenschaft gezogen werden muss. Und selbst erfahrener Ermittler ringen nach Vernehmungen um Fassung und tauschen sich untereinander aus. Wer aber – wie eingangs erläutert – einen Kriminalfall verstehen möchte, darf nicht pauschalisieren und benötigt entsprechendes Fachwissen.

Was können wir als Erwachsene/Eltern/Familien/Gesellschaft als Präventionsmaßnahmen tun, um anderen zu helfen?
Hundertprozentigen Schutz gibt es nur in der Theorie. Der Schutz von schutzbedürftigen Menschen, das sind unter anderem Seniorinnen und Senioren, Menschen mit psychischer-, und geistiger Beeinträchtigung, und vor allem Kinder, geht uns alle an. Viele Gewalt- und Sexualtäter suchen sich Menschen mit Beeinträchtigung aus, weil sie so leichteres Spiel haben. Sowas geht auch als Mitwisser an die Substanz.
Zunächst dürfen wir niemals pauschalisieren – weder bei den Tätern noch bei den Opfern, sondern ruhig und sachlich auf den Einzelfall eingehen – für Selbstdarstellung ist kein Platz. Wir als Gesellschaft haben Handlungsmöglichkeiten, nämlich die Jedermannsrechte, um akute Gefahren gesetzeskonform abzuwenden. Für die Strafverfolgung und für die Verurteilung sind entsprechende Behörden zuständig, und nicht die Gesellschaft. Wenn man wieder (…) ein Kriminalfall mit körperlicher-, und sexueller Gewalt durch die Medien geht, findet man im Internet viele Meinungen, aber kaum Wissen, denn die meisten kennen weder den Fall noch den Täter noch das Opfer. Deshalb können diese Meinungen nichts anderes sein als Vorstellungen. Außerdem sollte man Bilder mit Personen bis 14 Jahren aus dem Internet fernhalten oder diese nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich machen – ab dem vollendeten 14. Lebensjahr ist man nach dem Gesetz zwar noch minderjährig, jedoch kein Kind mehr und somit strafmündig.
Des Weiteren darf man keinen Druck ausüben, wenn man weiß, dass das Kind (Einzahl wie Mehrzahl) mit jemandem chattet und dabei Veränderungen feststellbar sind. Offene Fragen (“Bist du…?“, “Hast du…?“, “Möchtest du…?“) sind immer hilfreich, man zeigt so, dass man auch noch da ist, und zwar näher als er eventuelle Täter. Und wenn man offene Fragen stellt, dann bitte auch zuhören und ausreden lassen, ggf. etwas wiederholen, Verständnis zeigen. In der Linkliste “Kriminalprävention & Selbsthilfe“ meiner Webseite findet man links zu Internetseiten von Betroffenenberatungsstellen und dort auch deren Telefonnummern.

Und die Medien möchte ich zu mehr Nachhaltigkeit aufrufen. Trifft man beispielsweise eine Bekannte mit ihrer Tochter im Kleinkindalter, erzählt weiteren Bekannten „Vorhin habe ich unsere Bekannte mit ihrer 11-jährige Tochter gesehen.“ Das Wort „ihre“ steht aber nicht für „Frau“, sondern für Tochter. Ein 11-jähriges Mädchen ist ein Mädchen – und keine Frau.
Warum ich darum bitte? Manche pädophile Menschen werten Kinder aus Mangel an Empathie und Mangel an Respekt als „Kinderf****n“ ab. Andere Pädophile reden sich die Unwahrheit mit „Kindfrauen“ schön. Warum das so ist, habe ich oben erläutert.

Als Täter wird man nicht geboren, sondern zum Täter wird man gemacht. Und als Opfer wird man nicht geboren, zum Opfer wird man gemacht.

Bitte unterzeichnet und teilt die Petition zum Schutz von Frauen und Kiindern durch Einschränkung pornographischer Inhalte im Internet. Herzlichen Dank!Leseempfehlungen:

Zunächst meinen Beitrag „ApraNet, Internet, DarkNet…, und dann?“, den ich im Januar 2019 veröffentlicht habe.

Rezensionen von Büchern über Kriminalistik und über das Profiling
Ägypten: »Deine Vagina gehört allen!
Vergewaltigungen in Indien – Wikipedia
Cybergrooming ist eine Straftat – SCHAU HIN

Kampf gegen Kindesmissbrauch hat oberste Priorität
Bundeskriminalamt: Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexuelle Übergriffe (Kriminalstatistik 2019)
Bundeskriminalamt; Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexuelle Übergriffe (Kriminalstatistik 2020)
Bundeskriminalamt: Vorstellung der kindlichen Gewaltopfer (2021)
Bundeskriminalamt: Abteilung Cybercrime
Bundeskriminalamt: Partnerschaftsgewalt – Kriminalistische Auswertung

Filmempfehlungen (zum Streamen verlinkt):

Der Totmacher (1995)
Schimanski – Loverboy (2013)
Loverboy (2017)
Das Mädchen am Ende der Straße (1976, mit Jodie Foster)
Angeklagt (1988, mit Jodie Foster)
Lolita (1998)
I´m not a fucking princess (2011)
Kairo 678 (2012)
No Child Of Mine (1997) (nicht für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet)
Der freie Wille (2006) (2006) (nicht für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet)

Dokumentationen:

Tatort: Dark Web – Handesware Kinderporno
Tatort: Dark Web – Sex und Erpressung
die story: Polizisten gegen pädophile Täter

Zum Schluss noch zwei verlinkte Dokumentarfilme über zwei Sexual-, und Serienmörder, die ich beide in diesem Beitrag genannt habe. Die Täter erzählen jeweils selbst, was sie zu den Taten bewegt hat (nicht für Jugendliche unter 16 Jahren geeignet!):

Die großen Kriminalfälle: Frank Schmökel – Der Mörder am Gartenzaun
Frank Gust – Der Rhein-Ruhr-Ripper 1v4

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Leugnen, bis der Arzt kommt

Seit Beginn der Corona-Pandemie sehen wir in Medien oft, dass die Existenz des Coronavirus angezweifelt wird. Auch wenn Viren nachweislich vorhanden sind: viele können sich etwas, was nur unter dem Mikroskop sichtbar ist, nicht vorstellen.
Ein Beispiel nach ähnlichem Prinzip ist das AIDS-Virus: bisher sind 32 Millionen weltweit an der AIDS-Erkrankung gestorben, und dennoch gehen manche das Risiko bewusst ein, und manche derer prahlen auch noch damit.
Zwar sind bisher nicht 32 Millionen Menschen an Corona gestorben. Allerdings sprechen wir beui der Existenz von COV19 von inzwischen Monaten, in denen weltweit knapp 2,1 Millionen Menschen verstorben sind (Stand: 05. April 2021). Allerdings ist das HI-Virus ausschließlich über vermehrte Speichelübertragung, durch Blutkontak und durch sexuellen Kontakt übertragbar, während bei Corona die Aerosolen genügen, die allein durch Atmung in der Luft wirbeln.

Leugner gab es schon immer, so wird zum Beispiel seit vielen Jahrzehnten der Holocaust geleugnet, dabei gibt es noch immer genügend Zeitzeugen und Gegenstände aus dieser Zeit sowie Dokumente (in Gedenken an mehr als 50 Millionen Menschen).
Andererseits aber behaupten Verschwörungstheoretiker immer wieder perfide Unwahrheiten, die nicht belegbar sind, sondern einfach nur glaubwürdig verkauft. So gibt es zum Beispiel eine kurze Videosequenz, die über wenige Sekunde bei Nacht aufgezeichnet wurde, worauf man behauptete, dass dies das Monster von Loch Ness in Schottland gewesen sei, weil in dem Video etwas aus dem Wasser ragte. Andere Verschwörungstheoretiker haben in der Vergangenheit für ein Video Gegenstände durch die Luft wirbeln lassen und danach behauptet, es handele sich um eine fliegende Untertasse. Wieder andere Verschwörungstheoretiker zweifeln noch heute die erste Mondlandung an.

Viren sind zweifelsfrei nachgewiesen. Auch wenn Viren mikroskopisch sind, sodass sie nur unter einem Mikroskop zu sehen sind (wir sprechen hier von einer Größenordnung im Nanometerbereich), sind sie dennoch unter uns. Man kann Viren nicht schmecken, nicht riechen, nicht fühlen, und nicht sehen, aber sie existieren.

Nicht jeder Mensch, der sich etwas nicht vorstellen kann, wird automatisch zum Verschwörungstheoretiker.
Jeder Mensch verfügt über unterschiedliche Lernfähigkeit. Eine der vier Lernfähigkeit ist die haptische Fähigkeit – niemand ist schlauer oder dümmer als andere Menschen. Menschen mit haptischer Lernfähigkeit brauchen etwas zum Anfassen, um einen Bezug dazu aufbauen zu können, als „Eselsbrücke“, sozusagen. Es kann also kein Verbrechen sein, dass sich jemand etwas nicht vorstellen kann. Bei einer Größe von Nanometern gestaltet sich das Anfassen eben schwierig.
Bei dieser Pandemie, bei der das Abstandhalten unabdingbar ist, haben es Menschen mit unterschiedlichen psychischen Vorerkrankungen besonders schwer.
Zu diesen Menschen zählen zum Beispiel Menschen, die an Klaustrophobie der sogenannten „Platzangst“ erkrankt sind – dies bedeutet nicht, dass diese Menschen Angst haben, zu platzen, sondern sie fühlen sich in vielerlei Räumlichkeiten schnell eingeengt. Auch zählt zu den (Vor-)Erkrankungen das Asperger-Syndrome, einer Form von Autismus (kennen wir unter anderem aus den Medien von Greta Thunberg).
Auch Menschen mit Alzheimer, einer Form von Demenz, zählen zu den Zweiflern. An Demenz Erkrankte haben es sowieso schwer, denn ihnen fehlt die Reflexion: manche gehen beispielsweise bei Minusgraden barfuß vor die Tür, frieren sich Gliedmaßen ab, aber begreifen nicht, dass das Eine die Folge des Anderen ist, sondern für diese Menschen sind dies zwei verschiedene schreckliche Ereignisse: die Kälte und das Abfrieren der Gliedmaßen. Offiziell, also nachgewiesen, sind mehr als 40 Möglichkeiten der Dezenz, inoffiziell sind es mehr als 70 Formen der Demenz.
Jeder Organismus reagiert indivieduell, allerdings kann eine Demenz bei Behinderten auftreten oder auch bei Menschen nach mehrjährigem Alkohol-, und/oder Drogenkonsum – je nach dem, wie intensiv und wie lange man bis dahin konsumiert hat. Sowohl bei Behinderten als auch bei Demenzerkrankten als auch bei Alkohol-, und/oder Drogenkonsumenten kann eine Schizophrenie die Folge sein, welche die Situation ebenfalls erschwert, ebenso wie Paranoia, alsi Wahnvorstellungen.
Bundesweit leben 1,3 Millionen Menschen mit Demenz unter uns, und laut Krankenkassen werden es mehr werden. Rechnen wir noch die hier genannten Menschen mit anderen Krankheitsbildern hinzu, sprechen wir doch von einer Personenanzahl im zweistelligen Millionenbereich.
Wiederum andere Menschen haben bereits ihrer Kindheit nichts anderes beigebracht bekommen, als dass man das Negative einfach ausblenden kann und nur das Positive sieht.

Wie oben erwähnt, kann man sich nicht mit dem HI-Virus infizieren, weil man an einer Tasse getrunken hat, an der vorher ein HIV-poritiver Mensch getrunken hat, sondern „nur durch übermäßigen Speichelfluss, bei direktem Wundkontakt und beim Geschlechtsverkehr.
Das Corona-Virus ist da wesentlich aggressiver: es ist schon bei körperlicher Nähe von weniger als 1,5 Metern übertragbar, denn die Aerosolen, die sich in unserer Atemluft aus Mud und Nase befinden, reichen zur Übertragung vollkommen aus.
A propos Aerosolen: das deutsche Gesetz definiert als Stoffe die Aggregatszustände fest, flüssig oder gasformig. Und im Paragraph 224 Strafgesetzbuch (StGB), gefährliche Körperverletzung, dort im Absatz 1 (Zitat) „…, mit Gift oder mit anderen gesundheitsschädlichen Stoffen“. Der Straftatbestand der gefährlichen Körperverletzung liegt auch dann vor, wenn jemand die Mund- und Nasenbedeckung nicht trägt und sich weniger als 1,5 Meter von der nächsten Person aufhält. Zwar ist der § 224 ein Antragsdelikt, der Straftatbestand ist dennoch vorhanden.
Ob auf einem Parkplatz eines Discounters oder auf Bahnsteigen die Mund- und Nasenbedeckung getragen werden muss, entscheiden diejenigen, die über das Hausrecht verfügen, sei es die Deutsche Bahn, sei es die Discounter.

Nochmal: dass sich jemand etwas nicht vorstellen kann, ist kein Verbrechen. Dass sich jemand etwas nicht vorstellen möchte, rührt auf irgend einer Art von Reflexion, die bei manchen eben nicht mehr vorhanden ist. Aber Menschen mit ihren Gedanken allein zu lassen, ist bei niemandem eine gute Wahl. Alle Menschen sind soziale Lebewesen.
Und auch diejenigen, die noch reflektieren können, sollten angemessen entlohnt werden – menschlich wie finanziell.

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Passivrauchen ist noch ungesünder

Ehrlich gesagt dachte ich, nachdem ich endlich mit dem Rauchen aufhörte, dass die Welt dann besser würde. Nach und nach wurde mir klar, dass sich einiges sogar verschlechtert hat.
In meinem Beitrag „Von Schall und Rauch zum Nichtraucher“ habe ich erzählt, wie ich vor mehr als 30 Jahren zum Raucher wurde, und wie ich damit aufgehört habe. Nun bin ich aber sowas wie ein „trockener Raucher (anstatt trockener Alkoholiker), deshalb hat auch das Aufhören Nebenwirkungen.

Jede Sucht, dessen sind wir uns sicher einig, ist eine Art „Masochismus“: gefangen und verfangen, man hängt fest. Eine Sucht kann sich in Form einer Spielsucht auswirken, in Form einer Sucht nach Alkohol, nach Zigaretten, nach Kaffee, nach harten- und nach weichen Drogen. Und selbstverständlich wirkt sich jeder Stoff anders aus, außerdem reagiert jeder Organismus individuell.
Wie oft hat man als Raucher schon gehört und gelesen, dass die Tabakindustrie darauf bedacht ist, Raucher abhängig zu machen?! Nach demselben Prinzip handelt auch die Lebensmittelindustrie, und auch das wollen viele nicht hören. Viele Raucher sagen, dass sie von jetzt auf gleich die Zigaretten wegwerfen und aufhören können. Allerdings haben etliche ehemaligen Raucher genauso schnell wieder angefangen, und danach noch mehr geraucht als früher.

Viele Raucher kommen sich cool vor, schnell noch eine zu fluppen, ehe man mit der Arbeit beginnt. Auch nach getaner Arbeit scheint die Zigarette eine Art Belohnung – erinnern wir uns an den Cowboy auf früheren Plakaten für Zigarettenwerbung. Und die berühmte „Zigartette danach“, nach gemeinsamer Gymnastik, sowieso.
Viele Raucher bilden sich auch ein, das Recht zu haben, in dem Moment den inhalierten Qualm auszupusten, wenn jemand vorbei geht. Dass das Passivrauchen viel schädlicher ist, möchten viele Raucher ebenfalls nicht hören. Raucherecken auf Bahnsteigen scheinen etwas für Weicheier zu sein – einfach die Kippe irgendwo zu drücken und fallen lassen, ist doch viel cooler.
Es ist das Nikotin, das abhängig macht, das, was eingeatmet wird. Man zieht nicht permanent an einer Zigarette – lässt man eine Zigarette verdampfen, sieht man den blauen Dunst, in welchem Teer und Kondensat freigesetzt werden. Das sind die Stoffe, die man nach der Inhalation des Nikotins ausatmet, und die noch gefährlicher sind. Diese sind als brauner Dunst wahrzunehmen: Teer verklebt die Lunge – wie eben beim Asphalt auf der Straße.
Tatsächlich beruhigt die Zigarette die Nerven. Denn Nikotin ist ein Nervengift, es legt die Nerven lahm, insbesondere die Geruchsnerven und die Geschmacksnerven. Wenn man erst mal mit dem Rauchen aufgehört hat, hat man Vergleichsmöglichkeiten: man riecht und schmeckt viel intensiver, man riecht sogar einen benutzten Aschenbecher aus 10 Metern Entfernung. Und dass sich der blaue Dunst durch kleinste Ritzen in benachbarte Wohnungen schleicht und sogar dort die Wäsche nach Zigarettenqualm stinkt, möchte man als Raucher auch nicht wahrhaben. „Die ehemaligen Raucher sind die schlimmsten“ – wie oft habe ich selbst diesen Satz immer wieder geäußert. Heute kenne ich die Hintergründe.
Wer noch nie geraucht hat, kennt diese Vergleichsmöglichkeiten nicht – deshalb eingangs der Vergleich mit dem „trockenen Alkoholiker“.

Dabei sind Zigarettenfilter sogar für die Umwelt schädlich. In einer Dokumentation des ZDF gibt es eine Studie, in der ein einziger Zigarettenfilter in ein kleines Wasserbecken fallen gelassen wird, in dem sich Bachforellen befinden. Erste Reaktionen sichtbar nach wenigen Sekunden.

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Mörderische Profile – Über Stephan Harborts Bücher

„Opfer (das): n einer kultischen Handlung vollzogene Hingabe von jemandem“
– Zitat aus einem Wörterbuch –

Der Film „Das Schweigen der Lämmer“ im Jahr 1991 hat dazu geführt, dass in vielen Ländern der Erde Frauen und Männer eine Bewerbung an die Polizei geschickt haben, nicht um Polizistin bzw. Polizist zu werden. sondern um Profiler zu werden- Es ging also allein um Hannibal Lecter, dem man begegnen wollte. Nicht unbedingt dessen Darsteller, aber doch wenigstens seiner Figur.
Einige Jahre später startete im US-amerikanischen Fernsehen eine über die einzelnen kriminalistischen Abteilungen, die für einen Mordfal individuell erforderlich sind. In jeder dieser Folgen kommentieren auch deutsche Experten den gezeigten Hergang. Ermittelt werden dann zum Beispiel Brandspuren, ballistische Spuren, oder auch psychologische Profile. „Stephan Hatbort – Kriminalist und Autor“ wird er oft im Untertitel beschrieben. Er ist häufig zu sehen, wenn jemand mehrere aufeinander folgende Taten im selben Tathergang begangen hat, also mit immer wiederkehrendem Verhaltensmuster (lat.: modus operandi). Gemeint sind also Täter, die beispielsweise Frauen gestalked, sie vergewaltigt, ihnen Wunden zugefügt und Haare oder Kleidung als Trophäen mitgenommen haben.
Dass Harbort expertiert wurde, ist nicht von Ungefähr. Im Jahr 1964 in Düsseldorf geboren hat er nach dem Abitur bei der Polizei eingeschrieben und dort BWL, was er 1993 mit dem Staatsexamen abschgeschlossen hat. Weil ihm die alltägliche Polizeiarbeit mit der Zeit zu langweilig geworden ist, hat er nach einer Nische gesucht, in der sich noch niemand vorgewagt hat. Bis heute hat er etwa 30.000 Seiten an Polizeiberichten, Briefe von Serienmördern, forensischen Gutachten, Gerichtsurteilen gelesen, und den Begriff „Serienmord“ auch international mitgeprägt.

Harbort hat die Tathergänge in der Sendung so plausibel erklärt, dass man annehmen könnte, das Profiling sei doch etwas, was Jedermann könne – also gar nichts, was man gar nicht erst erlernen oder studieren müsse.
Das Hannibal-Syndrom war mein erstes seiner Bücher. In den ersten Seiten glaubte ich noch, die Filmfigur erkennen zu können. Einerseits war ich etwas enttäuscht, weil meine Vermutung nicht stimmte, andererseits aber war ich neugierig geworden, neues Terrain zu betreten. Entweder man steigt vorzeitig wieder aus, also klappt das Buch zu – dann aber ist man genauso schlau wie vorher auch. Liest man aber weiter, besteht die Gefahr, dass man etwas lesen muss, was man im Nachhinein nicht lesen wollte.

In Berichten Medien von einem grausamen Verbrechen heißt es manchmal „Der Täter hat alle Opfer über längere Zeit gefoltert und zu Tode gequält“, „Er soll bereits früher Tiere gequält haben“ oder „Er stand schon länger im Focus der Ermittler“ oder „Er befand sich schon einmal in einer psychiatrischen Einrichtung.“ „Wer verdammt tut sowas?“, fragen wir uns. Aber möchten wir es wirklich wissen? Derartige Meldungen stoßen bei vielen Menschen auf Empörung. Man ist sich aufgrund eigener Menschenkenntnis (nd manche auch aufgrund eigener Lebenserfahrungen) ziemlich sicher, über den Täter urteilen zu können. Wenn es dann auch noch heißt „Der Täter hatte eine traurige Kindheit“ fällt bei vielen der Deckel. „Jeder hat doch sein Päckchen zu tragen. Soll ich mal anfangen“ Bis dato ist oft überhaupt nichts darüber bekannt, weshalb der Täter ausgerechnet diese Person als sein Opfer auserweählt hat. Wieso die geschädigte Person dem Täter überhaupt vertraut hat, und auf welche Art sie ihm vertraut hat. Hat er sie mit Schlägen oder mit Drogen gefügig gemacht? Oder hat sie sich ihm etwa freiweillig hingegeben?
Wenn dann auch noch zu lesen ist, dass der Täter und das Opfer gemeinsam Sex-Parties gefeiert haben, dann sind viele enttäuscht. „Ach so!“…, heißt es dann, „Dann hat sie es doch gewollt!“. Es gibt Situationen, die man erst einschätzen kann, wenn man sie selbst erlebt hat. Beurteilen kann man nie, denn jeder Mensch empfindet anders, obwohl dasselbe erlebt.

Niemand ist daran Schuld, gefoltert und malträtiert zu werden. Niemand gehört irgendwem – per Gesetz nicht, und moralisch auch nicht. Sogenannte mündlich oder schriftlich vereinbarte „Sklavenverträge“, wovon im Internet immer wieder zu lesen ist, verstoßen rechtlich gegen die guten Sitten. Bei uns sind Leben, körperliche Unversehrtheit und Freiheit die höchsten Rechtsgüter. Danach folgen Ehre und Eigentum.

Wieso eigentlich immer der Klassiker, in dem ein Mann einer Frau etwas antut? Sind Frauen etwa zum Töten nicht imstande? Sind Frauen zum Foltern nicht imstande? Was ist mit den Fällen, in denen Frauen foltern und töten, psychisch wie physisch? Dass Frauen eher die „Giftmischerin“ sind und Männer eine vermehrte körperliche Gewalt aufweisen, ist wohl der Klassiker schlechthin. Ausnahmen gibt es immer und überall.

Im Dunkeln ist es nur solange dunkel, bis jemand das Licht anmacht – genau das tut Harbort. In seinem mehr als 20 Büchern, Hausarbeiten und Referaten nimmt er uns mit, auf die Reise in die Seele von Serienmördern und in die Seele der Geschädigten, aber auch in die Gedanken der Profiler. Er zitiert aus den Briefen und all den ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen. Nicht alles, aber das, was da steht, ist so gesagt oder geschrieben worden. Alles andere wäre Augenwischerei. Namen verfremdet er, denn es geht ihm um das mörderische Profil, und wie es zu den Taten kommen konnte. Gleiches gilt für das Ansehen der Geschädigten und ihren Angehörigen. Er beschreibt die Tatorte, das erlaubt ihm die künstlerische Freiheit. Die Fälle, die er erläutert, sind alle real gewesen.
In manchen der etwa ein Dutzend Kriminalsendungen, in denen er inzwischen Gastredner und Profiler gewesen ist, hat er auch ausschließlich mit den zurückgebliebenen Gefährtinnen von Serienmördern gesprochen. Was vermag wohl eine Frau zu denken und zu fühlen, wenn der Mann, den sie einst geliebt, und mit dem sie über Jahre Haus, Hof, und Tisch und Bett geteilt hat, andere Menschen zu Tode gequält hat? Wie erträgt man die teils überflüssigen Bemerkungen von außen und auch aus den einst nahen Umfeld, wie etwa „Das hätte ich dir vor 20 Jahren sagen können. Aber du warst ja blind!“ Und wieso eigentlich kann ein Mensch so blind sein? Wo hätte man bzw. Frau etwas merken können oder müssen?

Ein Psychopath besitzt insofern Einfühlungsvermögen, als dass er sich gedanklich in seine Opfer heinversetzen kann, um deren Vertrauen zu erschleichen, um ihnen zu Zeitpunkten, die er bestimmt, weh tun und sie ggf. töten kann. Empathie, das emotionale Verständnis, sucht man bei den meisten Psychopathen vergebens – es fehlt der Nutzen. Es gibt Psychopathen, denen man sogar als angenehme, flüchtige Bekanntschaft während eines Kneipenbesuchs begegnet. Manche Psychopathen sind auch in Führungsetwagen namhafter Firmen zu finden. Ein Soziopath besitzt noch nicht einmal diese Gabe. Ihm ist es egal, was sein Opfer, die geschädigte Person, empfindet.
Auch wir, wenn wir etwas neues hören, suchen nach etwas vergleichbarem, und wie auch wir auf Erfolgserlebnisse stolz sind und irgendwann der graue Alltag einkehrt, sind auch Serienmölrder gedanklich wie emotional stolz auf ihre außergewöhnlichen Taten. Nur mit dem bitteren Nachgeschmack, dass Mörder und Serienmörder ihre Taten nicht mit anderen teilen können. Und dennoch suchen viele Serienmörder ein offenes Ohr, in der Hoffnung auf Verständnid. Das habe ich Harborts Büchern entnommen.

Killerfrauen oder Der klare Blick heißen die Bücher, die ich bisher gelesen und rezensiert habe, Ich musste sie kaputt machen war für mich das bisher emotional schwierigste. Darin geht es um einen Mann, der in einfachen Verhältnissen aufgewachsen ist, mit seinen Eltern und seinen 5 Geschwistern in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Er, Joachim Kroll, wurde stets klein gehalten, von seinen Eltern und seinen Geschwistern ausgelacht, als Versager betitelt. Sexualität war für ihn insofern selbstverständlich, dass man nicht darüber redet, sondern „es“ einfach macht – aufgeklärt wurde er ja nie. Kurzum: er ging früh von zu Hause weg, fand auch als Erwachsener immer nur Arbeiten als Helfer, hatte bei Mädels und Frauen ebenso wenig Erfolg, büchste oft aus, war viel auf der Flucht, und sein jüngstes und sein ältestes Opfer waren fünf und 64 Jahre alt. Es sollte die Leserinnen und Leser ermutigen, dass auch die Ermittler trotz Teamarbeiten zwischen den Interviews Atempausen benötigten.
Meine Rezensionen von Harborts Büchern in meinem Account in lovelybooks.de. Blut schweigt niemals wird mein nächstes Buch zum Rezensieren sein, dafür habe ich kürzlich Harborts gleichnamige Lesung besucht. Eventuell werde ich nach dem übernächsten Buch eine Art „Jubiäumsrezension“ bekannt geben, also eine Rezension für mehrere Bücher gleichzeitig.

Harborts Bücher sind unter anderem in Amazon erhältlich. Seine Webseite lautet www.der-serienmoerder.de.

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Von Schall und Rauch zum Nichtraucher

Wie würden Sie es denn beschreiben, wenn man während der Arbeit beim Chef oder bei den Kollegen eine Zigarettenpause ankündigt, aber vor lauter Stress direkt nach dem Ausdrücken direkt die nächste Zigarette hinterherqualm, weil man rauchen muss, weil man sonst aggressiv wird.
Doch, das hat schon was von Kettenrauchen, von “in Ketten rauchen“: es ist eine Art Freiheitsberaubung, in Ketten, gefesselt, süchtig nach dem Nikotin, das die Nerven beruhigt. Abhängig. Ausgeliefert. Das Nikotin bestimmt den Tagesablauf mit.
Die Tabakpflanze selbst riecht etwas streng. Es sind das Kondensat und der Teer, also die Schadstoffe, die so stinken. Der Mundraum, die Kleidung, die Finger, der Aschenbecher. Auch Außenraucherbereiche stinken nach kaltem Rauch. Der innere Bereich sowieso: die Tapete, die Möbel. Irgendwann nimmt man es selber gar nicht mehr so wahr. Höchstens dann, wenn man von draußen rein kommt, dann stinkt es sogar. Jeder kennt es von früher, noch aus den 1990er Jahren, die Bude zugequalmt, längst kein Mensch mehr da, der kalte Rauch hat sich seinen Weg gebahnt und verweilt standhaft. Es haut einen um, wenn man rein kommt.

>>Komm mit, ich zeig` dir was.<< Während wir den Weg entlang gingen, drehte er eine Zigarette mit "Blättchen", so die Bezeichnung unter Rauchern fürs Zigarettenpapier. Na und?! Geübt hatte ich das Rauchen schon öfter. Bereits als Kleinkind zerbrach ich eine Salzstange in der Nähe eines der Enden, das kurze Stück nannte ich Feuerzeug, das lange Stück die Zigarette - natürlich alles nur gespielt. Aber nun hatte ich endlich Kontakte zu den Großen, wie ich die maximal fünf Jahre älteren Piefkes damals nannte. Anfangs ließen sie mich ja noch mitrauchen, nachdem meine 70 Mark Taschengeld (wären heute 35 Euro) aufgebraucht waren. Aber “Von dem eine, und von dem eine... Wird schon passen, wir sind ja Freunde.“, dachte ich. Es verging aber nicht viel Zeit, bis die echten Freunde mich zur Ordnung riefen und sagten >>Wenn du rauchen willst, musst du selber kaufen. Oder deine Zigaretten eben drehen, das müssen wir auch.<< War in dem Moment schon Scheiße. Aber sie hatten recht. “Wird schon werden.“; redete ich mir immer wieder ein... Zu wissen, dass eine Packung Tabak fünfmarkfünfzig kostete, und dies auch zu verinnerlichen, das sind zei Paar Schuhe, das musste ich auch erst lernen.

Schulsachen wurden genauso zu Hause aus der Haushaltskasse gekauft wie Lebensmittel. Kleidung natürlich auch, aber es war nicht immer das dabei, was einem gefiel. Selbstverständlich hatte ein Jugendlicher damals auch Ausgaben.
Eine Packung Tabak kostete damals fünfmarkfünfzig, je nach Sorte, manche `ne Mark billiger. Ein paar Doc Martens, diese Schuhe waren damals voll im Trend, kosteten ab achtzig Mark bis teilweise hundertdreißig Mark. Eine “BRAVO“ wenn ich mich recht entsinne `ne Mark 80. Eine Single-Schallplatte (war ein Tonträger mit 2 Liedern drauf, der aus Vinyl bestand) fünfmarkneunzig, eine Maxi-Single-Platte (mit 3 Liedern) 14 Mark 80, und eine Langspielplatte (ein Album) je nach Plattenfirma 24 Mark 95, und eine Doppel-LP etwa 34 Mark 95. Eine Konzertkarte einer relativ unbekannten Band kostete etwa als Stehplatzkarte 15 Mark, die Karten eines Stehplatzes von namhaften Bands kosteten zwischen 80 und 140 Mark. Je nach Ruf der Band in den Medien konnte man sich die Karte noch nicht mal erschleichen, die Eltern hätten es erfahren.
Kein Konzert ohne Alk: die von uns genannte “Punkerpisse“ im Supermarkt gab`s in der 0,33er Dose für 40 Pfennige (0,40 D-Mark), die 0,5-liter-Dose für 79 Pfennige. Eine Flache Cola gab`s damals für ´ne Mark im Geschäft, ´ne Flache Korn für rund 7 Matk im Geschäft und eine Flasche Jack Daniels im Geschäft rund 35 Mark.
Zu Beginn der Pubertät hatte man – wie heute kein auch – eigenes Gehalt, man verdiente sich z.B. durch Zeitungen austragen etwa 160 Mark dazu. Die Fast-Erwachsenen bekamen Gehalt aus der Lehre.
Es wäre ungerecht, nur Euro-Preise um die Ohren zu hauen. Um eine kleine Exkursion als Vergleich zu den Kosten in Prozent von heute kommen wir nicht herum. Fairerweise muss man sagen, dass man sich als Single mit einem Gehalt von 1.600 Mark mit Fixkosten inklusive Wohnung, Strom und Heizung und sonstigen Ausgaben für den alltäglichen Bedarf einigermaßen über Wasser halten konnte. Manchmal war auch ein Auto drin – das hing dann von der Miete ab, und von kleineren, gelegentlichen Nebentätigkeiten. Seit Einführung des Euro wurden die Löhne von Beginn an halbiert und nach und nach leicht erhöht, sodass im sich im direkten Vergleich etwas getan hat. Allerdings sind viele Preise von heute drei mal so hoch wie zu D-Mark-Zeiten, manche Preise sogar vier mal so hoch.

Meine 70 Mark Taschengeld waren jedenfalls schnell aufgebraucht. Manche Kollegen hatten damals 200 Mark Taschengeld zur Verfügung, plus die Einnahmen von kleineren Geschäften unter der Hand. Als 13-jähriger konnte man weniger reißen – wenn man jemandem etwas geholfen hatte und dafür nach etwa drei Stunden 50 Mark bekam, war das viel Geld, man konnte sich schließlich etwas davon leisten. Die damaligen Zigarettenautomaten waren längst nicht mit Ausweiskontrolle ausgestattet, sondern hatten einen Geldschlitz, den man versperren und das Geld der anderen fischen konnte, und sie standen auf U-Schienen, die lediglich im Boden einzementiert worden waren. Mein Gott, ich bin nie erwischt worden, und ich war 13. „Wenn die Zigaretten mal 5 Mark kosten sollten…“, verkundeten wir damals, „…, dann hören wir auf.“
Die Summe des Preises ist heute in der Höhe, wie sie damals auch war: nämlich bei 6,50. Also alles wie gehabt? Nein. Viele aus der untersten Arbeiterschicht verdienen heute nicht in der Summe 1.600, wie damals in D-Mark, sondern teilweise 1.300 Euro. Der Europreis von 6,50 beträgt in D-Mark aber (mit 1,95583 multipliziert) allerdings gerundet 12,71 D-Mark, also weit mehr als die damalige ausgesprochene Schmerzgrenze von fünf Mark. Der damalige Zigarettenpreis von vier Mark ist also verdreifacht.
Die Moral dieser kleinen Preis-Exkursion? Wir motzen und motzen und motzen…, für Änderungen sind wir auch bereit, sollen die anderen ruhig mal damit anfangen. Anscheinend fühlen wir uns bestätigt, wenn ein Produkt etwas kostet. Mögliche gesundheitliche Folgen werden beschönigt, man könne ja auch durch viele andere Einflüsse sterben. Dass das Passivrauchen sowieso viel schlimmer ist, wissen wir, dass wir eben mit unserem Kettentauchen anderen das Passivrauchen zumuten, verdrängen wir, die Kippen helfen uns ja dabei, weil sie die Nerven beruhigen, Probleme verschwinden lassen.

Im Alter von 16 Jahren lag ich wegen einer Lungenentzündung richtig flach. Weil mir noch nicht mal mehr die Zigaretten schmeckten, fragte ich mich damals ernsthaft, ob sich so etwa das Lebensende anfühlt. Nach mehr als zwei Wochen Krankheit und Nichtrauchen besuchte ich geschwächt eine Kneipe, in der ich bis dato ein paar Male gewesen war. Wir standen mit ein paar Mann am runden Tisch. Irgendwann fiel mir auf, dass auf meiner Seite nur mein Glas stand, die Plätze der anderen waren voller, Scheinbar instinktiv zum Zigarettenautomat. Wie mir ein paar Tage später erst auffiel war das eine meiner folgeschwersten Entschlüsse, schließlich war ich wieder Raucher, gehörte wieder dazu. Dabei fühlte sich das Inhalieren des blauen Dunstes doch so cool an, der Ausdruck “die Zigarette danach“ (nach vielem) hatte somit mehrere Bedeutungen.

Mit den Jahren stiegen bereits die D-Mark-Preise, auch für Zigaretten. Gleich nach Einführung des Euro im Januar 2001 gab es im Discounter Cigarillos: 17 Stück für 1,25 Euro. Toll, wenn die Sucht preislich auch als Hobby bezeichnet werden kann. Selbst bei derzeit 2,50 Euro pro Packung und 100 Euro pro Monat ist man noch wesentlich günstiger dran als bei Zigaretten. Mir hätte die ersten Jahre lang niemand weiß machen können, dass diese Dinger noch schädlicher als Zigaretten sind und noch abhängiger machen oder dass sich mit den Jahren die Zähne dunkler färben. Dass die Finger, die Kleidung, die Wohnung und die Möbel von den Dingern noch mehr stinken als von Zigaretten.
Mit dem Gedanken “Scheiße. Keine Kippen mehr, aber Kiosk zu.“ auf zur nächsten Tankstelle. Nachts. Feuerzeug leer? Kein Problem, wenn man einen Toaster parat hat und die Cigarillo an den Glühstäben im Inneren anmachen kann. Und dann? Schmeckt die Fluppe erst richtig gut, immerhin ist diese Fluppe dann verdient, man hat körperlichen Aufwand investiert.

„Raucher sind asozial“, sagen manche Nichtraucher. Nun möchte ich nicht darüber philosophieren, wer mehr als andere gesellschaftliche Normen verweigert. Aufgefallen sind mir in den letzten Jahren zum Teil tätowierte Typen mit externer Festplatte am Mund und einer Rauchwolke, die einer Dampflokomotive entwichen sein könnte. Manche dieser Gerätebesitzer pusten den ausgeatmeten Qualm wenigstens nach oben aus. Aber manch andere pusten gerade dann aus, wenn jemand vorbei geht, sodass diese Person sich wie neben einer Nebelmaschine in einer Discothek vorkommen muss. Als „Meine Dampfe“ bezeichnen manche ihr Rauchgerät.
Weil ich selber einmal als aktiver Cigarilloraucher an der Bahnhaltesteller von einer Frau beschimpft worden war, weil ich in dem Moment ausgepustet hattee, in dem sie an mir vorbei ging,, habe ich mich im Laufe der Zeit bei manchen Geräterauchern erkundigt. Alle haben mir auf meine Frage nach den monatlichen Ausgaben versichert, dass sie monatlich mit 20 bis 30 Euro auskommen. >>Aber als Selbstwickler<<, haben viele mir gesagt. Sie zeigten mir aber auch eine ölige Flüssigkeit, also mit Zigarettendrehen, wie ich es bis dato kannte, hat das Selbstwickeln nichts zu tun.

In unserem Ort gibt es auch so ein Geschäft für “Aromen, Liquids & Zubehör“, wie am Schaufenster steht. Nachdem ich ja mit einigen dieser Geräterauchern gesprochen hatte, wollte ich es wissen, wollte die Unterschiede zwischen dem gewohnten Zigaretten- und Cigarillos und den E-Zigaretten kennen lernen. Natürlich hatte ich für mich im Stillen den Vorwand, dass die E-Zigarette nur eine Problemverschiebung, und deshalb Geldmacherei sei. Ich offenbarte dem Verkäufer, dass ich nach 32 Jahren das Rauchen aufgeben wolle, und war gespannt wie ein Flitzebogen, was er mir denn nun andrehen wolle, weil: verkaufen wollen alle. Zu meiner Überraschung hat er sich aber erstaunlich viel Zeit für mich genommen, zeigte mir, was es mit Akkuträger, Verdampferkopf, Coil, Watte, Wattzahl, den unterschiedlichen Liquids auf sich hat, ich durfte auch an einem Ausstellungsverdampfer auf Probe dampfen. Und was ein Selbstwickler ist, weiß ich nun auch, und das Geheimnis um die riesige Dampfwolke kenne ich nun. Mit Akkuträger, einer Packung Coils, Akku, Verdampferkopf, und Liquid mit 12 mg Nikotin für die nächsten Tage ausgestattet, und etwa 95 Euro weniger, habe ich den Laden verlassen.
Die ersten Geh- bzw. Rauchversuche waren schon eigenartig. Ständig das Liquid auffüllen – eine Zigarette zündet man einfach an, und gut ist. Wenn man rauchen bzw. Dampfen will, muss man sowohl beim sprichwörtlichen Anmachen als auch beim Ausmachen mehrfach den Feuerknopf drücken. Die Zigarette benötigt keinen Feuerknopf – dafür kann man auch bei starkem Wind elektrisch rauchen, und das ohne herumfliegende Glut. Viele Zigarettenraucher haben den Tick, während einer Beschäftigung eine Zigarette anzuzünden, nur um ein paar Züge zu erhaschen, damit der Rest der Zigarette schließlich vor sich hin verqualmt (dann aber beschweren, dass alles so teuer geworden ist). Eine Dampfe geht nach Sekunden in den Stand-By-Modus.
Nach 2-3 Monaten hatten sich meine monatlichen Kosten für das Liquid auf 60 Euro eingepegelt – immerhin schon mal 40 Euro weniger als vorher die Cigarillos. Hier einen Akku unterwegs verloren (10 Euro im Geschäft) und da beim Aufstehen die komplette Dampfe zu Boden geworfen, da fallen dann auch schon mal Extrakosten an. Bei dem einen dauert es länger, bis man sich komplett umgestellt hat, beim anderen weniger. Aber selbst nach Monaten merkt man die Unterschiede, wenn beim ersten Fensterputzen nach der Rauchumstellung das Wasser heller als gewohnt ist. Und irgendwann kommt ein Tag, an dem das Liquid aufgebraucht ist oder entweder die Watte in der Coil wegen falscher Behandlung vorzeitig durchgebrannt ist oder aufgebraucht. Und dann? An der Tanke gibt`s kein Liquid. „Kann ich dir `ne Kippe abkaufen? Der Kiosk hat noch zu.<<, kommt einem ziemlich bekannt vor. Und das war`s dann mit der Umstellung, also doch wieder zu alten Gewohnheiten. Scheiß Sucht.

Ich möchte mir nicht anmaßen, jemandem den Lebensweg vorzuschreiben. Auch möchte ich nicht sagen „Mach`s wie ich!“ Ich kann nur von meiner Seite aus sagen, dass viel Gewohnheit hinter dem ganzen steckt. Mit den Monaten habe ich Liquid mit immer geringeren Nikotindosierungen gekauft, mein jetziges Liquid beinhaltet seit Monaten null Prozent Nikotin. Außerdem dampfe ich nicht mehr 40 kleine Fläschchen pro Monat, sondern komme mit 10 ml etwa 3 Wochen lang aus, zusätzlich zur Base. (reines Aroma kann man nicht dampfen). Manchmal dampfe ich 1 bis 2 Stunden am Stück, ausschließlich wegen des Geschmacks, und manchmal dampfe ich einen halben Tag lang gar nicht, ich kann es mir aussuchen, bin Herr über mich selbst, und meine monatlichen Kosten liegen bei etwa 12 Euro (kein Tippfehler).
Es gibt Dampfer, die mehrere Dampfen besitzen und in jedem Gerät eine individuelle Geschmacksrichtung dampfen, und zusätzlich ein halbes Dutzend Akkus mit sich rumschleppen. Das muss alles jeder/r für sich selbst entscheiden können. Die riesige Dampfwolke hat mit der Höhe der Wattzahl zu tun, die meisten Dampfer dampfen ab 60 Watt aufwärts.
Wie man nach der Umstellung zum Dampfen beim Fensterputzen keine Rückstände mehr findet, so profitiert auch die eigene Lunge davon. Nicht nur dass das Nikotin fehlt, sondern auch die Schadstoffe wie Teer und Kondensat sind ja auch nicht mehr da. also bräuchten mir Anhänger von #FFF keine Vorwürfe wegen vermeintlichem CO2-Austoß zu machen. Nach 32 Jahren kann ich etwas von mir behaupten, was ich noch vor einem Jahr nicht geglaubt hätte, dass ich es mal sagen dürfte: ich rauche nicht mehr.

Nicht nur, weil Nikotin, Kondensat und Teer schädlich sind und tödlich sein können, habe ich dieses Thema zu einem der Mord(s)themen meiner Webseite gemacht. Sondern weil für manche Raucher der Ausdruck „Für eine gute Zigarette würde ich jetzt jemand umbringen!“ mehr als nur eine Floskel ist.

Das ganze in Kurzform? Ich sag`s mal so: DANKE an http://www.hp-vaporstore.de/

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Klick, und weg bist du!

Ein Beitrag über #KünstlicheIntelligenz, deren Folgen und über unser Online-Verhalten.

In Filmen gibt es sie längst. Halb Mensch, halb Roboter: Cyborgs. Und hinsichtlich der heutigen operativen Möglichkeiten sieht es auch so aus, als wolle man den Fortschritt in jeder Hinsicht erst gar nicht aufhalten wollen.Wo doch das Internet bereits die vorhergesagt Zukunft der Gegenwart ist: was wird aus uns? Welche Rolle spielen wir eigentlich noch? Werden wir überhaupt noch benötigt?

Um ehrlich zu sein: wir möchten auf den technologischen Fortschrit doch nicht wirklich verzichten. Ohne diesen gäbe es zum Beispiel keine Sensoren, also keine Bewegungsmelder, und dadurch ginge nicht von selbst das Licht an, Rolltreppen müssten per Hand gesteuert werden. Auch „intelligente Rechenmaschinen“, also Taschenrechner, gäbe es dann nicht. Smartphones, also „intelligente Telefone“ auch nicht. Alexa? Fehlanzeige!
Unter „intelligent“ versteht die Evolutionsforschung, dass man sich etwas merken kann, also speichern. Sogenannte „intelligente Chipkarten“, wir nutzen sie alle seit Jahrzehnten, sind in der Lage, Daten über uns zu speichern, die dann jederzeit aktualisiert (updated) werden können, zum Beispiel die Krankenversiuchertenkarte und die Bankkarte. Und wenn man nun aus eigener Kraft das eine mit etwas anderem kombinieren kann, beispielsweise 2+2=4…, ist das dann schon „psychopathische Veranlagung“? Warum eigentlich verlassen wir uns fahrlässig auf Maschinen?
Und vor allem: was, wenn die Maschinen plötzlich mehr über uns wissen als wir selbst? Geht das überhaupt?

Nun…, viele von uns kennen sicher das Programm Excel, das man automatisch im Office-Paket von Windows erwirbt. Und einige von uns haben sicher schon mal damit gearbeitet. In diesem Programm gibt es eine „Wenn-Dann-Funktion“. Wie der Name schon sagt, kann man (und muss man in diesem Fall) selbst vorgeben: wenn nicht so, dann eben die Alternative – welkche man dann dem Programm benennen muss. Das Programm weiß aber dann ab jetzt, dass es auch in Zukunft die andere Variante einsetzen muss. Nach diesem Prinzip hat mal jemand vor vielen Jahren mittels dieses Programms auf sehr mühsame Weise ein Schachspiel geschrieben.
Eine erweiterte Variante ist natürlich die, dass ein Helferlein einen Menschen glücklich machen kann, noch bevor dieser überhaupt vor Ort ist. Hier ist dann von Wahrscheinlichkeitsberechnung die Rede. Geldspielautomaten funktionieren mit dieser Wahrscheinlichkeitsberechnung: selbstverständlich wissen die, welche Walze kommen muss, damit man drei gleiche Symbole oder Sonstiges zusammen hat, was laut Regeln zusammengehören soll. Für den Betreiber wäre es sicher unwirtschaftlich, würde die Maschine ständig Geld ausspucken.

Auf dem Prinzip der Wahrscheinlichkeit basieren aber auch virtuelle Roboter. Diese werden mittels einer komplizierten Zahlen- und Zeichenkombination generiert, die je nach Programmiersprache variiert. Deren Funktion ist es, Daten über unser virtuelles Verhalten zu sammeln. Beispielsweise beim Online-Einkauf: „Sie haben eine Kaffeemaschine gekauft. Dann dürfte Sie auch Kaffeefilterpapier und Kaffeepulver interessieren“. Es kann in diesem Fall also nicht bestimmt werden, dass sie die weiteren Produkte tatsächlich benötigen.
Selbstverständlich kann man auch elektronische Lagersysteme so weit mit Daten füttern, dass sie – nach Eingabe der Umsätze und Absätze – wissen, zu welchem Zeitpunkt das Produkt ausverkauft sein wird, und sind sogar in der Lage, selbstständig eine Bestellung an den Großhändler raus zu geben. Im EAN-Code (Europäische Artikelnummerierung, wir kennen diesen auch unter dem Namen Strich-Code), die wir auf allen Produkten finden, sind unter anderem diese Daten gespeichert. Dieser Code verrät dem Einzelhändler zum Beispiel auch, ob dieses Produkt überhaupt seinenm Sortiument entspricht. Und an der Kasse folgt dann sozusagen „Die Sekunde der Wahrheit“.
Online-Roboter werden abgekürtzt „Bots“ genannt, von der englischsprachigen Bezeichnung robot stammend. Auch solche sind darauf programmiert, über unser virtuelles Verhalten Daten zu sammeln, also nicht nur beim Einkaufen im Internet. Sämtliche Suchmaschinen (Googe, Bing, Alexa etc.) bedienen sich einen sogenannten Webcrawlers. Webcrawler durchforsten sämtliche Internetseiten nach Inhalten und pinnen diese quasi gemeinsam mit anderen Webseiten an eine Art Pinnwand. Heraus kommt dann eine Suchmaschine für einen bestimmten Wirtschaftszeig, sagen wir mal „Handwerker gesucht“: zu finden sind dann dutzende oder hunderte Internetseiten von Handwerkern jeglicher Art, die nach Eingabe konkreter Suchbegriffe komprimiert werden. Ähnlich wie früher das Branchenbuch „Gelbe Seiten“, nur dass darin keine Preise und Konditionen enthalten waren. Jeder Betreiber einer Webseite kann den Webcrawlern einer Suchmaschine mittels der Datei robots.txt das Crawlen entweder komplett verbieten oder nur in bestimmten Bereichen der Webseite erlauben.
Dann gibt es auch virtuelle Roboter (Bots), die unsere Profile in Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram & Co. ausspionieren und kopieren. Selbstverständlich generieren auch diese Bots sich nicht selbst, sondern diese werden täglich weltweit hundertfach generiert, um sich entweder durch Hacking (Knacken der Zugangsdaten des jeweiligen Internetprofils) mit fremden Federn zu schmücken oder gar, um der Person, der das entsprechende Internetprofil gehört, erheblichen persönlichen- und/oder wirtschaftlichen Schaden zuzufügen, Mobbing, Stalking (Nachstellung), jegliche Beeinträchtigung der Privatspäre bis hin zu Selbstverstümmelung, Suizid und Auftragsmord…, all das ist in der Vergangenheit schon oft vorgekommen. Oder auch das Ausspähen von persönlichen Daten und Geschäftsgeheimnisse.
In sogenannten „Hacker-Foren“, also Internetforen für das Hacken von Computern und Internetprofilen, geben manche Hacker mit ihren (Un-)Taten an. Es soll, so die Aussage einiger Internetnutzer, auch gute Hacker und böse Hacker geben: gute Hacker zeigen einem meines Wissensstandes nach nur die Lücken auf, ohne dabei Schaden anzurichten. Böse Hacker sind in der Lage, ganze Webseiten lam zu legen – und nutzen ihre kriminellen Energien auch.

Gibt es dafür eigentlich einen rechtsfreien Raum? Ist alles erlaubt? „Wo kein Kläger, da kein Richter“ wäre vielleicht die beste Antwort darauf. In jedem Land der Erde (insgesamt gibt es 189 Nationalitäten) herrschen andere Gesetze. Zwar gelten auch in anderen Ländern sowas wie „Grundgesetze“ oder Grundverordnungen. Allerdings sind in manchen Ländern Polizeistationen so dünn besiedelt, dass man bestenfalls einen Dorf-Sheriff antrifft, der mit den Ältesten und Reichsten des Dorfes befreundet ist, wodurch die Straftat erst gar nicht vor Gericht landet.
Ohne irgendwem Unrecht zu tun: es gibt nun mal keine einheitlichen Gesetze in allen Ländern. Rechtswirksam ist ein Unternehmen dort, wo sich der Firmensitz befindet, für Internetfirmen heißt das dort, wo das Rechenzentrum steht, in welchem sich widerum der Server mit der IP-Adresse befindet.
Während man bei uns in Deutschland wegen § 185 Strafgesetzbuch (StGB) Anzeige wegen Beleidigung erstatten kann, erscheinen in anderen Ländern Ausrufe wie „F*** you!“ (F*** dich!“) gar nicht erst vor Gericht, weil sie dort als freie Meinungsäußerung gelten. Es ist nicht überall alles erlaubt. Es wird nur nicht überall alles rechtlich verfolgt. Menschenwürde und Persönlichkeitsrechte werden in manchen Ländern ganz klein geschrieben.

Nur angenommen, ein programmierter Staubsauger wäre(!) auf eine Art „Bösartigkeitsmodus“ einzustellen, sodass dieser zu spinnen beginne, bräuchte man einfach nur entweder die Batterie rausnehmen oder die gesamte Elektrik lahm legen, beispielsweise durch einen Kurzschluss. Im Internet ist das nun nicht so einfach. Denn die Datenautobahn des Internets führt nicht nur in zwei Richtungen, nämlich hin und zurück, sondern das Internet ist ein gesamtes Netzwerk. Würde man sich zu hundert Prozent vor Viren und Keimen schutzen wollen, dürfte man sich für den Rest des Lebens nicht mehr im öffentlichen Verkehr bewegen. Sie ahnen es bestimmt: wie könnte man den Computer vor Zugriffen von außen schützen…? Selbst ein Speichermedium, mit dem man in einem Internet-Cafè im Netz unterwegs gewesen ist, ist quasi „kontaminiert“, denn bei jedem Besuch im Netz gibt es einen Datenupload und einen Datendownload.
Nur weil eine x-beliebige Internetseite mit „.de“ endet, muss das nicht automatisch heißen, dass sich der dazugehörige Server in Deutschland befindet. Man kann Risiken minimieren, indem man sich vor Zustimmung der Cookies die dafür erforderlichen Hinweise durchliest – so lässt sich überprüfen, welche Daten beim Besuch der Webseite gespeichert werden. Und in Seiten, in denen man sich registrieren möchte oder registrieren „muss“, weil man gewisse Sachen erst nach Registrierung lesen kann, lohnt ein Besuch des Impressums, denn bei Firmen steht dort außer der Geschäftsadresse der Eintrag ins Handelsregister. Es MÜSSEN Kontaktmöglichkeiten wie E-Mail-Adresse und/oder Telefonnummer vorhanden sein, man hat schließlich das Recht, im Falle von Unsicherheit Fragen zu stellen. Allerdings steht in vielen Internetseiten eine „info@blabla.de“-Adresse, die in den meisten Fällen nie abgerufen wird, das ist dann manchmal sehr ärgerlich.
Auch manche Online-Bewertungsportale „betrügen“ ihre Leser, indem sich dort Bekannte oder hauseigene Mitarbeiter registrieren, um mit verschiedenen Namen nur Positives zu schreiben, damit die Gesamtbewertung möglichst hoch bleibt. Grundsätzlich kostet der persönliche Kontakt an den Betreiber der gewünschten Webseite eine freundliche E-Mail, und weniger Zeit, als sich in anderen Seiten mit Kommentaren und Gegenkommentaren rum zu ärgern.

Doch, ich bekenne, dass ich im Februar 2019 bei den Demonstrationen #GegenUploadFilter in Köln mitmarschiert bin, „Wir sind keine Bots!“, lautete einer unserer Schlachtrufe. Mit Verlaub: es sind unsere Werke, die wir als Schreiberlinge/Autoren/Künstler jeglicher Art ins Netz stellen – sofern wir sie selbst erstellt haben oder mit Kopier- und Nutzungsrechten (Copyright) entwendet haben. Wie wir oben gelernt haben, funktionieren Bots nach dem Zufallsprinzip, sie erkennen also die Zusammenhänge nicht, sondern springen auf das an, wonach sie programmiert worden sind. Schreibt man also in irgend einem Text „…, und dann bin ich nach rechts abgebogen“, ist es rein theoretisch möglich, dass man nur wegen dem „bösen Wörtchen“ die Polizei vor der Tür stehen hat. Auch diese Uploadfilter sind also Bots, die von den Seitenbetreibern programmiert und veröffentlicht werden, um nach bestimmten Informationen suchen und/oder bestimmte Wörter oder Textpassagen zu streichen. Aber genau das verfälscht die Aussage, gibt den Text in einem komplett falschen Kontext wieder. Deshalb: #wirsindkeinebots!.

Man kann übrigens in sozialen Netzwerken – in den meisten, wohl bemerkt – einstellen, ob der Beitrag für die gesamte Öffentlichkeit bestimmt ist oder nur für Freunde. Man kann auch dort im Nachrichtensystem eine Gruppe gründen, sodass dieselbe private Nachricht an verschiedene Personen gleichzeitig geschickt wird. Man muss also nicht alles öffentlich von sich preis geben. Auch nicht mit dem Status „Person des öffentlichen Lebens“.

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Aus jeder Form einer Gemeinschaft kann (Rassen-)Wahnsinn entstehen

Reich und Arm, Liebe und Hass, Toleranz und Intoleranz…, sind alles Gegensätze, und jeder Mensch ist davon überzeugt, zu wissen, wie es geht: wie Essen und Trinken eben, ist doch ganz einfach. Gibt es ein sogenanntes “Mittelding“ von allem oder eben ein gesundes Mittelmaß? Das wäre zum Beispiel bei der Hass-Liebe der Fall. Doch Vorsicht ist geboten, wenn Gegensätze sich anziehen können, kann es unter Umständen gefährlich für andere werden, denn die Hass-Liebe findet man unter anderem bei gespaltenen Persönlichkeiten, also bei Menschen, denen in der Vergangenheit etwas Schreckliches, Unmenschliches widerfahren ist, Schizophrenie kann eine Folge davon sein.
Und wie definiert man das auf das Mittelmaß bezogene “gesund“? Auch dafür gibt es kein Patentrezept.

Wie definiert man das Wort “Flucht“ seiner Bedeutung gerecht am sinnvollsten? Zwei Drittel aller Länder sind Länder der Dritten Welt, und weltweit sind 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Für die Statistiker unter uns: es gibt 189 Nationen – wenn wir auf 180 Nationen abrunden, sind es nach Adam Riese 120 Länder Dritte-Welt-Länder. Nicht alle Menschen flüchten wegen Hunger, Tod und Vergewaltigung. Insbesondere diejenigen, die aus wirtschaftlichen Gründen flüchten, interessieren sich gar nicht für Sitten und Kultur anderer Länder, sondern wollen nur schnelles Geld verdienen und dann wieder nach Hause. Manch andere fühlen sich von Sitten und Gebräuchen beeinträchtigt oder vom dauerhaft schlechten Wetter.

Beim Aufarbeiten der gesamten Evolutionsgeschichte wird man immer wieder Hass, Neid, Kriege, Hunger, Bitterkeit, Armut, und mangelndem Respekt begegnen. Und das sind noch nicht mal Erfindungen der Menschheit, sondern genau diese Eigenschaften werden seit Existenz der Menschheit in schlimmerer Form ausgelebt. Aber Mobbing und Stalking zum Beispiel findet man auch im Tierreich.

Man muss nicht in der gesamten Evolutionsgeschichte herumreisen, um den Sinn von Anfang und Ende, und zu verstehen. Nach jedem Gewitter scheint wieder die Sonne, nach jedem Winter folgen Frühling und Sommer, dann der Herbst, bis es wieder Winter ist. Es war alles schon mal da, und es kam alles irgendwann auch wieder, nur eben in veränderter Form.
Ob der Klimawandel nun allein auf Kräften der Physik beruht oder ob er ein Produkt von uns selbst ist, sei dahingestellt. Vielmehr sollte sich jeder einzelne von uns fragen, weshalb wir dazu neigen, im Umgang mit unseren Mitmenschen wie im Umgang mit uns selbst immer wieder dieselben Fehler zu machen. Weshalb einige von uns reflektieren, manche teilweise, und manche scheinbar überhaupt nicht. Begeben wir uns dafür auf eine Zeitreise durch das Deutschland der letzten Jahrzehnte, verglichen mit unseren tierischen Vorfahren, beginnend mit einer Kurzgeschichte.

 

Joshua hat schon lange die Nase voll. Er will frei sein, leben. Im Grunde hat er alles, was man zum Leben braucht: er ist End-Zwanziger, Tischler- und Schreinermeister, geschieden, und kann sich, seiner Ex-Frau, seinem Sohn im Schulalter, und auch seiner Freundin einen guten Lebensstandard bieten. Nicht, dass ihm etwas fehlen würde. Im Gegenteil: es ist ihm vieles zu viel, die ganzen Regeln und Normen kotzen ihn an, das Wetter geht ihm schon lange auf den Geist. Seine Freundin ist eher das Gegenteil, sie fühlt sich wohl, wenn alles wie gewohnt funktioniert, und sie interessiert sich mehr für den Norden, er dagegen für den Süden. Als seine Freundin und er mal wieder wegen der Lebenseinstellung aneinander geraten, bevorzugt er die Trennung, und einige Zeit später wandert er aus. Seinen Sohn hat er bei der Mutter gelassen.
Im Süden führt er zunächst das Leben, das er sich schon immer gewünscht hat: er hat eine frau gefunden, mit der er eine offene Beziehung führt. Seine Freundin teilt seine Lebensansichten und lebt sexuell offen und frei, er ist auf den Geschmack gekommen.
Doch auch in seiner neuen Heimat gelten Regeln und Normen, die ihn schnell auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Als ihm jemand anbietet, für ein paar Tausend Euro und für viel Arbeit einen alten, abgelegenen Bauernhof zu erwerben, ist er Feuer und Flamme. Das Geld kann er zum größten Teil von seinem Ersparten investieren, seine Freundin steuert einen Teil dazu bei. Er fragt eine Hand voll Bekannte, ob sie mit den beiden dorthin ziehen und sich finanziell beteiligen wurden, um gemeinsam nach dem Minimalprinzip ein Leben als Selbstversorger zu führen. Er findet Gleichgesinnte. Gemeinsam wurde vereinbart, dass jeder Bewohner der Gemeinschaft so viel Arbeit zusteuern darf, wie sie bzw. er möchte. Auf Telefon und Internet sei man sowieso nicht angewiesen, stimmt man überein. Man führt ein scheinbar (sorgen-)freies Leben, pflanzt Hanf an, und die Paare kommen sich näher.
Nach einigen Eifersuchtsstreitereien trennt sich Joshua von seiner Freundin, ihre Einstellung zur freien Liebe ist nicht, wie er sie sich das vorgestellt hat. Kurz darauf trennt sich auch ein Paar aus der Kommune, aber schnell finden Joshua und eine Mitbewohnerin zusammen, sowie seine Ex mit einem Mitbewohner. Als auch diese beiden Konstellationen auf Dauer nicht funktionieren, ist die allgemeine Stimmung der WG am Tiefpunkt angelangt. Man wirft sich gegenseitig vor, dass man nicht immer ehrlich zueinander gewesen sei, das beträfe auch die Arbeiten, die als Selbstversorger für die Gemeinschaft auf dem Hof zu entrichten sind, wenngleich man vieles selbst herstellt. Und wenn man schon mal mit dem Austeilen dran ist, kann man auch gleich mit auf den Tisch bringen, dass das Geld ausgeht, es entstehen also doch monatliche Fixkosten: zum Beispiel sind die Frauen nicht daran interessiert, Hygieneartikel durch Putzlappen ersetzen zu müssen, und am fehlenden DSL-Anschluss stören sich die meisten Bewohner inzwischen auch, obwohl man anfangs gemeinsam beschlossen hat, genau das nicht zu benötigen, ansonsten bräuchte man sich nicht mehr als “Aussteiger“ zu bezeichnen.
Joshua sieht sich selbst aufgrund seiner Idee dieser Gemeinschaft als Chef, als Macher. Er ist auch derjenige, der in die benachbarte Kleinstadt fährt, um im Internet Sachen für den Haushalt günstig zu ersteigern und um weitere Gleichgesinnte zu suchen. Er bastelt einen Internetauftritt des Hofes. Obwohl er keine Bilder uploadet und keine Adresse angibt, haben Unbekannte die IP-Adresse des Internet-Shops ermitteln können, und nach einigen Nachfragen bei Anwohnern der Kleinstadt den Hof ausfindig gemacht, sodass alle paar Monate jemand auf dem Hof um Zutritt zur Gemeinschaft bittet. Die meisten WG-Bewohner sind von dieser Idee weniger begeistert. Joshua selber ist von seiner Idee begeistert. Seine Freundin ist nicht von weiteren Bewohnern abgeneigt, nur ist sie von der Art und Weise allerdings nicht angetan. Sie befürchtet, dass Fremde sich einmischen könnten, sagt sie. Was Joshua bisher nicht wahrhaben wollte: seine Freundin ist die inoffizielle Chefin, nämlich diejenige, die den Ton angibt, von ihr machen die anderen Bewohner die eigene Meinung abhängig. Auch wenngleich einige neue Bewohner willkommen geheißen wurden, führt die Erkenntnis über die falschen Erwartungen an andere zu weiteren Streitereien. Mit den neuen Bewohnern sind auch neue Meinungen hinzugekommen, und inzwischen läuft nur noch wenig so, wie ursprünglich abgesprochen beziehungsweise gedacht (oder erhofft).
Eines Nachts schlägt während eines Gewitters der Blitz in den Bauernhof ein, der aus jede Menge Holz besteht, glücklicherweise kommt keine Person zu schaden. Man hat aber keinen Blitzableiter installiert, und weil man sich der Konsumgesellschaft verweigert hat, fehlt auch die Versicherung. Geld ist auch keins mehr da. Am Ende wird Joshua als alleiniger Eigentümer wegen fahrlässiger Brandstiftung und versuchten Totschlags angeklagt, und wegen gefährlicher Brandstiftung verurteilt. Die WG ist am Ende.

Den meisten Leserinnen und Lesern ist sicher aufgefallen, dass die Kommune um unseren “Hippie-Josh“ eine nach unserer heutigen Wertevorstellung klassische Hippie-Kommune darstellt: frei von allem sein, von allen Sinnen, Drogen, und möglichst viele Weibchen. So manche Bewohnerin bzw. mancher Bewohner moderner Communities dürfte von obiger Interpretation einer Kommune Anstoß nehmen, denn nicht jede Kommune ist auf freie Liebe aus, jedenfalls nicht im sexuellen Sinne. Und insbesondere manche Leserin dürfte von obiger Darstellung der Hygiene wenig begeistert sein. So viel zur objektiven Wahrnehmung. Außerdem hat “Josh“ als Eigentümer keinen Blitzableiter oder sonst keine vorbeugenden Brandschutzmaßnahmen installiert – das habe ich bewusst weggelassen.
Wer nämlich subjektiv betrachtet, dem dürfte aufgefallen sein, dass die Bewohner unserer fiktiven WG ein großes Kommunikationsproblem haben, das sich auch darin äußert, sich nicht sachlich mitteilen zu können.
Joshua hat Gleichgesinnte gesucht – aber wie, in welcher Weise? Hat er seine Bekannten madig gemacht, irgendwas von Freiheit und von freier Liebe geflüstert? Auch von Dialogen habe ich bewusst abgesehen. Wie aber definiert man “freie Liebe“ für jeden gerecht aufgeteilt? Struppi darf alles und überall, aber andere haben sich gefälligst zu fügen und zu fragen? Joshua wollte ja schon in seiner Vergangenheit frei sein, nun hat er auch noch eine Freundin gefunden, die zwar ebenfalls frei sein wollte, davon aber eine andere Auffassung hat, als er. Auch seine Bekannten, die mitgezogen sind, hatten offensichtlich von all dem eine andere Auffassung, als er. Anstatt aber im Vorfeld, bevor man zusammengezogen ist, alles zu klären und für jedes Anliegen gemeinsame Nenner zu finden, ist jeder mit seinen eigenen Hoffnungen und Erwartungen mitgegangen.

Wirft man einen Ball in die Runde, dem alle hinterherspringen…, dieses Prinzip kennen wir alle. Nicht nur von Hunden, zum Beispiel auch aus hitzigen Diskussionen, zu diesem Zeitpunkt ist die allgemeine Stimmung meist am Tiefpunkt. Dieses Prinzip findet man aber auch in teils organisieren (Rand-)Gruppen, in denen mindestens ein Anführer die Regeln bestimmt und Nicht-Beachtung der Regeln bestraft wird, wobei die Person, welche die Regeln missachtet hat, vorgeführt oder sonst irgendwie geächtet wird.
Klingt nicht nach Sinn, eher nach Unsinn. Und dennoch verhalten sich auch menschliche Wesen so. Aber warum? Aus Angst vor dem obersten Chef? Wegen des Sicherheitsgefühls, weil niemand außer dem Chef einem was anhaben kann? Das müsste doch Nährboden für Verbrechen sein. Wie lange geht so was gut?

Langjährig bestehende Netzwerke und Kommunen hat es schon immer gegeben, sogar ganze Dynastien, also generationsübergreifend. Und von einem sogenannten “ 1000-jährigen Reich“ war in der Weltgeschichte schon mehr als einmal die Rede. Begeben wir uns dafür auf eine Zeitreise, lassen die Ägypter und die Römer außen vor, und beschränken uns dabei allein auf das Deutschland der letzten Jahrzehnte. Und finden gemeinsam heraus, woran die genannten Gruppen und Kommunen gescheitert sind.

 

Das sogenannte “Dritte Reich“

Fast jeder Mensch auf der Welt, zumindest die Menschen, die eine Schule besucht haben, hat schon mal von den Nazis und von Adolf Hitler gehört. Wir wissen, dass man damals Juden zum Sündenbock, zum Schuldigen aller Probleme, bestimmt hatte. Laut den Nazis seien Juden dumme Menschen gewesen, “Rattenpack, das anderen Menschen das Brot vom Teller frisst.“ Man hatte Menschen jüdischen Glaubens entmündigt, ihren Eigentum zerstört, Brillen weggenommen, Bücher verbrannt, die von jüdischen Schriftstellern geschrieben worden waren. Man hatte Juden sogar die Köpfe kahl geschoren und sie in sogenannte “Konzentrationslager“ gesteckt, und dort sogar für medizinische Versuche missbraucht, und noch nicht mal im Sinne der medizinischen Wissenschaft, sondern im Sinne der eigenen Ideologie. Außerdem waren die Nazis davon überzeugt, eine sogenannte “arische Rasse“ züchten zu können, in denen alle blonde Haare und blaue Augen haben, und insbesondere die Jungs (so Hitler) >>Flink wie Windhunde und hart wie Krupp-Stahl<< sind (um sie für eigene Zwecke einzusetzen). Auch aufgrund ihres Aussehens waren Menschen jüdischer Abstammung den Nazis ein Dorn im Auge. Weihnachten wurde auch im Nazi-Reich zelebriert – Jesus von Nazareth war übrigens Jude.

Manche Zeitzeugen haben in vielen interessanten Dokumentationen erzählt, dass sie, während Hitler in seiner Parade an ihnen vorbei gefahren ist, geglaubt haben, er sei blond und blauäugig gewesen. Man versetze sich bitte in die Bewohner der damaligen Zeit: wenn man immer häufiger, und manchmal täglich sieht, dass immer mehr blonde Menschen mit blauen Augen um einen herumlaufen, und im selben Atemzug Menschen anderer Herkunft auf offener Straße verprügelt und demoralisiert werden, und gleichzeitig auch die Bewohner der eigenen Herkunft bei Nicht-Einhaltung dieser Regeln ebenso entmündigt werden, wie lange würde es wohl dauern, bis man sich mindestens mit der Sache arrangiert, wenigstens des eigenen Friedens willen und um die eigene Familie zu schützen? Und wie lange würde es – ebenso bei jedem einzelnen von uns – dauern, bis man nur noch das glaubt, was einem vorgegeben wird?

In der Dokumentation “Lieber Onkel Hitler“ werden Briefe von Kindern an Hitler geschriebene Briefe vorgelesen und gezeigt. Schon alleine der Titel klingt für die heutige Zeit, wo man doch so vieles über die damalige Zeit weiß, unglaubwürdig, wie Briefe an den Weihnachtsmann. Aber genau mit dieser Absicht waren die Menschen damals manipuliert – nicht nur die Juden, auch die aus den eigenen Reihen. Dabei war Hitler nicht blond und blauäugig und Goebbels, Göring und viele andere auch nicht.

Auf Hitlers` Profil möchte ich explizit eingehen. Objektiv betrachtet wissen wir, dass Hitler größenwahnsinnig war. Nicht nur bezogen auf seine eigenen geglaubten Größe, sondern bezogen auch auf Gebäude und Fahrzeuge. Er war hat Befehle gegeben, Menschen in Lager zu deportieren. Und sie auszurotten. Gleichzeitig hat er Aufträge gegeben, Gebäude für sein eigenes “drittes Reich“ zu errichten (es sollte größer sein, als das der Ägypter und das der Römer es jemals waren).
Betrachtet man insbesondere ihn aus der Subjektive, hatte er sich selbst immer wieder widersprochen, gegen seine eigenen Vorstellung gehandelt. Er hatte in seinem ganzen Leben zwei Gewehrschüsse abgegeben: der eine war im Ersten Weltkrieg, um an der Front einen Kameraden in der Stellung zu helfen, den zweiten Schuss hatte er im Jahr 1923 als Warnschuss in die Luft abgefeuert, als es darum ging, das Regime Hindenburgs zu stürzen. Er selbst hatte Polen nach den Luftangriffen im Jahr 1939 nur von oben aus dem Flugzeug gesehen – erst als alles vorbei war, war er mit seiner Garde durch Polen gefahren, um sich als “Heilsbringer“ feiern zu lassen. Frankreich hatte er erst heimgesucht, als alles vorbei war. War er mit dem Auto durch zerbombte Straßen gefahren, hatte er die Vorhänge zugemacht. Und für all das gibt es auch zwei Gründe: zum einen war er Veganer, also Verweigerer jeglicher Nahrung tierischen Ursprungs, und zum anderen war er psychisch gar nicht in der Verfassung, als dass er sich “seine Werke“ (sämtliche Arten von Menschenverachtung) live und in Farbe hätte ansehen können. Wäre er ein Menschenhasser in dieser Form gewesen, wie er manchmal interpretiert wird, hätte er vermutlich jeden Menschen jüdischer Abstammung eigenhändig erschossen, dabei onaniert und jeden einzeln gegessen.
Abgesehen davon, dass er dann Tag für Tag nichts anderes getan hätte: in Wahrheit hatte er sich auf sogar von Berlin, wo die Reichskanzlei war, abgewandt und sich abgeschottet von jeglicher Zivilisation auf den Obersalzberg in seine eigene Welt zurückgezogen und sich nur noch von Menschen umgeben, die ihm gesagt hatten, was er hören wollte. Außerdem hatte er sich selbst in Anwesenheit seiner ausgesuchten Mitmenschen in seine eigene Welt verkrochen, indem er Selbstgespräche geführt hatte. Erst die letzten Tage des Krieges hatte er in Berlin verbracht, wo er bekanntlich Eva Braun ihren langjährigen Wunsch erfüllte, sie zur Frau zu nehmen. Er selbst forderte von “seinem Volk“ Kampfwille bis zum letzten Tropfen, er selber aber hatte sich bekanntlich am 30. April 1945 zusammen mit seiner Gemahlin erschossen.

Über die gesamte Dauer des “Dritten Reichs“ empfehle ich die Spielfilme “Hitler – Aufstieg des Bösen“ und “Der Untergang“ sowie die Dokumentationen “Lieber Onkel Hitler“ und “Die Stunde Null in Deutschland“.

Wir in der heutigen Zeit sind insofern “geimpft“, dass wir nicht mehr zulassen würden, dass jemand mit narzisstischem Gerede den rechten Arm hebt und uns vorschreiben will, wie man zu leben hat. Auch dann nicht, wenn er den linken Arm hebt.

 

Die Kommune 1

Während der Studentenbewegungen Ende der 1960er Jahre bis Mitte der 1970er Jahre hatten Wohngemeinschaften Hochkonjunktur. Die bekannteste aller Kommunen, die sich “Kommune 1“ nannte, war die Vorreiterin aller Kommunen in Deutschland und in Frankreich. Ihre Gründung im Jahr 1967, die von Dieter Künzelmann ausging, richtete sich gegen das Modell der bürgerlichen Kleinfamilie. Aus der Sicht der WG-Bewohner sei das Modell der Kleinfamilie Nährboden für Faschismus.

Um auf sich und auf die Kommune aufmerksam zu machen, provozierte man mit einigen politischen Aktionen. Drogen und freie Liebe waren Gang und Gebe, das lockte natürlich Befürworter an, aber auch Gegner.

Übermäßiger Heroin-Konsum einiger Bewohner brachte die Kommune schließlich zum Ende. Als dann noch die Wohnung von Rockern heim gesucht wurde, löste sich die Kommune im November 1967 schließlich endgültig auf.

 

Die AAO-Kommune

Eine nicht weniger bekannte Kommune war die des Österreichischen Aktionskünstlers Otto Mühl, die er im Jahr 1970 gegründet hatte und in der insgesamt 240 Männer, Frauen und Kinder wohnten.. Er selbst verstand seine Kommune als Aktionsanalytische Organisation (Kurzform: AAO), in der jeder Mensch sich durch Kunst ausleben durfte. Persönlichen wie geistigen Besitz gab es innerhalb seiner Kommune nicht: Zweierbeziehungen waren Tabu, alles Hab und Gut gehörte der Gemeinschaft und wurde von ihm und seiner Frau verwaltet. Kinder wurden von der gesamten Kommune erzogen, insbesondere aber von ihm und von seiner Frau kontrolliert: wer unartig war, durfte sich vor der gesamten Belegschaft erklären. Aufgrund seiner persönlichen Ansichten von Kunst, die überwiegend mit Nacktheit in Verbindung stand, wurde die freie Sexualität auch thematisiert, also nicht nur darüber gesprochen.>/span>

Das Selbstversorgen allein genügte nicht, es musste Geld her. Man schuf das Magazin “Die AA-Nachrichten“, einige andere gingen ins benachbarte Ausland, um dort einen Job zu finden und um Geld für die Kommune zu verdienen, manche gründeten sogar Ableger dieser Kommune in Städten.
Einige bereits ehemalige Mitglieder berichteten davon, dass man sich nicht immer an die Regel hielt, mit Jungen und Mädchen unter 14 Jahren keinen Sex zu haben, sondern es sei innerhalb der Kommune mehrfach auch zum sexuellen Missbrauch von Kindern gekommen.

Während der Glanzzeit der Kommune zu Beginn der 1980er Jahre lebten dort 600 Menschen. Otto Mühl, der davon überzeugt war, allen anderen Männern genetisch überlegen zu sein, erzählte immer wiederkehrend von alten Zeiten aus der Kommune, wodurch viele die Kommune verließen. Im Jahr 1988 dann verhalfen ehemalige Kommunarden anderen weiblichen Mitgliedern bei Anzeigen gegen Otto Mühl wegen sexuellem Missbrauch, was zur Auflösung der Kommune und zur Verhaftung Mühls führte.

Dazu empfehlenswert die Dokumentarfilme “Wir Kinder vom Friedrichshof“ (2009) und “Meine keine Familie“ (2015).

 

Die RAF (Rote-Armee-Fraktion)

Die Rote-Armee-Fraktion war eine linksextremistische und terroristische Vereinigung. Sie war von 1970 an bis zu ihrer letztlich öffentlichen Auflösung im Jahr 1998 über drei Generationen verantwortlich für 33 Morde an Führungskräften aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, deren Fahrern, an Polizisten, Zollbeamten und amerikanischen Soldaten sowie für die Schleyer-Entführung, mehrere Geiselnahmen, Banküberfälle und Sprengstoffattentate mit über 200 Verletzten. Durch Fremdeinwirkung, Suizid oder Hungerstreik kamen 24 Mitglieder und Sympathisanten der RAF ums Leben.
Der von der RAF ausgeführte Terror richtete sich also ausschließlich auf bestimmte Personen, manche derer Anschläge wurden auch in der Nacht verübt – anders als heute, wo jemand mit einem Messer und einer Axt bewaffnet in einem Zug Menschen blindlings angegriffen hat oder mit einem LKW durch Menschenmassen gefahren ist.

Viele der Generation aus den 1969 Jahren schämten sich für die Vergangenheit ihrer Vorfahren, die teilweise auch Anhänger des Nazi-Regimes waren. Das wiederum verstanden Mitglieder der RAF als Nährboden.

Das 12-seitige Auflösungsdokument wurde im Jahr 1998 von den letzten Anhängern selbst veröffentlicht.

 

Man könnte beliebig viele Modelle einer “starken Gemeinschaft“ aufzählen. So unterschiedlich diese dann auch sind, unterm Strich bleibt alles wie gehabt: gäbe es ein Patentrezept für lebenslangen und generationsübergreifenden Frieden, wären Millionen von Menschen vor uns salopp gesagt ziemlich dumm gewesen.
“Sind wir Menschen eigentlich gar nicht lernfähig?“, berechtigterweise gefragt. Vielleicht finden wir die Antwort bei unseren nahen Vorfahren. In freier Wildbahn gibt es zwei natürliche Gesetze, mit denen man einigermaßen klarkommen kann, wenn man beide beachtet: “Fressen und gefressen werden“ kennen wir alle. “Man beißt aber nicht in die Hand, die einen füttert“, lautet das andere.
Wenn wir an Affen denken, sehen wir nicht etwa Weißkopfaffen oder Rhesus-Affen vor uns, sondern die meisten denken sicher an Schimpansen.

 

Schimpansen und Bonobos

Aus Kaufhäusern und aus dem Internet kennen wir Bilder, in denen ein Schimpanse z.B. als Torhüter verkleidet mit einer Bierflasche in der Hand am Torpfosten steht und – für unsere Sinne passend – lacht. Das, was wir als Lachen wahrnehmen, ist in freier Wildbahn kein Lachen, sondern Zähne zeigen ist eine Drohgebärde.
Auch in Filmen sehen wir ausschließlich Affen, die sich menschenähnlich verhalten, manche bereiten sich sogar selber ihr Frühstück zu. Tatsächlich werden Schimpansen im Alter von 5 Jahren geschlechtsreif, und ab dann auch aggressiver. Und weil ein ausgewachsener Schimpanse kräftemäßig einem Menschen weit überlegen ist, obwohl viel kleiner, sehen wir in den Medien nur Affenkinder. Und für uns objektiv sind Schimpansen die Krawallmacher und die Bonobos die Guten.

In freier Wildbahn leben Schimpansen im Rudel und unterliegen strengster Hierarchie. Für uns objektiv (oder nach Vorstellung einiger Menschen) hat der Rudel-Chef eine Art “Telefonbuch“ und braucht nur eine x-beliebige Nummer zu wählen, um sich paaren zu können. In Wahrheit wird man auch im Reich der Schimpansen nicht zum Chef, weil man das selber so möchte, sondern man wird dazu benannt: getreu dem Motto “Der Affe lässt das Lausen nicht“ muss er auch auf seiner Suche nach “Gruppen- und Abteilungsleitern“, so würden wir sie bezeichnen, etwas dafür tun. Das Lausen in Affenkreisen bindet und pflegt somit soziale Kontakte. Sicher hat er auch Mitstreiter in den eigenen Reihen, die ihm den Thron streitig machen wollen, was aber auch seine Gefährten zu unterbinden wissen. Den Clown zu spielen Mitbewohner versuchen, allein durch Präsentieren der eigenen Körperkraft in die Schranken zu weisen, bringt dem Schimpansen bei den Weibchen überhaupt nichts.
Dass seine Nachkommen automatisch seinen Thron besteigen werden, versteht sich nicht von selbst.

Kommunen Affen

 

Ebenfalls zu unseren nächsten Verwandten zählen Bonobos, die ebenfalls in sozialen Verbänden leben. Aber – im Gegensatz zu Schimpansen – von einer Chefin angeführt werden. Aufbrausende Bonobo-Kinder bekommen die Brust anstatt gejagt zu werden, und männlichen Bonobos mit überschüssiger Energie bieten Bonobo-Weibchen freiwillig ihren Körper als Stressabbau für Sex an. Aber auch Bonobos unterliegen strengster Hierarchie.

 

Wir Menschen sind vor etwa 10.000 Jahren sesshaft geworden, sind von Höhlen in Hütten umgesiedelt, also von Nomaden zu Bauern geworden. Später haben wir Zäune um unser ergründetes Gebiet gebaut, damit man uns unser Vieh nicht mehr so schnell wegnehmen konnte. Wir waren uns nicht mal zu fein, unser ergründetes Gebiet mit Waffen zu verteidigen.
Seitdem die Menschheit existiert, seitdem gibt es auch Kriege, Hass, Neid und Intoleranz. Nach jedem Krieg gab es eine Art “Neuzeit“: alles rundherum wird zerstört, egal wo man hinsieht, haben alle Menschen ähnliches Schicksal erleben müssen. Man hat Verständnis füreinander, die Menschen haben sich gegenseitig geholfen. Nach einer Weile ist aus einem Loch ein Verschlag eine Bretterbude geworden, aber mit Türen und Fenster, man hat wieder etwas eigenes, man ist wieder wer. Essensmarken werden ausgeteilt, erste Unternehmen bieten im Rahmen des Neu-Anfangs Arbeiten an, man kann wieder Nahrung lagern und jeder sein eigenes Süppchen kochen, die Menschen werden im Laufe der Jahre wieder gierig und gieriger. Ein Staat definiert sich aus einem Staatsgebiet, aus der Staatsmacht und aus dem dazugehörigen Volk, also den Menschen und den Bürgern – ist eines von den Dreien nicht vorhanden, ist die rechtliche Form eines Staates nicht gegeben. Sollen wir sämtliche Zäune und Mauern dieser Welt abreißen? Wie lange wohl würde es dauern, bis andere widerum Zäune und Mauern bauen und die Kontrolle übernehmen würden? Sich nach einer Fehlentscheidung nur noch auf das Gegenteil dieser Fehlentscheidung zu konzentrieren, ist doch auch wieder rational. Man verhindert aber Kriege nicht, indem man ab sofort nur noch mit jedem kuschelt. Jede gemeinsame Stärke kann sich zum Nachteil anderer auswirken.

„Gemeinsam sind wir stark“, heißt es doch oft bei Protesten. Ob nun religiös oder nicht: in der Bibel steht, dass Gott die Erde, die Tiere und die Menschheit erschaffen hat, und dass er uns lediglich die Botschaft “Seid fruchtbar und mehret euch“ mit auf den Weg gegeben hat. Und dennoch maßen wir uns an, die Welt zu verändern, und zu bestimmen, wer wohin gehört und wohin nicht.
Unsere “Bibel des friedlichen Zusammenlebens in Deutschland“ ist unser Grundgesetz, darin stehen sämtliche Bürgerrechte und Menschenrechte – die Bürgerrechte gelten für Menschen deutscher Nationalität, also mit deutschem Pass, und beziehen sich z.B. das Recht auf Wählen, auch freie Berufswahl etc., und die Menschenrechte gelten für alle Menschen.

Jeder einzelne von uns hat schon öfter in seinem Leben andere Menschen falsch eingeschätzt oder gar jemandem eine Eigenschaft unterstellt, die sich irgendwann später als falsch herausgestellt hat, manchmal erst mit Hilfe von Meinungen anderer. Wir sind nach wie vor Schutzsuchende: auf der Suche nach Struktur, nach Sicherheit und Geborgenheit. Bei Tieren ist das mit ein paar kleineren Unterschieden nicht anders – wobei auch bei Tieren deutlich zu erkennen ist, ob es Tiere aus freier Wildbahn sind oder an Menschen gewohnte Tiere. Und aufgrund unseres Sicherheitsbedürfnisses schätzen wir unsere Mitmenschen ein, manche von uns “katalogisieren“ und “schubladisieren“ regelrecht, manche vor allem zu schnell, was bei allem Übereifer zu Vorurteilen führen kann.
Tatsächlich sind es die ersten 1 bis 3 Sekunden, in denen wir uns trauen, einen auf uns zukommenden Menschen einschätzen zu können, noch dieser Mensch etwas gesagt hat: wir beurteilen das Aussehen, die Kleidung, den Gang. Das Sicherheitsgefühl äußert sich auch in der Form, dass Meinungen anderer, insbesondere derer aus dem nächsten Umfeld, ungeprüft übernommen werden. Manche von uns sind in dieser Form sogar sehr schnell “zu kriegen“, oftmals genügt schon ein einfaches „Los, den machen wir parat!“, um jemanden rein aufgrund irgendwelcher Vorurteile zu schaden.
Ist ein Wort, ein Satz, eine Frage, erst mal ausgesprochen, sind viele von uns anscheinend nicht in der Lage, nachzufragen, sondern urteilen nach dem, was sie kennen. Überhaupt glauben fast alle Menschen nur das, was sie sehen, und manche sehen nur das, was sie sehen möchten – was sie sich nicht vorstellen können, gibt es offenbar nicht.

Der erste Mord der Menschheit – laut Bibel jedenfalls – ist der sogenannte “Brudermord“, nämlich der von Kain an seinen Bruder Abel. Und daran gemessen sind Neid, Gier, Hass und Eifersucht die ältesten Mordmotive der Kriminalgeschichte. Die Schuld bei anderen suchen, ist einfach, das können sogar (Menschen-)Kinder und sogar Tiere.
Sicher ist die Sprache ein kostbares Instrument, welches uns von Tieren unterscheidet. Allerdings verhindert auch die Sprache allein keine Kriege und auch keine Gewalt, denn auch wir modernen Menschen missbrauchen Sprachen für die Gewalt, nämlich die verbale Gewalt. Was bringt aber die Sprache, wenn man nicht kommunikativ ist?! Freiheit war die Absicht der Bewohner unserer Hippie-WG. Nur hatte eben von “Freiheit“ jeder Bewohner eine eigene Auffassung. Bezeichnungen für eine gemeinsame Sache gibt es viele: Kommune, Forum, Fusion, Konsortium, Verein, Partei…, und viele andere. Je mehr sich dieser gemeinsamen Sache anschließen, desto mehr verschiedene Meinungen gibt es.
Je mehr Menschen mit unterschiedlichen Ansichten unkontrolliert aufeinander treffen, desto größer ist die Gefahr, dass selbst abgesprochene Regeln nicht eingehalten werden. Wenn dann auch noch viele unterschiedliche Sprachen, Sitten, Gebräuche und Kulturen aufeinander treffen, und jeder nur nach dem leben möchte, was er kennt, dann sorgt das mit der Zeit für Unruhen und Streit. Im Artikel 4 unseres Grundgesetzes ist die Religionsfreiheit verankert, man darf zum Beispiel jederzeit einer Religionsgemeinschaft beitreten oder aus selbiger austreten. Wieso muss man manchen erst sagen, dass sie beim Ausleben ihrer Religion Rücksicht auf andere nehmen sollen (beispielsweise Einhaltung der Mittags- und Nachtruhezeiten u.v.a.), wieso kommen die nicht von selber drauf? Außerdem sind Respekt und Toleranz keine Rechtsgüter – zu unseren im Gesetz verankerten Rechtsgütern zählen zum Beispiel Leben, Gesundheit, Freiheit, und andere. Ist das etwa der Grund, weshalb Respekt und Toleranz immer wieder gepredigt und erörtert werden müssen?

Bildungsmöglichkeiten gibt es dank des Internets in Hülle und Fülle, teilweise sogar so viele, dass manche schon gar keine Lust mehr haben, einen Fake von Tatsachen zu unterscheiden, weil es auf Dauer anstrengend ist, ständig nachdenken zu müssen. Irgendwann ist bei jedem Menschen individuell die “Schmerzgrenze“ erreicht: man verschließt sich, man mustert aus, wird fahrlässig und rational. Und manche reflektieren dann noch nicht mal mehr, dass man andere für etwas verurteilt, was man selber tut, wenn auch nur in anderer Form. Trifft diese Eigenschaft auf mehrere Menschen als Gruppe zu, entsteht wieder eine Art “Schutzbedürfnis“, man fühlt sich bestätigt. Solange aber jeder einzelne von uns zum Töten fähig ist (wenngleich nicht automatisch zum Morden), und solange die Menschheit das Reflektieren nicht lernt, wiederholen sich Kriege und Neuzeiten, und deshalb geht der alltägliche und individuelle Wahnsinn immer weiter. In jedem einzelnen von uns.

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Quellverweise und Empfehlungen:

Wikipedia-Beitrag über Adolf Hitler

Deutscher Trailer zu “Hitler – Der Aufstieg des Bösen“ (2003)

Trailer zum Film “Der Untergang“ (2004)

Dokumentation “Lieber Onkel Hitler“ (Briefe von einst an den Führer)

Dokumentation “Die Stunde Null in Deutschland“ (Dokumentation über die Nachkriegszeit)

Der deutsche Trailer zum Film „Die Welle“ aus dem Jahr 2008, der auf gleichnamigem US-amerikanischem Film aus dem Jahr 1981 beruht, stellt dar, was man aus “Idee“ und “Gemeinschaft“ im negativen Sinne machen kann.

Interpretation der Bedürfnis-Pyramide nach Maslow

Wikipedia-Beitrag über die Kommune 1

Wikipedia-Beitrag über Otto Mühl

Wikipedia-Beitrag über die RAF

Zu diesem Beitrag inspiriert hat mich die Dokumentation „Die gefährlichsten Orte der Welt“ des Enthüllungsjournalisten Ross Kemp. Er hat dafür eine Stadt vor den Toren Kapstadts (Südafrika) besucht, die einst daraus entstand, das sich etwa 200 Menschen zu einer Zeltstadt zusammengetan hatten. Heute, nach mehr als 20 Jahren, leben dort zwar mehr als 200.000 Menschen, allerdings wurde diese Stadt nie offiziell gegründet, demnach herrscht dort das Gesetz des Stärkeren und die Macht der Drogen, es gibt kaum sanitäre Anlagen, wenig Strom, und alle 17 Sekunden wird eine Frau vergewaltigt.

Abschließend möchte ich meiner LeserGEMEINSCHAFT ein Buch vom 1964 in Düsseldorf geborenen Kriminalisten und Autor Stephan Harbort empfehlen. Er ist Deutschlands bekanntester Serienmordexperte. Seit mehr als 20 Jahren setzt er sich beruflich mit Serienmorden auseinander und hat über seine Arbeiten inzwischen Dutzende Bücher geschrieben. In seinem Buch “Der klare Blick“ schreibt er auch über Gespräche mit Angehörigen von Serienmördern, denn auch die Angehörigen erleben nach Verhaftung ihres Verwandten durch Ablehnung der einstigen Freunde und sogar innerhalb der eigenen Familie eine dramatische Wandlung, die Spuren hinterlässt.

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Für Freigeister und Menschen mit Leseschwäche

Die einen lesen ab und zu ein Buch, andere verschlingen pro Woche mehrere Bücher (je nach Art des jeweiligen Buches), und es gibt Menschen, die grundsätzlich nicht gerne lesen. Die Gründe für das jeweilige Verhalten sind unterschiedlich wie die Menschen selbst: von Zeitmangel bis Leseschwäche (Legasthenie) ist alles dabei.

 

„Lesen bildet“, hört und liest man doch so oft. Viele Fach- und Sachbücher bilden definitiv. Aber Romane? Manche Romane erzählen Geschichten nach dem Motto „Dort, wo ich nie war“. Muss sowas sein? Wer braucht sowas? Die Geschichte von „Tom Sawer & Huckleberry Finn“ jedenfalls haben Weltruhm erlangt – obwohl es diese Figuren gar nicht gibt. gleiches gilt für die kinderbücher von Astrid Lindgren, zum Beispiel ihre Bpcher über „Pipilotta Langstrumpf“. Und Jules Verne verzaubert mit seinen futuristischen Romanen Fantasy-Begeisterte noch heute.

Weshalb wohl interessieren uns (Lebens-)Geschichten von Personen, die es gar nicht gibt? Wollen wir auf den Arm genommen werden? Oder interessiert uns ausschließlich die Handlung?

In einem solchen Fall sei hinterfragt, weshalb das Buch „Opus Pistorum“ zur Weltliteratur zählt. Die Geschichte ist ebenso fiktiv wie die Charaktere. Es dreht sich alles um die Zeit während der 1939er Jahre in Paris, die Geschichte der Hauptfigur (Ich-Erzählung) handelt nicht nur vom Sex, aber Sex spielt eine große Rolle. Der Autor Henry Miller hat in dem Buch unter anderem vom Sex einer 11-jährigen mit ihrem Vater geschrieben und in einem anderem Kapitel vom Sex mit Tieren, außerdem hat er sehr viele pornographische Ausdrücke verwendet. Und dennoch zählt dieses Buch zur Weltliteratur!

Heute gibt es nicht, was es nicht gibt. Vor allem Straftaten und Pornographie in Hülle und Fülle.Wir interessieren uns also mehr für Geschichten. Die einen vielleicht, um Selbsterlebtes zu verarbeiten, zu sehen, wie andere damit umgehen. Die anderen möglicherweise, um einfach nur in andere Welten abzutauchen.

 

Ein Beispiel aus der Bedürnis-Pyramide ganz unten, nämlich das Essen, weil dieses Thema jede/r kennt.

In einer Bildsequenz, heutzutage Clip genannt, sieht jeder ganz klar und eindeutig, welches Essen zum Beispiel auf dem Teller ist. und obwohl wir wissen, ob es uns schmeckt (oder auch nicht), wird mit Computerprogrammen nachgeholfen. Beim gesprochenen Wort über das Essen ist es ähnlich, aber nicht mehr ganz so einfach: man braucht nur ein Essen zu erwähnen, dass von vielen Menschen gerne gegessen wird – Nudeln oder Pizza zum Beispiel. Wie aber will man jemandem, der nicht sehen kann, sondern nur hören und riechen, Nudeln schmackhaft machen, wenn diese Person Nudeln nicht kennt? Zwei- oder drei Wörter genügen da nicht, man kann allgemein kaum erläutern, wie etwas schmeckt, man kann nur erläutern, wie das Essen aussieht. Wobei das gesprochene Wort immer noch mehr Aussagekraft hat als ein geschriebener Text, man arbeitet schließlich mit seiner Stimme.

Bei jemandem, der widerum nicht hören kann, ist es noch weniger einfach: man muss den Text ausschmücken, damit diese Person sich den jeweiligen Gegenstand oder die Handlung auch bildlich vorstellen kann. Dabei hat man es Autorin bzw. als Autor nicht immer leicht, den Nerv der Zeit zu treffen – tausende Manuskripte liegen jährlich bei Verlagen unbearbeitet in der Mülltonne.

 

Um lesen und schreiben zu können, muss man überhaupt erst lesen und schreiben können. Manche beziehungsweise sieben Millionen Menschen (7.000.000) alleine in Deutschland können entweder nicht richtig oder gar nicht lesen oder nicht richtig oder gar nicht schreiben. Viele Betroffene der Lese- und oder Schreibschwäche basteln sich ihre eigenen Texte zusammen, sie picken sich das raus, was sie verstehen, was den Sinn des jeweiligen Textes verändert.
Es gibt übrigens zwei Arten einer Leseschwäche: die einen können nicht vernünftig lesen, die anderen werden bei guten Büchern schwach. Ob nun so oder so: lesen bildet, nämlich eine Meinung.

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Zu diesem Beitrag hat mich der Artikel „Pseudo-Inzest-Stories verkaufen sich gut – Bekenntnisse einer Erotikbuch-Autorin“ inspiriert, um zu hinterfragen, warum es uns nichts ausmacht, dass Texte, die wir lesen, gerne auch Pseudo sein dürfen.

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ApraNet, Internet, DarkNet…, und dann?

Bereits im Jahr 1971 wurde die weltweit erste E-Mail verschickt, damals im ApraNet, diese E-Mail diente lediglich dem Datenaustausch zwischen zwei Computern, die im jeweils benachbarten Zimmer standen. Im Jahr 1984 erreichte das damalige “Internet“ nun auch Deutschland, bei uns hieß es CSNET. Selbiges wurde im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut, damit – so hieß es damals – “…, auch die sozial schwachen Menschen zu Wort kommen.“
Heute, im 21. Jahrhundert, haben wir so viele verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten, von denen wir während der 1980er Jahre noch nicht mal zu träumen wagten. Mit den viele Kommunikationsmöglichkeiten hat sich auch unser alltäglicher Sprachgebrauch geändert, manche klingen – sarkastisch formuliert – schon fast wie “Möchte-Gerne-Gangster“, weil sie fast nur noch englische Ausdrücke gebrauchen, die sie jeweils noch nicht mal in zwei Sätzen erklären können, und dabei auch noch die eigene Muttersprache auf der Strecke lassen: App, Cloud, Internet, Cache, Browser, Homepage, Web-Broker, Online-Marketing, Notebook, Laptop, WiFi, Smartphone, iPhone…, und, und, und.

Ist ja schon gut, allein mit dem Gebrauch fremdsprachiger Wörter wird man nicht zwangsläufig kriminell. Menschen werden aber doch bekanntlich fahrlässig, wenn man ihnen die Möglichkeit(en) dazu gibt – wobei anti-soziales (Kurzform: asozial) Verhalten auch im Tierreich zu beobachten ist: auch Tiere petzen, verpfeifen andere Tiere, weil sie Antipathie empfinden oder ein Tier mehr mögen als ein anderes, oder weil sie vor einem angreifenden Tier warnen.

Was könnte uns hoch entwickelten Lebewesen, also die vom Potential her intelligenteste aller drei Lebensformen, dazu veranlassen, anderen Menschen Schaden zuzufügen? Es muss etwas sein, was einem das Gefühl von Sicherheit vermittelt. Entfernung in Kilometern? Anonymität? Mildere Strafe bis Straffreiheit?
Nochmal ein kleiner Schwenk in die Vergangenheit. Während der 1970er Jahre zum Beispiel waren das Fliegen, und das Reisen überhaupt, viel teurer als heute. Billigflieger? Fehlanzeige. Ergo war man als Urlauber anonym, man konnte (z.B. am Ballermann) die Sau raus lassen ohne dass man sich zu Hause vor den Nachbarn schämen musste.
Ähnliches Verhalten ist heutzutage auch im Internet zu beobachten: man stelle jemandem einen Server in einem anderen Land zur Verfügung, wo eine beliebige Handlung strafbar ist, beispielsweise Herstellung und Verbreitung von Tierpornographie (ist selbst in manchen europäischen Ländern nicht strafbar). WO derjenige wohnt bzw. wo derjenige gerade sitzt, ist dabei nicht relevant, sondern das Land, in dessen Server bzw. das Rechenzentrum mit dem Server stehen – das lässt sich mit einer sogenannten “Briefkastenfirma“ im Ausland vergleichen.

Aus der Sicht vieler Menschen scheint es legitim, wenn sich jemand mit dem Usernamen “X“ einen anderen User, nennen wir sie/ihn “Y“, in öffentlichen Chat-Räumen so extrem belustigt, dass andere nur noch glauben, dass es sich bei “Y“ um ein scheinbar wertloses Profil handelt – Cyber-Mobbing, Fake-Accounts, Fake-News und Hetzreden sind weit verbreitet. Was aber, wenn weitere Personen ebenfalls im gleichen Chat-Raum mit einem beliebigen Usernamen befinden, die wissen, wer der User “Y“ im realen Leben ist? Für manche Menschen ist es ein Zeitvertreib, als User “X“ andere Internetnutzer zu trollen, wie es im Neu-Deutsch heißt. Manch andere zeigen sich im Internet so, wie sie wirklich sein möchten, was aber in der Realität, und vor allem im näheren Umfeld, niemand wissen soll (man denke als Vergleich an die oben genannten Ballermann-Urlauber von früher).
Wenn man an Satire schon längst vorbei ist, müsste doch bei uns hoch entwickelten Lebewesen eigentlich die Vernunft regieren, man müsste eigentlich den mobbenden Personen das Handwerk legen, sie anzeigen. Anstatt dessen springen viele auf den Zug auf. Stellen wir uns an dieser Stelle eine Horde Affen vor, wie die sich in gleicher Situation verhalten würden (wenn sie denn Internet hätten), weil diese uns von allen Tierarten am ähnlichsten sind.
Viele Internetnutzer wie auch reale Personen überlegen nicht, sondern glauben nur das, was sie sehen. Und die meisten Medienvertreter zeigen das, was möglichst viele sehen wollen, und benennen ihre eigenen Werke als “Satire“.

Das Rechtsgut Eigentum ist auch im Internet ein geschütztes Rechtsgut, zumindest formal. Täglich werden im Internet millionenfach Bilder und Videos Anderer, also ohne jegliche Kopier- und Nutzungsrechte, kopiert und vervielfältigt, oftmals noch nicht mal mit Quellangabe, und noch dazu werden Dateien oft für eigene Zwecke manipuliert, meistens ist die Verunglimpfung des Uploaders, also des Rechteinhabers, die Absicht. Es ist strafbar, aber möglich.

Mittels des Algorithmus ist es möglich, virtuelle Roboter zu programmieren, zum Beispiel besitzt jedes soziale Netzwerk mindestens einen davon. Nach dem Prinzip “Wenn nicht so, dann so“ beobachten die Roboter (Kurzform Bots) unser Verhalten im Internet, auch unser Kaufverhalten, um uns individuelle Werbung zu senden, und um wiederum mit unseren Daten Geld zu verdienen.
Nach selbigem Prinzip werden auch sogenannte “Social Bots“ programmiert, diese sind also in der Lage, anhand dessen, was wir wie schreiben, anhand unserer Ausdrucksweise, unsere Gefühlslage zu erkennen und darauf einzugehen (eben weil sie darauf programmiert worden sind) und um darauf programmiert zu antworten, was wir lesen möchten. Manche Online-Partnerbörsen nutzen derartige Bots, um Profile mit öffentlichen Bereichen und Bereiche, für die man bezahlen soll, zu erstellen. Bots in manchen sozialen Netzwerken werden darauf programmiert, Profile 1:1 zu kopieren, um damit dann Daten auszuspähen und realen Menschen Schaden anzurichten.
Wieder andere programmieren keinen Bot, sondern sie machen sich ihre Fähigkeiten zum eigenen Nutzen, indem sie hinter anderen Internetnutzern keine reale Person sehen, sondern nach dem Prinzip “Wenn nicht so, dann so“ einen anderen Internetnutzer, um letztlich an persönliche Daten zu gelangen, wie IP-Adresse, reale Wohnanschrift und Bankverbindung. Es gehört durchaus eine Form der Psychopathie dazu, sich das Vertrauen anderer Menschen zu erschleichen, um Selbiges für eigene Zwecke zu (auszu-) nutzen.

Wäre das Schließen der Pforten zur großen, weiten (Internet-)Welt eine logische Konsequenz daraus? Im Jahr 2009 hatte Ursula Von der Leyen vergeblich versucht, Internetseiten mit fragwürdigen Inhalten zu überprüfen und mit einem virtuellen Stopp-Schild zu versehen, was ihr den Beinamen “Zensur-Ursel“ einbrachte. Außerdem ist jeder Webseitenbetreiber nach § 5 des Telemediagesetz (TMG) verpflichtet, eine reale Adresse anzugeben, unter der man postialisch erreichbar ist. Na und?! Wenn doch nur der Server-Standort relevant ist… Ach so, die IP-Adresse? Ja, die IP-Adresse ist ein personenbezogenes, also ein persönliches Dokument, demnach ist die Sabotage rechtswidrig. Es ist aber möglich, die IP-Adresse selbst zu manipulieren, entweder man macht es selber oder man verwendet eines der vielen kostenlosen Browser-AddOns. Man kann also die IP-Adresse von Land zu Land über weitere andere Länder verschleiern, bis sie irgendwann nicht mehr im Ursprung erkennbar ist und aus einem ganz anderen Land zu stammen scheint. Es ist strafbar, aber möglich.
Man kann als Webseitenbetreiber die Domain einer Internetseite getrost mit “.de“ enden lassen, es ist dabei egal, in welchem Land der Server steht. Die IP-Adresse wird dann also in dem Land des Servers gebildet – und selbst wenn die Handlung bei uns strafbar ist, im Land des Servers aber keine Straftat ist…

Interessant, wir nähern uns der Thematik.

Man gebe einfach mal in Suchmaschinen (ohne Anführungszeichen) “Kostenloser Chat“ ein, und man finde Chat-Räume, für die man sich noch nicht mal registrieren muss, sondern lediglich einloggen. Sondern man denke sich einen beliebigen Namen und das Passwort und schicke beides an die gewünschte Chat-Person (den Usernamen zur Erkennung und das Passwort für das Einloggen). Funktioniert selbstverständlich auch ohne diese Daten, dann ist man aber für jeden anderen sichtbar und jede/r andere kann sich gleichzeitig beteiligen. Intime Unterhaltungen muss aber nicht jede/r mitbekommen.
In keinem Chat-Raum ist man wirklich anonym, das sei betont. In jeder Internetseite werden bereits bei der Erstellung der Webseite Log-Files angelegt, die definitiv mindestens vom Administrator eingesehen und auf illegale Inhalte überprüft werden können – auch in Internetseiten, in der nur eine Person agiert.
In jedem Land der Erde gelten andere Gesetze und auch jeweils andere moralische Wertevorstellungen, wir erinnern uns an den Standort der Herstellung der IP-Adresse. Was bei uns als “Hetzrede“ angesehen wird, gilt in den USA zum Beispiel, wo Hetzrede normal ist, als freie Meinungsäußerung, ganz gleich vom Server-Standort.
Auch der Datenklau wird in verschiedenen Ländern unterschiedlich gewichtet, ebenso wird in jedem Land zwischen dem Verhalten im Internet und dem realen Verhalten rechtlich anders entschieden. Wir als Bewohner zivilisierter Länder gegen davon aus, dass Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ein No-Go sind – Regierungen und Bewohner anderer Länder sehen das widerum anders.
Das eigentliche Problem dabei ist jedoch, dass die User vieler Internetseiten und Chats einfach nur miserabel betreut werden. Manche Admins gründen Seite oder einen Chat (oder beides) mit vorprogrammierten Dateien, um sich auf die Programmiersprache zu konzentrieren. Für Unannehmlichkeiten in den Seiten bis hin zu Verbreitung von strafbaren Inhalten möchten manche Betreiber keine Verantwortung übernehmen, oftmals wird dann lieber ein beliebiger User aus der Seite zum Moderator benannt, der “Prellbock“ sozusagen. Leider führt genau dieses Verhalten oft dazu, dass Internetseiten und Chat-Räume für eigene Zwecke missbraucht werden: manche posten wiederkehrend selbige Inhalte, was den Spam definiert, andere posten Dateien, die entweder nach unserer Wertevorstellung unmoralisch oder nach unserem Rechtssystem illegal sind. Nicht nur, dass viele Internetnutzer bei der Angabe des realen Alters lügen – wenn man sich gar nicht erst registrieren muss, ist es kein Wunder, dass man auch auf Inhalte trifft, die einem nicht gefallen oder die andere erst gar nicht sehen sollten, zum Beispiel Kinder nicht.

Was aber will man unternehmen, wenn einem Dateien begegnen, die aus dem Darknet beschafft worden sind, aber die Betreiber des Chats, in dem man sich befindet, lediglich diesen einen Chat-Raum schließen, damit ein weiterer mit gleich- oder ähnlich klingendem Namen eröffnet werden kann?
Selbstverständlich möchte man die Polizei verständigen. In dem Fall aber muss man sich erklären, was man selber in diesem Chat zu suchen hat, wenn nicht nach verbotenen Materialien. Und Screenshots von rechtswidrigen Materialien zu machen, die in einer Internetseite zu sehen sind, ist ebenfalls verboten. Ergo: man fühlt sich hilflos, erst recht, wenn man vermutet, dass sich in dieser Internetseite (oder im Chat) auch Kinder aufhalten. Viele Täter, die rechtswidriges Material posten, tun dies regelmäßig, und sind möglicherweise sogar schon vorbestraft – anhand der Gleichgültigkeit bezüglich der moralischen Wertevorstellung anderer Menschen lässt sich dies vermuten.

Viele Internetnutzer sind gewissem Sinne auch extrovertiert genug, um Usern in anderen Seiten zu zeigen, wie toll sie Dateien klauen können, und so tun können, als wäre es das eigene Material, die Anerkennung Anderer ist der Hintergrund. Pornos beispielsweise werden geklaut und im Titel auf die angebliche Ex-Freundin (im Englischen “Ex-GF“, Ex-Girlfriend, also Ex-Freundin) gemünzt oder auf sonstige Personen, die sie in der Phantasie der Uploader (zu Deutsch: “Hochlader“) sein sollen.
Aufgrund des stetigen Datenklau und aufgrund der Zeigefreudigkeit mancher Internetnutzer ist es heutzutage kein Problem mehr, ohne Altersangabe an Videos zu gelangen, in denen beleidigt, diffamiert, geschlagen, verprügelt, vergewaltigt geschnitten, gestochen oder auch enthauptet oder sonst wie getötet wird, und das alles unzensiert. Derartige Videos werden meist in ärmeren Regionen der Erde hochgeladen (uploadet), und das nicht nur von Betroffenen und von Augenzeugen, die die Betroffenen kennen, sondern auch von unbekannten Schaulustigen, und je nach Land oder Kontinent manchmal sogar von Rettungshelfern, von Ärzten und von Polizeibeamten. Und in vielen dieser Seiten sind dann auch noch pornographische Inhalte vertreten. Wie gesagt: andere Länder, andere Sitten.
Ist es moralisch vertretbar, dass auch labile Menschen auf solche Materialien Zugriff haben? Selbstverständlich lässt sich aus der IP-Adresse nicht herauslesen, ob der Internetseitenbesucher labil ist, soweit sind wir dann doch noch nicht. Heutzutage ist aber (behaupte ich) jedes zehnjährige Kind in der Lage, im Suchfenster einer Internetseite vier Buchstaben, nämlich aneinandergereiht “p“, “o“, “r“ und “n“ einzugeben, und gelangt dann unter anderem zu genannten Seiten.
“Ach, ist das furchtbar…!“, heißt es, wenn Nachrichten mal wieder darüber berichten, dass eine Frau in unserem Land von mehreren Männern vergewaltigt worden ist oder wenn eine Gruppe Jugendlicher eine gleichaltrige Person an ein abgelegenes Fleckchen Erde gelockt und gemeinsam mit Tritten und Schlägen misshandelt haben, obwohl die geschädigte Person am Boden liegt und sich längst nicht mehr wehren kann. Könnte es zwischen der abnehmenden Moral und der abnehmenden Hemmschwelle der heutigen Gesellschaft und den genannten Dateien eine Art Zusammenhang geben? Wie wäre es denn mit einer Art Teil- bzw. Mitschuld? Wieso kommt man nicht von selber darauf, dass man Derartiges wie obige Straftaten nicht nachahmen sollte bzw. wieso ist es anscheinend “cool“, sich mit fremden Federn zu schmücken? Stimmt: es hat niemand gesagt, dass man es nachahmen soll, es hat aber auch niemand gesagt, dass man es nicht nachahmen soll – darauf muss man erst mal kommen…!

Bei all der Digitalisierung und Vernetzung der eingangs erwähnten Kommunikationsmittel, und auch bei all der Schnelllebigkeit, darf es doch wohl noch erlaubt sein, sich selbst zwischendurch zu hinterfragen und dabei auch mal über den eigenen Tellerrand zu schauen?! Interessant wären da zum Beispiel auch Fragen wie “Wie viel Transparenz muss sein, und wie viel Transparenz sollte sein?“ Sicher schwer zu beantworten, denn auch das sieht jeder Mensch anders – Sicherheit ist ein Gefühl, und kein Gegenstand.
Der aus Köln stammende Comic-Zeichner Martin Perscheid verarbeitet gesellschaftliche Themen auf ironische Art, auch die Digitalisierung und die Vernetzung unserer Elektronik. In einem seiner Bilder sitzt z.B. eine Frau auf dem Klo und fragt Google “Okay, Google. Wo ist hier das Toilettenpapier?“ In einem anderen seiner Bilder sitzen zwei mit Puppen spielenden Mädchen auf einer Couch, das eine Mädchen zum anderen “Meine `Hello-Barbie` hat gesagt, wir sollen uns ausziehen.“ Betrachtet man dieses Bild genauer, sieht man rechts im Bild Mann hinter einem Baum stehen, der mit seinem Smartphone in der Hand in Richtung der beiden Mädchen lächelt.
Dieses Bild ist nicht im Geringsten verwerflich, das ist auch nicht meine Aussage, sondern es zeigt uns auf sarkastische Weise unser Verhalten auf, unsere Gedankenlosigkeit. Manche von uns sind gleich in mehreren sozialen Netzwerken und haben gleich mehrere Messenger-Dienste auf dem Handy installiert. Und dann beschwert man sich über all den Stress, hinterfragt aber nicht den Grund? Könnte mangelnde (Selbst-)Reflexion die Ursache sein? Und was vermag wohl der Grund dafür sein, dass viele Menschen die Sensationslust walten lassen anstatt Zivilcourage zu zeigen – sofern Zivilcourage nicht gerade als Trend definiert wurde?

Solange von den Verantwortlichen nicht mindestens ausreichend kontrolliert wird, dürfte es schwer sein, dass Internetnutzer mit psychopathischer Veranlagung ihre “Opfer“ (mir persönlich gefallen die Begriffe “Geschädigte“ oder “Betroffene“ besser) auch im Internet ausspähen.
Zu wenig Transparenz ist nicht gut, denn vor der Deeskalation sollten die Prävention, also eine Form der Offenheit, gestellt werden, um erst gar nicht deeskalieren zu müssen – zu viel Transparenz aber ist im Sinne von „Wer sich öffnet, macht sich angreifbar“ nicht gesund. Die Frage, ob es nicht etwa rechtliche Pforten zur großen, weiten Datenautobahn geben sollte, ist mit Sicherheit schwer zu beantworten, denn egal welche Regelung auch immer: diese gelte dann für alle, also wäre sicher immer jemand unter den Betroffenen, der meckert, hundert Prozent gibt es nämlich nur in der Mathematik.

Lesen Sie dazu gerne weiterführend meinen Beitrag „Netz des Grauens„.in dem es um sexuelle Gewalt an Frauen und an Kindern bor- und während des Internets geht, desweiteren um Täterprpfile und um mögliche Präventionsmaßnahmen.

Zu diesem Beitrag hat mich der Artikel “Instagram hat ein Problem mit nackten Kindern und alten Männern“ inspiriert. Darin geht es um mangelnde Verantwortung der Verantwortlichen und um verantwortungsloses Verhalten von Internetnutzern.

Im Beitrag “Rechtsinformation zur Kinderpornographie“ gibt ein Rechtsanwalt Ratschläge, wie man sich bestmöglich verhält, nachdem man im Netz verbotenem Material begegnet ist.

In den Seiten von www.polizei.de findet man nach Klick auf das jeweilige Bundesland auch die für den eigenen Wohnort zuständige Polizeidienststelle.

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Prävention im Voraus – nie danach

Im 21. Jahrhundert hinterlassen wir Spuren “en masse“. Der Grund für die Transparenz hängt sicher mit der Verbrechensbekämpfung aus der Vergangenheit zusammen – auch außerhalb des Internets. Die Behörden versuchen, den Tätern möglichst nahe zu sein. Im Voraus aber geht nicht.

Während zum Beispiel früher einmal an der Kasse alles manuell eingetippt wurde, besitzen die Produkte von heute einen sogenannten “Strichcode“, auch EAN-Code genannt (EAN = Europäische Artikelnumerierung). Eine geniale Erfindung!

Wir besitzen Karten, die mit einem Chip versehen sind, da wären zum Beispiel die Krankenkassenkarte, die Bankkarte, die Karte für ein Briefpostfach, und etliche andere. In diesen Karten sind all unsere jeweils angegebenen Kundendaten gespeichert, die bequem von einem Computer aus abgerufen werden können. Auch eine tolle Sache!
Doch mit all diesen Daten hinterlassen wir Spuren, zum Beispiel beim Geldabheben am Kartenautomaten. Okay, vom Prinzip her ist es ja für den Kunden von Vorteil, wenn auch die Geldabhebungen per Karte am Automaten auf den Kontoauszügen stehen. Was aber, wenn Fremde bzw. Dritte ausgerechnet diesen Automaten manipuliert und Kundendaten ausspioniert haben? Das verlorene Geld kann man – je nach Bank – zwar wiederbekommen, wenn man bewiesen hat, dass Transaktionen nicht von eigener Hand getätigt worden sind. Doch eventuell ist man genau auf dieses Geld angewiesen, und das kann erst recht zu Unannehmlichkeiten führen, ein geplatzter Urlaub zum Beispiel.

Wer Onlinebanking betreibt, sollte sich bei der eigenen Hausbank versichern, dass die Login-Daten, die für das Onlinebanking angefordert werden, SSL-verschlüsselt sind, dadurch kann man die Login-Daten noch nicht mal auf dem eigenen Rechner speichern, sondern muss diese immer wieder neu in dem Fenster zum Einloggen eingeben, obwohl die Daten identisch bleiben. Das hat den Vorteil, dass niemand außer dem Kunden selbst an diese Daten gelangt. Deshalb sollte man diese Daten auch sicher aufbewahren, sonst könnte das zum Nachteil werden…

Viele Firmen verkaufen mittlerweile Kundendaten, da wären zum Beispiel AVS-Systeme für die Altersverifizierung im Internet (die wir bekanntlich NICHT nutzen), Telefonanbieter…, ja, und selbst bei Einwohnermeldeämtern kann man mittlerweile Adressen kaufen.

Eine ebenfalls geniale und zum Teil auch praktische Erfindung sind Suchmaschinen im Internet. Diese durchstöbern fast das ganze Internet nach Informationen, weil sie – natürlich nicht die Suchmaschinen, sondern deren Betreiber – mit unseren Daten Geld verdienen. Suchmaschinen können lediglich Profile lesen, also Usernamen und alles, was wir in dem Zusammenhang veröffentlicht haben.
Das Internet selbst ist eine geniale Erfindung! Noch vor Zeiten des Internets mussten, um Verbrecher jagen zu können, Behörden eines jeden Landes, in welches Verbrecher geflüchtet waren, eng zusammenarbeiten und die Mitarbeiter einen guten Draht zueinander haben, denn oftmals handelte es sich nur um Indizien. Heute gibt es IP-Adressen, mit denen man Spuren im Internet hinterlässt. Wenn zum Beispiel ein User einen anderen User als “XY“ betitelt, ist das keine Straftat im Sinne der Allgemeinheit. Wenn allerdings jemand etwas von-, mit-, und über Minderjährige postet oder meinetwegen einen Anschlag gegen die Öffentlichkeit im Internet ankündigt, ist ein jeder Admin bzw. Betreiber verpflichtet, dies zusammen mit der IP-Adresse an eine Polizeidienstelle oder im Internet (zum Beispiel www.polizei-nrw.de) Anzeige zu erstatten. Die Polizei hat dann die Möglichkeit, bei der Hauptzentrale zu der jeweiligen IP-Adresse die Kundendaten anzufordern und Strafanzeige zu erstatten. Der Admin, oder wer außerdem noch für die Einsicht der IP-Adressen befugt ist (in unserem Portal ausschließlich der Admin) hat somit seine Pflicht getan und die Strafverfolgung nimmt ihren Lauf. Kommt er seiner Pflicht jedoch nicht nach, könnte ihm eine Mitwisserschaft angehängt werden, deren Gegenteil er nicht beweisen kann. Je nach Schwere der Tat kann dies schwerwiegende Folgen für ihn haben. Das gilt übrigens nicht nur für Webseitenbetreiber.

Andererseits aber ist es möglich, wenn man erst mal eine Privatadresse gefunden oder bekommen hat, anhand dieser Adresse auszuspionieren, wo wer wohnt. Und mit einem Programm einer sehr bekannten Suchmaschine kann man per Satellitenfotos aus dem Weltall sogar das jeweilige Haus sehen.

Anfang der 1990er Jahre sind von der ehemaligen DDR Lagerhallen entdeckt worden, in denen hunderttausende Einmachgläser standen, die mit Tüchern gefüllt waren. Man verhaftete x-beliebige DDR-Bürger unter falschem Verdacht, der sich manchmal gar nicht bestätigte, und ließ sie wenige Stunden zittern, weil keiner Schuld bewusst. Der angebliche Verbrecher wurde in einen Vernehmungsraum gebracht, in denen man auf die Stühle der Befragten Tücher in etwa Größe der Sitzfläche ausgelegt hatte. Diese Tücher wurden danach ohne des Wissens des Verdächtigten in Hallen gelagert.
Heute gibt es – “Gott sei Dank“? – die Möglichkeit, jemanden per DNA, deren Code bei jedem Menschen individuell ist, ausfindig zu machen, wodurch schon viele Verbrechen aufgeklärt wurden, und wodurch viele Menschen ein Gefängnisaufenthalt erspart geblieben ist. Was aber, wenn – andersherum – Verbrecher an DNAs gelangen und damit “Unfug“ betreiben?

“Gläserner Mensch“? Oder doch besser “Cyborg“?

“Huch, was ist denn jetzt ein >>Cyborg< Ist ja schön und gut, dass Wissenschaftler auch an Gehirnen forschen, denn selbst heute, im 21. Jahrhundert, sind nach Aussagen mancher Mediziner und Wissenschaftler gerade mal 30 Prozent der Fähigkeiten eines Gehirns erforscht, und selbst Einstein hat man gesagt, dass der Mensch nur etwa 5 Prozent seines Gehirns nutzt – er muss bei seiner Theorie von sich und Seinesgleichen ausgegangen sein, denn er war seiner Zeit nicht besonders beliebt und hatte somit nicht viele Menschen zum Vergleichen.
Möglicherweise könnte man durch die Gehirnforschung irgendwann vielleicht “Das Böse“ in einem Menschen erforschen, und somit Verbrechen gegen die Allgemeinheit im Vorfeld bekämpfen. Das hieße aber auch im Umkehrschluss, dass man potentiellen Schwerverbrechern einen Chip ins Gehirn einpflanzen müsste (Gehirnschrittmacher gegen Epilepsie gibt es bereits). In nicht-europäischen Ländern jedenfalls lassen sich Menschen von Ärzten Teile des Gehirns rausschneiden, wodurch Suchterkrankungen geheilt werden (sollen, so der Wunsch der Patienten.
Und wenn man dann noch irgendwann mit einem Programm im Handy auf den Chip im Gehirn wildfremder Menschen zugreifen könnte, vielleicht sogar noch im Spar-Abo, dann “Gute Nacht!“. Kann man jemanden für etwas verurteilen, was er noch nicht begangen hat? Das gäbe dem Wörtchen “vorbetraft“ eine völlig neue Bedeutung…

„Das Internet ist schuld!“, “Der Euro ist schuld!“, und alles andere auch, nur man selbst nicht. Hat man alles schon oft gelesen oder gehört. Oder nicht?!
Es hat alles Vor- und Nachteile. Früher war nicht alles schlecht, und auch heute ist nicht alles schlecht. Während man früher einen Menschen, der weggezogen war, für immer verloren hatte, gibt es heute diverse Fernsehsendungen und Internetsuchdienste, aber auch Messenger, um in Kontakt zu bleiben. Die einen nutzen die vielen, modernen Möglichkeiten im positiven Sinne, die anderen, um anderen zu schaden.
Aber sehen wir es mal so: Behörden widerum nutzen die vielen Möglichkeiten für die Verbrechensbekämpfung. Und wo kein Verbrechen, da keine Bekämpfung. Im Voraus verurteilen geht schlecht. Also immer nur dem Verbrechen hinterher.

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